Welche Nachteile habe ich , wenn ich den bewilligten Rehaantrag zurückziehe?

von
Maria

Hallo zusammen,

ich bin 58 Jahre alt und seit fast 2 Jahren krankgeschrieben wegen Depression und neurologischer Erkrankung. Habe 50 Grad der Schwerbehinderung. Mir geht es immer noch nicht gut. Während ich noch das Krankengeld bezog, hat mich die Krankenkasse aufgefordert einen Reha Antrag zu stellen.

Obwohl es mir graute schon bei der Vorstellung die Reha anzutreten, habe ich es trotzdem getan, weil ich dachte, ich wäre dazu verpflichtet (Mitwirkungspflicht gegenüber der Krankenkasse).

Im Sommer 2020 wurde der Reha-Antrag bewilligt. Inzwischen haben zwei Rehakliniken wegen medizinischen Gründen mir abgesagt. Die dritte Klinik hat mir den Termin in März 2021 bestätigt.

Jetzt beziehe ich schon das Arbeitslosengeld I (Nahtlosigkeitsregelung.) Mein behandelnder Psychiater bestätigte, dass ich immer noch Reha-unfähig bin. Er sagte mir, dass mich keiner zwingen kann die Reha abzusolvieren. Deswegen möchte ich den Reha-Antrag zurückziehen und einen Erwerbsminderungsrentenantrag stellen.

Aber es heißt doch immer "Reha vor Rente“? Muss ich befürchten, dass deswegen die Erwerbsminderungrente abgelehnt wird? Mit welchen Konsequenzen muss ich rechnen?

Ich danke euch für eure Erfahrungsberichte und Ratschläge schon im Voraus!

Experten-Antwort

Hallo Maria,

grundsätzlich können Sie auch direkt die Erwerbsminderungsrente beantragen. Im Einzelfall wird dann darüber entschieden, ob vorher eine Reha sinnvoll bzw. erfolgversprechend ist.

von
Miau

Hallo Maria,

wenn ich dich wäre, dann würde ich mich beim Rentenberater, VDK oder Anwalt usw. beraten lassen.

Ich denke, du hast bis dato schon einiges an ambulanten Behandlungen unterzogen dito Medi.

Das die KK eine Auforderung zu einem § 51 SGB V Antag stellt
ist normal. Der Antrag kann auch in einen Rentenantrag umgedeutet werden.

Eine Stationäre REHA ist kein Wundermittel und deren Heilwirkung von der "Massenveranstaltung" wird oft überzogen.
Klaro braucht die Klinik eine Daseinsberechtigung und Erfolgsquote, wenn auch nur auf dem Papier.

Die Reha-Fähigkeit setzt eine hinreichende Belastbarkeit und Motivation voraus, damit die Reha-Maßnahme voraussichtlich erfolgreich verlaufen kann.

Reha-Prognose
Die Rehabilitationsprognose ist eine sozialmedizinisch begründete Wahrscheinlichkeitsaussage für den Erfolg der Leistung zur Teilhabe. Das bedeutet, dass einzuschätzen ist, ob, ausgehend vom Grad der Erkrankung und des bisherigen Krankheitsverlaufs, in absehbarer Zeit mit dem Erreichen des Rehabilitationsziels (Wiederherstellung der Teilhabe am sozialen Leben oder der Teilhabe am Arbeitsleben) zu rechnen ist.

Schau mal hier:
https://www.rehainfo-aerzte.de/de/Inhalt/10_Reha-Voraussetzungen/03_Reha-Faehigkeit/reha-faehigkeit.html

https://www.ihre-vorsorge.de/expertenforum/archiv/detail/nicht-rehafaehig-wie-geht-es-weiter.html

Grüße

von
Maria

Vielen dank, werde unbedingt nachlesen