Weiterzahlung der Terbsmin. Rente von DRV abgelehnt

von
Karin Gerke

Hallo zusammen,

ich hatte für 6 Monate eine Teilerwerbsminderungsrente erhalten weil die Reha dieses befürwortet hatte. Jetzt musste ich zu einem Gutachter und dieser hat beurteilt, dass ich wieder ganz normal Vollzeit arbeiten kann.

Erstens hatte der Gutachter mich sehr unter Stress gesetzt und mehr oder weniger mit mir geschimpft warum ich denn so nervös sei!!

Nun ka, letzt endlich hab ich Heute einen Wiederspruch eingelegt und hab aber schon von einem Rechtsanwalt erfahren, dass dieser so und so abgelehnt wird. Zuvor hatte ich der Rentenversicherung meinen aktuellen Medikamentenplan zugeschickt und noch ärztliche Bewfunde die meinen ganzen Zustand noch mehr verschlechtert haben. Der Gutachter hatte sich diese Unterlagen noch nicht einmal angesehen und immer wieder wenn ich aktuelle Berichte aus meinem Rucksack holen wollte, mir dieses verboten.

Ich bin deswegen vollkommen fertig. Ich versuche seit 3 Wochen 4x5Std arbeiten zu gehen. Wie kommt ein Gutachter dazu einfach zu behaupten, dass ich wieder Voll arbeiten kaann und keiner meiner Ärzte sowie Intigrationsfachdienst dieses befürworten. Ich sollte sogar kaut Intigrationsfachdienst und meine Ärzte eine Vollrent beantragen.

Kann mir bitte jemand helfen, was ich jetzt noch tun kann damit ich wenigstens die Teilrente behalte.

Vielen Dank für die Hilfe

von
Karin Gerke

Hallo, ich möchte noch kurz erwähnen, dass ich nicht nur psychische Leiden habe sondern seit 10 Jahren chronische Schmerzpatientin bin weshalb ich mit Morphium bzw. Opiaten versorgt werde. Zudem kommen noch ganz viele andere Dinge die mein tägliches Leben beeinflussen. Leider wurde die Begutachtung nur durch einen Psychiater/ Neurologe durchgeführt und deshalb, so befinde ich es muss man eigentlich mein Gesamtbild sehen und nicht nur alleine die Psyche.

von
KSC

Der Rechtsanwalt der Ihnen (angeblich) gesagt hat, dass jeder Widerspruch so oder so abgelehnt wird, muss ja eine Pfeife sein - solche Pauschalaussagen sind absoluter Blödsinn und beweisen lediglich die Inkompetenz dessen, der so etwas sagt.

Sie haben sich doch bei der Widerspruchsbegründung hoffentlich von Ihren Ärzten helfen lassen und begründet warum Sie teilweise erwerbsgemindert sind und aus welchem medizinischen Grund Sie nicht mehr ganztags arbeiten können, sondern -egal welche Tätigkeit- nur noch 3-6 Std täglich.

von
Karin Gerke

Nein, ich hab mir dieses nicht von dem Rechtsanwalt bestätigen lassen. Im gleichen Atemzug sagte meine Rechtschutzversicherung genau das gleiche!!!!!!!!!!!!!!!!

von
Herz1952

Hallo Karin Gerke,

ich empfehle in solchen Fällen immer einen Freien Renten- und Sozialberater einzuschalten, der auch bei Gericht zugelassen ist. Insbesondere, wenn der Widerspruch abgelehnt wird, zahlt nämlich auch die Privatrechtsschutz-Versicherung (falls vorhanden). In dieser Versicherung ist im allgemeinen auch Sozialversicherungsrechtsschutz eingeschlossen.

Im Gegensatz zu Anwälten beschäftigen sich diese Berater ausschließlich mit dem Thema Renten- und Krankenkassen-Recht.

Diese Berater können zwar nicht grundsätzlich in die Ärzteberichte eingreifen, aber vielleicht doch Formulierungstipps geben, aber sie kennen sich im Detail dieser Rechtsprechungen aus (Urteile und Kommentare dazu). Manche Ärzte benutzen auch zu lasche Formulierungen, weil diese keine Erfahrungen in Rentensachen haben.

Warten Sie das Ergebnis Ihres Widerspruchs ab. Danach können Sie handeln, falls notwendig.

Viel Erfolg

von
Karin Gerke

[Leider auch nicht von meinen Ärzten. Leider bin ich sehr Krank und ich hab zur Zeit wegen meiner Erkrankung keinen klaren Kopf sowie Erfahrungen mit solchen Attesten bzw. Ablehungen der DRV. Macht es denn Sinn wenn ich mir diese Dinge nachträglich einhole?

von
Nahla

Zitiert von: Karin Gerke

[Leider auch nicht von meinen Ärzten. Leider bin ich sehr Krank und ich hab zur Zeit wegen meiner Erkrankung keinen klaren Kopf sowie Erfahrungen mit solchen Attesten bzw. Ablehungen der DRV. Macht es denn Sinn wenn ich mir diese Dinge nachträglich einhole?

Ich hoffe, dass Sie nicht nur Widerspruch eingelegt haben, sondern auch alle Unterlagen angefordert haben, die zur Ablehnung geführt haben (da denke ich besonders an das letzte Gutachten), damit Sie diesen Widerspruch auch ordentlich begründen können (es wird leider nicht genügen, wenn Sie angeben, dass der GA Sie beschimpft hat etc.). Sollten Sie dieses noch nicht angefordert haben, dann holen Sie das nach und beantragen gleichzeitig die Weiterzahlung der gewährten EM-Rente über den festgesetzten Zeitraum hinaus bis zur endgültigen Entscheidung (manchmal wird so eine Weiterzahlung gewährt, oftmals abgelegt).

Atteste etc. brauchen Sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht extra einzuholen. Es genügt, wenn Sie bei der Begründung des Widerspruchs alle Ärzte noch mal erwähnen und diese auch über den Stand des Verfahrens in Kenntnis setzen bzw. diese Begründung in Absprache mit Ihrem Arzt verfassen.

Wenn Sie das Gutachten vorliegen haben, dann können Sie auch in der Begründung darauf Bezug nehmen, wo es nach Ihrer Meinung - und der Meinung Ihrer Ärzte falsche Angaben enthält.

Sollte der Widerspruch dann auch abgelehnt werden, müssen Sie leider den Weg der Klage beschreiten.

Leider ist es schon richtig, dass viele Anträge auf Erwerbsminderungsrente auch im Widerspruch abgelehnt werden, aber man kann es nicht verallgemeinern und man sollte sich davon nicht auch schon im Vorfeld runterziehen lassen.

von
Herz1952

Hallo Karin Gerke,

als ich meinen Beitrag abschickte, kannte ich nicht Ihren Beitrag wegen der Rechtsschutzversicherung.

Es tut eigentlich jetzt nichts mehr "zur Sache". Aber es gibt Rechtsschutzversicherungen, die die Erfolgsaussichten nicht prüfen, sondern nur dass zum Zeitpunkt des "Falles" eine Versicherung für einen solchen Fall bestand. Sie verlassen sich dann auf den freien Anwalt. Wenn dieser sagt, das ziehen wir durch, dann zahlen die auch ("Anwalts Liebling".

Aber Nahla hat auch schon erklärt, was Sie tun sollten.

Falls es schief läuft und Sie genügend Geld haben und es die Sache Wert ist können Sie auch einen Freien Berater nehmen. Zumindest kann er Ihnen sagen, ob es sich lohnt weiter zu machen oder nicht. Dann können Sie immer noch entscheiden, ob Sie die Sache mit oder ohne Rechtsbeistand durchführen. Anwälte verdienen anscheinend an Sozialgerichtsfällen zu wenig.

Mit den Gutachtern der Rentenversicherung ist anscheinend "nicht gut Kirschen essen", falls Sie bei einem Regionalverband angestellt sind.

Die DRV Berlin nimmt als Gutachter "freie Kassenärzte". Das ist leider so.

Ein freier Rentenberater kann Sie allerdings ziemlich entlasten. Ich habe auch einen gehabt, obwohl die Sache bei mir eigentlich klar war. Ich war aber auch nicht in der Lage, den "ganzen Kram" alleine durchzuziehen.

Hoffen wir das Beste.

von
Herz1952

Korrektur: es muss heißen: "Die Deutsche Rentenversicherung Bund" nimmt......"

und: falls diese Gutachter bei einer regionalen Rentenversicherung (oder so ähnlich) angestellt sind.

Experten-Antwort

Hallo Frau Gerke,
mit der Einlegung des Widerspruchs haben Sie den richtigen Weg beschritten, die ablehnende Entscheidung überprüfen zu lassen. Die Aussage, dass "dieser so und so abgelehnt wird", ist an dieser Stelle weder nachvollziehbar noch überprüfbar. Sie sollten jedoch erst einmal den Ausgang des Widerspruchsverfahrens abwarten. Gegebenenfalls stünde dann noch der Klageweg offen.