Wer weiss Rat?

von
Ratsucher

Hallo!
Bin durch Zufall auf dieses Forum gestoßen und bräuchte auch mal dringend Rat zu meiner derzeitigen Situation, die mich total überfordert.
Hier ein kurzer Überblick:
Ich bin seit 2012 wegen Depression und Panikattacken in psychiatrischer Behandlung. Ich habe auch schon eine Kur, aus der ich krank entlassen wurde sowie eine Psychotherapie hinter mir. Vor einem Monat wurde ich nun von der Krankenkasse ausgesteuert und mußte mich beim Arbeitsamt arbeitslos melden. Dort hieß es, dass man mich ca. 6 Monate in Ruhe lassen würde (Nahtlosigkeitsregelung), aber ein Gutachten erstellt werden soll.
In der Zwischenzeit wurde mein Rentenantrag auf EU-Rente von der RV abgelehnt. Der Gutachter der RV ist zwar der Meinung, das ich meine berufliche Tätigkeit (Lohn-u. Finanzbuchhaltung) nicht mehr unter 3 Stunden ausüben kann aber auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt durchaus noch leichte Tätigkeiten unter Vermeidung hoher Belastungen im Bereich Merkfähigkeit, Konzentrationsfähigkeit sowie Flexibilität bis zu 6 Stunden ausüben könne. Zu der Ablehnung habe ich nun über den Sozialverband Widerspruch eingelegt. Das Verfahren läuft noch.
Der Gutachter (? Med. Dienst) vom Arbeitsamt hat nun ein Gutachten nach Aktenlage erstellt und befunden, dass ich sogar ganztägig wieder arbeiten könne und somit dem Arbeitsmarkt ganztägig zur Verfügung stehe. Daraufhin habe ich nun vom Arbeitsamt eine Einladung zu einem Gespräch über meine berufliche Situation erhalten, welches nächste Woche stattfinden soll.
Nachdem die RV die EU-Rente abgelehnt hat, habe ich jetzt wiederum ein Schreiben verhalten mit einem Antragsformular G130 wegen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (Berufliche Rehabilitation). Da geht es wohl darum für mich einen sog. leidensgerechten Arbeitsplatz zu finden. Nebenbei gesagt, ich bin 61 Jahre alt und habe bereits 45 Versicherungsjahre voll. Mein Arbeitsverhältnis wurde mir im Rahmen eines Konkursverfahren letztes Jahr gekündigt, die Firma aufgelöst.
Da ich gesundheitlich noch immer nicht wieder hergestellt bin, außerdem seit 2000 ständig in ärztlicher Behandlung wegen Bandscheibenproblemen bin und seit März nun der Rheumatologe noch eine Spondylarthritis an beiden Händen diagnostiziert hat, hat mein Psychiater geraten einen weiteren bzw. erneuten Kurantrag zu stellen.
Ich bin mit der ganzen Situation total überfordert und mit den Nerven fix und fertig. Daher hier einige Fragen, vielleicht hat ja jemand einen Rat für mich.
- Ist es ratsam einen neuen Kurantrag zu stellen, da ich doch ein Widerspruchsverfahren gegen den RV-Träger habe?
- Bin ich verpflichtet, den zugeschickten Antrag G130 von der RV auszufüllen, wenn ich das nicht möchte.
- Wie verhält sich die Situation mit dem Arbeitsamt. Habe ich nicht so lange Schutz bis
der RV-Träger nun über das Widerspruchsverfahren geurteilt hat?

von
Ella

Schutz wovor?
Ich denke, dass das Gutachten vom Arbeitsamt so ausgefallen ist, damit auch das volle Arbeitslosengeld gezahlt werden kann.
Sonst wird man ja gleich "abgeschoben", um EM-Rente zu beantragen.
Das Ganze läuft ja schon und ich vermute, dass es letztendlich auf eine Rente hinauslaufen wird.
Einfach am Ball bleiben und alles tun, was verlangt wird.
Auch Antrag auf auf berufliche Wiedereingliederung ausfüllen, wenn es denn so gewollt war.
Die DRV wird dann schon das richtige veranlassen.

von
KSC

Ob ein neuer Rehaantrag auf med. Leistungen Sinn macht, ist eine rein medizinische Frage, die Sie mit Ihren Ärzten / therapeuten besprechen sollten - wer im Forum soll das beurteilen können?

Beim G130 kommt in Ihrem Alter wohl allenfalls heraus, dass man Ihnen einen Einarbeitungszuschuß für einen neuen Arbeitgeber in Aussicht stellt. ob der Ihnen allerdings in Hinblick auf Ihr Alter etwas nützt, glaube ich persönlich nicht, Schaden kann es allerdings auch nichts.

Wie das Arbeitsamt reagiert erfragen Sie bitte dort.

von
Alma

61 J. alt, 45 Beitragsjahre, fürchterlich wie Menschen behandelt werden. In Pension zu kommen geht bei vielen die ich kenne sehr schnell, schon ab 50 J.

von
GroKo

Ich weiss kein Rat

von
GroKo

Zitiert von: GroKo

Ich weiss kein Rat
Hallo Plagiator.
Hast Du ein Moped?

Experten-Antwort

Das Angebot der Deutschen Rentenversicherung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben aus einem Rentenverfahren oder einer medizinischen Rehabilitation heraus ist auch immer so zu verstehen: als Angebot. Wenn Sie dieses Angebot nicht annehmen möchten, erwächst Ihnen daraus insofern kein Nachteil. Ein neuer Antrag auf eine medizinische Rehabilitation kann sinnvoll sein - das ist vom Einzelfall abhängig. Wenn ein Widerspruchsverfahren nach abgelehnten Rentenantrag läuft, sollten Sie sich aber sicher sein, was Sie als vorrangig einschätzen: das Wiedererlangen der Arbeitsfähigkeit durch eine medizinische Rehabilitation oder das Begehren einer Erwerbsminderungsrente. Bezüglich Ihren Ausführungen die Arbeitsagentur betreffend, empfiehlt sich, das Gespräch dort abzuwarten bzw. dort dann Ihre Fragen zu stellen.

von
Martin

Mir fällt spontan ein, dass für Sie ggf. die Altersrente wegen Berufsunfähigkeit in Frage kommen könnte.

Lassen Sie sich doch einfach mal von einer Auskunfts- und Beratungsstelle in Ihrer Nähe beraten. Der wird mit Ihnen sicherlich eine zufriedenstellende Lösung finden.

von
SB

Hallo Ratsuchender,

es ist eine echt anstrengende Situation in der Sie sich da befinden. Ich glaube, ein Gespräch mit Ihrem Rehafachberater in Hinblick auf Umschulungsmöglichkeiten wäre sinnvoll. Einfach um mögliche Alternativen abzuklären. Vermutlich wird es aber m.E. auf einen Rentenantrag hinauslaufen. Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Kraft.

@Martin,

eine Altersrente wegen Berufsunfähigkeit gibt es für den Ratsuchenden nicht mehr, da er (vermutlich) Jahrgang 1952/1953 ist.

(§236a Abs. 3 SGB VI)

Ich glaube, Sie meinten die teilweise Erwerbsminderung wegen Berufsunfähigkeit?

(§240 SGB VI)
MfG
SB

von
nordtom

Ist wirklich ein tolles Gefühl,wenn man mit 100 ???? im Kopf durch's Leben geht !!
Mich würde bei dem Thema noch interessieren , was die Agentur f. Arbeit sagt ,wenn man eine Teilhabe am Arbeitsleben wegen andauernder AU nicht beantragen würde.