Wechsel zum Regelbeitrag

von
Frank

Hallo zusammen,

ich habe ein kleines Verständnisproblem und hoffe das mir jemand hier weiterhelfen kann.

Ich bin seit vielen Jahren als Coach selbstständig und zahle den Mindestbeitrag da mein Gewinn stets unter 4500 Euro im Jahr lag. Auch das Jahr 2018 hat solch einen Betrag ergeben. Ich muss nun der DRV den Bescheid senden und mich entscheiden Einkommensgerecht oder Regelbeitrag. Jetzt kommt der komplexe Fall:

Absenden des Antrags am 23.11.2019 an die DRV auf Regelbeitrag.
Jahr 2019 mache ich einen Gewinn von 34.000 Euro. (Was wird dann hier an Beiträgen fällig? Wie wäre für 2019 die Beitragsberechnung da im Dezember ein Wechsel erfolgt?)

Ich werde meine freiberufliche Tätigkeit noch bis 2020 ausüben (April 2020) und dann aufhören. Im November 2019 wechsel ich in den Regelbeitrag. Der Gewinn 2020 wird 40.000 Euro belaufen (Verkauf und auch offene Forderungen). Muss ich dann von Januar bis April den Regelbeitrag bezahlen und ist damit der Gewinn von 40.000 im Jahr 2020 abgegolten?)

Danke ich suche und lese schon verzweifelt die ganze Zeit!

Vielen Dank und liebe Grüße!

von
Siehe hier

Vielleicht hilft Ihnen das in Ihrer Überlegung weiter:

1. Der Regelbeitrag
Selbständige können unabhängig von der Höhe ihres Arbeitseinkommens entscheiden, dass sie den vollen Regelbeitrag an die Versicherung entrichten möchten. Aktuell liegt der Regelbeitrag bei 566,37 Euro in den alten Bundesländern und bei 501,27 Euro in den neuen.
2. Der einkommensgerechte Beitrag
Bei dieser Variante der Beitragszahlung kann die Höhe des Rentenbeitrags individuell an das Einkommen des Versicherungspflichtigen angepasst werden. Sofern Selbständige anhand ihrer letzten Einkommensteuerbescheide nachweisen können, dass es Einkommenschwankungen gab, haben sie die Möglichkeit, die Beitragsleistungen entsprechend dieser Veränderungen anzupassen. Voraussetzung für die Anwendung des einkommensgerechten Beitrags ist, dass sich der festgelegte Versicherungsbeitrag innerhalb dieser Grenzwerte befindet:
Untergrenze des Versicherungsbeitrags:
83,70 Euro (bundesweit)
Obergrenze des Versicherungsbeitrags:
1.209 Euro (alte Bundesländer)
1.078,80 Euro (neue Bundesländer)

Quelle: https://www.firma.de/unternehmensfuehrung/rentenversicherung-fuer-selbstaendige-das-muessen-sie-wissen/

von
Frank

Hallo,

danke für die schnelle Antwort. Den Unterschied konnte ich schon recherchieren, aber wie verhält sich der Wechsel jetzt zum Dezember 2019 auf meine Beiträge? Das ist mir noch ein Rätsel.

von
Feli

Wenn Sie ab Nov. 2019 den Regelbeitrag zahlen, können Sie das solange beibehalten wie Sie wollen, es sei denn, Ihr Einkommen aus der Selbständigkeit rutscht wieder unter die Geringfügigkeitsgrenze bzw. Sie beenden die Selbständigkeit.
Der Regelbeitrag ist ein fester Betrag und hat keinen Bezug zu Ihrem tatsächlichen Gewinn.

von
Siehe hier

GRA
§ 165 SGB VI: Beitragspflichtige Einnahmen selbständig Tätiger

https://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/rvRecht/01_GRA_SGB/06_SGB_VI/pp_0151_175/gra_sgb006_p_0165.html

Experten-Antwort

Hallo Frank,

beim Wechsel vom einkommensgerechten Beitrag zum Regelbeitrag gilt folgendes:

Bei Beitragsänderung ist auf den Beginn des Monats, der dem Monat der Antragstellung folgt (Folgemonat), abzustellen. Der Wechsel ist nur für die Zukunft möglich.

Bei der einkommensgerechten Beitragszahlung gilt folgendes:

Änderungen des Arbeitseinkommens werden vom Ersten des auf die Vorlage des Einkommensteuerbescheides oder der Finanzamtsbescheinigung folgenden Kalendermonats, spätestens aber vom Beginn des dritten Kalendermonats nach Ausfertigung des Einkommensteuerbescheides an berücksichtigt.

Somit ergibt sich anhand Ihrer Angaben folgende Konstellation:

Sofern der Antrag auf Zahlung des Regelbeitrags noch im November 2019 eingeht, wird zum 01.12.2019 auf den Regelbeitrag umgestellt. Der Regelbeitrag ist, wie bereits geschrieben wurde, nicht von Ihrem tatsächlichen Einkommen abhängig.

Da der Einkommensteuerbescheid von 2019 noch nicht vorliegen kann, bleibt der letzte Einkommensteuerbescheid - unabhängig was später beim Einkommensteuerbescheid für 2019 als Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit oder Gewerbebetrieb ausgewiesen wird - bei der Festsetzung des einkommensgerechten Beitrags maßgeblich.

Der von Ihnen angenommene Gewinn für das Jahr 2020 (40.000,00 EUR) ist nach Wechsel in den Regelbeitrag nicht als Berechnungsgrundlage für den Beitrag relevant.
Das heißt: Wenn Sie sich für den Regelbetrag ab Dezember 2019 entscheiden, haben Sie von Dezember 2019 - April 2020 (Aufgabe der Tätigkeit) den Regelbeitrag zu zahlen, das tatsächliche Einkommen spielt dann zur Berechnung des Beitrags keine Rolle.

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
****

Hallo Frank,
haben sie in der Vergangenheit Freiwillige Mindestbeiträge gezahlt?

Einkommensgerechte Beiträge oder der halbe Regelbeitrag im Sinne des §165 SGB 6 dürften es nicht gewesen sein, da ihr Einkommen in den vergangenen Jahren lt. ihrer Aussage immer unter 4500.- E lag (also unter 450.- E monatl.) somit wären Sie grundsätzlich ein geringfügig selbständig Tätiger und es bestand Versicherungsfreiheit gem. § 8 SGB 6.