Weiterbildung während laufendem Antrag auf Erwerbsminderungsrente

von
Petti

Seit 2 Jahren Bemühungen um einen Wiedereinstieg ins Berufsleben (GdB 40% + Gleichstellung). Nach medizinischen Reha sollte berufliche Reha erfolgen. Trotz Empfehlung der Klinik und behandelnder Ärzte, Ablehnung der beruflichen Reha, auch im Widerspruchsverfahren durch die RV. Daraufhin Antrag auf Teilerwerbsminderungsrente. Diese seit 6 Monaten in Bearbeitung. Gleichzeitig bei der Reha-Abteilung des Jobcenters Bemühungen um eine Weiterbildung um zumindest die fachliche Seite des Einstiegs in Teilzeitarbeit abzusichern. Diese Bildungsmaßnahme auf Bildungsgutschein bei einem Berufsförderwerk beginnt in wenigen Tagen. Ob ich sie gesundheitlich aushalte weiß ich nicht. Es ist eine Vollzeitmaßnahme mit Praktikum, die eigentlich für Rehabilitanden gedacht ist. Weil ich nur einen Bildungsgutschein habe kann ich nur an den rein fachlichen Sachen teilnehmen. Alles weitere, wie z.B. die psychosoziale Betreuung darf ich nicht in Anspruch nehmen, obwohl ich chronisch psychisch krank bin.
Was passiert wenn die RV mir nun doch noch eine berufliche Reha anbietet? Kann dann die begonnenen Maßnahme einfach angepasst werden und ich dann auch die psychosoziale Betreuung mit in Anspruch nehmen?
Was passiert, wenn die RV eine Teilerwerbsminderung anerkennt? Könnte ich die Bildungsmaßnahme dann trotzdem weiterführen?

Experten-Antwort

Hallo Petti,
ob die Arbeitsagentur die Maßnahme weiterhin bezahlt, falls der Rententräger ein teilweise Erwerbsminderungsrente bewilligt, müssen Sie bitte bei der Arbeitsagentur klären. Einzelfallentscheidung Seitens der Arbeitsagentur.
Vom Sinn her sei die Frage erlaubt warum nicht?? Eine Teilerwerbsminderungsrente bedeutet ja auch eine teilweise Erwerbsfähigkeit. Wenn die Arbeitsagentur diese teilweise Erwerbsfähigkeit sichern kann, warum sollte dann die Maßnahme nicht fortgesetzt werden.
Ich bin aber kein Arbeitsamts-Reha-Fachmann. Daher bitte dort Ihre/Ihren zuständigen Ansprechpartner kontaktieren.

Für die Rentenversicherung kann ich aus Ihren Worten derzeit nicht erkennen wieso hier noch eine berufliche Reha angeboten werden sollte. Nach Ihren Worten ist bereits ein Verfahren nebst Widerspruch negativ beschieden worden.
Falls doch noch ein Angebot von der Rentenversicherung kommt, so muss man sicherlich zusammen (auch iVm mit der Arbeitsagentur) schauen, was für Sie sinnvoll und geeignet ist. Wenn die jetzige Maßnahme geeignet ist, dann kann die sicherlich auch fortgesetzt werden. Ob die Maßnahme derart erweitert wird, dass auch die angebotene psychosoziale Betreuung in Anspruch genommen werden kann, ist -wie alle Leistungen im Rehabilitationsrecht- sicherlich eine Einzelfallentscheidung.

von
Petti

Danke für die Antwort. Das Jobcenter weiß nur von der abgelehnten Reha. Es weiß nichts von dem Antrag auf Erwerbsminderung und hat auch nie eine diesbezügliche Frage gestellt. Die RV dagegen weiß nichts von der Bildungsmaßnahme des Jobcenters. Daher dachte ich, bei der Prüfung der Erwerbsminderung könnte plötzlich doch eine Reha von der RV vorgeschlagen werden und dann stecke ich schon in einer anderen Maßnahme. (ein fehlerhafter Rehabericht wurde mittlerweile korrigiert und ein neues Gutachten gefertigt). Dann kann ich also in Ruhe die Entscheidung zur Erwerbsminderungsrente abwarten und dabei gleichzeitig die Weiterbildung machen.