Weiterbildung i.V.m. Erwerbsminderungsrente

von
Marko

Guten Tag,
ich, 38 Jahre, beziehe eine Rente wegen Erwerbsunfähigkeit (nicht befristet), möchte mich aber nicht bis in die Altersrente damit zufriedenstellen. Deshalb plane ich, evt. eine Ausbildung als Logopäde oder Ergotherapeut zu beginnen. Diese würde 2 - 3 Jahre dauern. Zusätzlich sind hier kaum staatliche Schulen vorhanden, die privaten Träger verlangen monatlich 200 - 400 € Schulgeld. Der Abschluss ist allerdings ein staatlicher. Deshalb zwei Fragen:
1. Kann mir auf Grund der Ausbildung die Rente gestrichen/gekürzt werden? Im Schulbetrieb sind täglich bis zu acht Stunden Unterricht, bzw. sind in der Ausbildungszeit ja auch Praktika in Betrieben zu absolvieren.
2. Gibt es eine Möglichkeit der finanziellen Unterstützung der Ausbildung durch die Rentenversicherung oder einen anderen Träger? Immerhin möchte ich ja nach der Ausbildung wieder ins Berufsleben zurückkehren.

Vielen Dank vorab.

von
KSC

Ich kenne die Ausbildung zum Ergotherapeuten und weiß was da gefordert wird.

Eines scheint klar: Wer in der Lage ist, diese 3 jährige Ausbildung zu meistern, ist sicherlich nicht voll erwerbsgemindert, der kann nämlich auch leichte andere Arbeiten machen...muss also mit Konsequenzen rechnen.

Sie können beantragen, ob die Umschulung finanziert wird....mehr als abgelehnt werden, kann der Antrag nicht.

von
???

Die DRV finanziert nur 2jährige Ausbildungen. Bevor Sie jetzt die Pferde scheu machen, würde ich erst mal sicherstellen, dass in Ihrem Fall eine Ausbildungsverkürzung auf 2 Jahre möglich ist. Falls nicht, müssen Sie die Ausbildung selbst finanzieren. Mitteilung an die DRV müssen Sie erst dann geben, wenn Sie richtig arbeiten und Geld verdienen.

von
Stefan

Die DRV finanziert im Normalfall nur 2jährige Ausbildungen. Sollte es sich aufgrund der Besonderheiten des Einzelfalls ergeben, dass eine 3jährige Ausbildung erforderlich ist, wird diese auch gezahlt. Es wäre ja auch sinnlos jemandem lieber 10 Jahre Rente zu zahlen als ein Jahr die Umschulung.

Experten-Antwort

Hallo Marko,

im Bereich der Rentenversicherung gilt der Grundsatz Rehabilitation vor Rente. Sofern Sie nunmehr Maßnahmen der Teilhabe am Arbeitsleben (berufliche Rehabilitation) durch den Rentenversicherungsträger in Betracht ziehen, kann dies zur Überprüfung bzw. dem Wegfall Ihrer Erwerbsminderungsrente führen. Wir empfehlen vor weiteren Überlegungen unbedingt eine persönliche Beratung bei Ihrem Rentenversicherungsträger ggf. unter Einbeziehung eines Beraters aus dem Bereich Rehabilitation in Betracht zu ziehen. Es wird in jedem Fall zu prüfen sein, ob unter Berücksichtigung Ihrer heutigen, gesundheitlichen Situation eine Rückkehr in das Berufsleben aussichtsreich erscheint.