welche Unterlagen von DRV an Rehaklinik?

von
Tilda

Hallo,
meine Frage: ist es standardisiert oder ist es fallspezifisch individuell, welche Unterlagen die DRV an die Rehaklinik weitergibt?

Hatte vor 2 J. eine med. Reha und nun wg. derselben Erkrankung (nach Widerspruch gegen ablehnenden LTA-Bescheid) eine med.-berufl. Reha (Belastungserprobung).

Bekommt die jetzige Klinik grundsätzlich alle Unterlagen, die der DRV diesbezüglich vorliegen und die für die Behandlung wichtig sein könnten?
Also den letzten Rehabericht, meine Beschwerde bzgl. dieser Rehaklink bzw. gegen den Entlassungsbericht, meinen LTA-Antrag inkl. meinem Widerspruchsschreiben sowie die ärztl. Befundberichte (wobei ich die Stellungnahme meiner neurologischen Fachärztin selbst gar nicht habe, sie wollte mir keine Kopie geben).

gruß
Tilda

von
Datenschützer

Wenn Sie nicht von Ihrem Recht gemäß $ 76 SGB X der Offenbarung bzw. Datenweitergabe zu widersprechen - was Sie jederzeit ohne Angabe von Gründen tun können - wird der Sozialleistungsträger alles der Klinik mitteilen.

Und bevor hier wieder die Typen mit den Drohungen auftauchen, wenn die Reha genehmigt worden ist, kann die Ausübung des Rechts nicht zu Nachteilen führen.

Und die Nutzung der Daten durch die Rehaklinik ist unzulässig.

von
User

Also Ihre Beschwerde über die Klinik o.ä. hat diese Klinik ja sowieso schon erhalten, als Sie diese Beschwerde eingereicht haben.

Und normalerweise werden die ärztlichen Unterlagen geschickt, also nicht Ihr LTA-Antrag oder sonstwas.
Und was an die Klinik geschickt wird, entscheidet bei einer medizinischen Reha grundsätzlich der Arzt. Wenn der der Meinung ist, dass die älteren Unterlagen benötigt werden, werden diese auch mit an die Klinik geschickt.

von
Tilda

>"Und was an die Klinik geschickt wird, entscheidet bei einer medizinischen Reha grundsätzlich der Arzt. Wenn der der Meinung ist, dass die älteren Unterlagen benötigt werden, werden diese auch mit an die Klinik geschickt."

Das heißt, dann kann ich also nicht wissen, welche Unterlagen die dort haben oder nicht. Sind die denn verpflichtet, mir darüber Auskunft zu geben? Und wenn sie sagen, das sei "intern", kann ich mich dann auf eine konkrete Bestimmung berufen, dass sie es mir sagen müssen? (würde ich wahrscheinlich nicht machen, dann ist ja gleich das Verhältnis zu den Ärzten dort gestört, möchte es nur wissen, um mich etwas sicherer zu fühlen).

von
Tilda

>"Also Ihre Beschwerde über die Klinik o.ä. hat diese Klinik ja sowieso schon erhalten, als Sie diese Beschwerde eingereicht haben."

Es ist natürlich nicht dieselbe Klinik! (die sollte man schließen!) und ich bin mir nicht so sicher, ob die DRV meinen Brief an die alte Klinik gesandt hat, mitgeteilt hat man mir jedenfalls nichts.

Experten-Antwort

Beschwerden sind ein gängiger und sinnvoller Weg um die Qualität der Arbeit zu verbessern.
Jeder Beschwerde wird nachgegangen. Dazu wird selbstverständlich auch die Stelle, über die sich beschwert würde, zu einer Stellungnahme aufgefordert.

von
User

Ach so, wenn es nicht dieselbe Klinik ist, wird die aktuelle Klinik natürlich nichts von der Beschwerde wissen, warum auch.

Ob die Klinik Ihnen Auskunft erteilen kann welche Unterlagen denen vorliegen weiß ich nicht, aber ich GLAUBE ja, weil es sind ja immerhin Unterlagen über Ihren Gesundheitszustand.

von
Datenschützer

Aber selbstverständlich sind die Verpflichtet Auskunft zu erteilen.

Hinsichtlich der DRV ist der § 25 SGB X einschlägig. Da können Sie jederzeit Akteneinsicht nehmen. Und wenn Ihne ärztliche Aussagen nicht passen, warum auch immer, können Sie Ihre Schweigepflichtentbindungserklärung jederzeit widerrufen und die Daten düprfen nicht mehr genutzt werden, also auch nicht versendet werden.

Das Beste ist, um jedwedem Streit aus dem Weg zu gehen, Reha-Entlassungs- und Arztberichte erst selbst zu lesen, bevor die in fremde Hände gelangen.

Also bei der Reha-Entlassung der Klinik und den Ärzten schriftlich gegen Empfangsbestätigung die Weiterleitung an die DRV und andere, z.B. den Hausarzt, untersagen und die Aushändigung an einen selbst verlangen.

Das schützt vor Überrschungen und Ärger in der Zukunft.

von
Tilda

>"Jeder Beschwerde wird nachgegangen. Dazu wird selbstverständlich auch die Stelle, über die sich beschwert würde, zu einer Stellungnahme aufgefordert."

Die Antwort, die ich von der DRV bekam "Ihr Schreiben haben wir zu Ihren Unterlagen genommen" klang allerdings doch ziemlich deutlich nach "haben wir abgeheftet"...
Wenn einer Beschwerde nachgegangen und diese an die Klinik gesendet wird, würde ich eine andere Formulierung erwarten.

Aber diese Sache wollte ich hier auch gar nicht ausführlich thematisieren, die Beschwerde tauchte ja nur nebenbei in der Aufzählung meiner Eingangsfrage auf, welche nun leider untergegangen ist. Es ging ja um folgende Hauptfrage: "Ist es standardisiert oder ist es fallspezifisch individuell, welche Unterlagen die DRV an die Rehaklinik weitergibt? ... Bekommt die jetzige Klinik grundsätzlich alle Unterlagen, die der DRV diesbezüglich vorliegen und die für die Behandlung wichtig sein könnten?"

Hat "User" Recht damit, dass das alleine der DRV-Arzt entscheidet und dass das von mir ausgefüllte G130 sowie meine Widerspruchsbegründung auf jeden Fall nicht mitgesandt werden?

Gibt es diesbezüglich keine Grundsätze, Richtlinien, Arbeitsanweisungen oder ähnliches? Dass beispielsweise ältere Sachen, die länger als soundsoviel Jahre zurückliegen, nicht mehr berücksichtigt werden oder dass psychologische Klinikaufenhalte anders gehandhabt werden als orthopädische?

Und wenn es der DRV-Arzt entschieden hat, kann dann der DRV-Sachbearbeiter mir telefonisch Auskunft darüber geben, welche Unterlagen genau an die neue Klinik übersandt wurden?

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie zu den Fragen noch einmal antworten können.

Gruß,
Tilda

Experten-Antwort

Die gesamte Gutachtenakte wird zur Reha-Klinik gesandt. Ältere (3 Jahr) Berichte nicht mehr.

Sie können sehr wohl Ihren Sachbearbeiter anrufen.

von
Datenschützer

Die Antwort des "experten" zeigt, daß es nie gut ist ungefiltert Daten aus Rehabilitationen, die sog. Reha-Entlassungsberichte ungefiltert und ungeprüft der Verwaltung zu überlassen.

Es ist im Prinzip fast unmöglich die Inhalte der Berichte, und mögen die noch so falsch sein, aus den Akten und den Köpfen der Verwaltung und der Behandler herauszukriegen.