Werksarzt sagt nein, was jetzt ?

von
1962GDB100

Guten Tag,
ich bin Jahrgang 1962.
Aufgrund meiner 100%igen Schwerbehinderung wurde ich arbeitsunfähig und wurde von der Krankenkasse in Reha geschickt.
Dort wurde ich arbeitsunfähig entlassen und habe sodann einen Rentenantrag gestellt, den die DRV ablehnte.
Nun wollte mich die Krankenkasse wieder nach Hamburger Modell eingliedern und der Werksarzt verweigert die Unterstützung.
Er meint, ich sei im Betrieb nicht tragbar, weil ich seiner Meinung nach ein klarer Rentenfall sei.

So, was mache ich jetzt ?
Irgendwas stimmt doch inzwischen in diesem ganzen System nicht mehr !!!!!!!

1962GDB100

von Experte/in Experten-Antwort

Ich rate Ihnen dazu, sich erneut mit Ihrer Krankenkasse in Verbindung zu setzen, da der Werksarzt die Unterstützung in Bezug auf die von der Krankenkasse angedachten Maßnahme verweigert.

Da dies ein Forum für die gesetzliche Rentenversicherung ist und Ihr Antrag auf Gewährung einer Erwerbsminderungsrente leider abgelhnt wurde kann ich an dieser Stelle leider nur den o.g. Rat geben, da insofern die Rentenversicherung "außen vor" ist.

von
Skatrentner

Sie können doch einen Widerspruch gegen die Ablehnung der Rente einlegen oder haben Sie dieses bereits gemacht ?

von
1962GDB100

Ich habe keinen Widerspruch eingelegt.
Daß ich die Rente beantragen soll, das wurde von der Krankenkasse angeregt.
Mit der Wiedereingliederung bin ich einverstanden.
Aber der Betrieb will mich anscheinend nicht mehr und die schieben den Werksarzt vor.
Der sagt halt, er kann dafür nicht den Kopf hinhalten und wenn was ist, werden alle ihn zur Verantwortung ziehen.

Es kann doch nicht sein, daß im Sozialsystem inzwischen alle gegeneinander arbeiten ? Versuchen die Verantwortung und die Kosten immer auf Andere abzuschieben ?

WIR SCHWERBEHINDERE GEHEN DARAN ZUGRUNDE !!!

1962GDB100

von
1962GDB100

Ich habe keinen Widerspruch eingelegt.
Daß ich die Rente beantragen soll, das wurde von der Krankenkasse angeregt.
Mit der Wiedereingliederung bin ich einverstanden.
Aber der Betrieb will mich anscheinend nicht mehr und die schieben den Werksarzt vor.
Der sagt halt, er kann dafür nicht den Kopf hinhalten und wenn was ist, werden alle ihn zur Verantwortung ziehen.

Es kann doch nicht sein, daß im Sozialsystem inzwischen alle gegeneinander arbeiten ? Versuchen die Verantwortung und die Kosten immer auf Andere abzuschieben ?

WIR SCHWERBEHINDERTE GEHEN DARAN ZUGRUNDE !!!

1962GDB100

von
???

Die Sozialsysteme sind sich ja anscheinend einig. Die DRV sagt keine Rente, die KK stufenweise Wiedereingliederung. Wo ist da der Widerspruch? Und Sie wären ja anscheinend auch mit dieser Regelung einverstanden. Nur spielt der Werksarzt/Arbeitgeber nicht mit. Sie haben also kein Problem mit den Sozialsystemen, sondern mit Ihrem Arbeitgeber! Welche Möglichkeit Sie dem gegenüber haben, kann ich Ihnen oder die Experten hier nicht sagen. Andere User vielleicht schon. Grundsätzlich geht es bei Ihnen um Arbeitsrecht.
Wenn Sie sich aber an die Sozialsysteme halten wollen, können Sie einen Antrag auf Leistungen zur Teiulhabe am Arbeitsleben stellen. Ich könnte mir vorstellen, dass das Ihnen weiterhilft.

von
1962GDB100

Aus der Reha wurde ich arbeitsunfähig entlassen.
Die DRV sag ich kann arbeiten.
Wo sind sich denn da sie Sozialsysteme einig ?
Eigentlich logisch, daß der Werksarzt nicht am Ende der Dumme sein will.
Die Kasse will mich halt so schnell wie möglich von ihrer Kostenrechnung haben.
Lange gehts eh nicht mehr und dann lande ich bei der Arge, dem nächsten Kostenträger der mich dann auch los haben will und zur DRV schicken wird.
Was ist das nur für ein Irrenhaufen geworden daieses Sozialsystem ?

Am Ende bleibe ich als Schwerbehinderter auf der Strecke, das sehe ich schon kommen !

1962GDB100

von
-_-

Zitiert von: 1962GDB100

Aus der Reha wurde ich arbeitsunfähig entlassen.

Die DRV sag ich kann arbeiten.

Wo sind sich denn da sie Sozialsysteme einig?

Eigentlich logisch, daß der Werksarzt nicht am Ende der Dumme sein will.


Offensichtlich ist Ihnen der Unterschied zwischen Erwerbsminderung und Arbeitsunfähigkeit gar nicht bekannt. Die Arbeitsunfähigkeit betrifft nur Ihr persönliches Beschäftigungsverhältnis, während die Erwerbsminderung sich auf den gesamten Arbeitsmarkt bezieht.

Insofern ist die Beurteilung des Werksarztes in Übereinstimmung mit der Rehaklinik erfolgt. Daraus kann aber nicht geschlossen werden, dass Erwerbsminderung im Sinne der gesetzlichen Rentenversicherung vorliegt.

Nach meiner Kenntnis besteht keine Verpflichtung des Arbeitgebers, der Wiedereingliederung zuzustimmen. Daher muss die Krankenkasse Ihre andauernde Arbeitsunfähigkeit akzeptieren. Wenden Sie sich ggf. an die Agentur für Arbeit, die Ihnen einen leidensgerechten Arbeitsplatz vermitteln soll.

Arbeitsunfähigkeit ist jedenfalls kein Leistungsfall der gesetzlichen Rentenversicherung. Das Sie selbst ja auch arbeiten wollen bestätigt insofern nur den Bescheid der Deutschen Rentenversicherung, dass Erwerbsminderung nicht vorliegt.

von Experte/in Experten-Antwort

Ich pflichte dem Beitrag von "-_-" bei. Der Arbeitgeber ist nicht verplichtet, der Wiedereingliederung zuzustimmen.

Wenn Sie jedoch weiterhin an einer Wiedereingliederung interessiert sind, wären vermutlich weitere Gespräche mit dem Arbeitgeber und der Krankenkasse erforderlich.

Unter Bezugnahme auf Ihren gestrigen Eintrag (21.34 Uhr) ist anzumerken, dass eine Erwerbsminderung nach dem SGB VI und die Arbeitsunfähigkeit (AU) nach dem SGB V unterschiedliche Voraussetzungen haben und nicht gleichgesetzt werden können.

Um es kurz zu sagen: Auch wenn die AU sich über mehrere Monate erstreckt, ist sie ihrem Charakter nach ein vorübergehender Zustand, während sie bei einer Erwerbsminderung über einen länger als die AU dauernden Zeitraum nicht in der Lage sind, einer Erwerbstätigkeit bzw. Beschäftigung nachzugehen.

von
1962GDB100

Ja der Wiedereingliederung im Büro auf meinen alten Arbeitsplatz stimme ich zu.
Auch wenn ich die Arbeit da nur noch eingeschränkt machen kann.
Und genau da will mich mein Arbeitgeber und der Betriebsarzt nicht mehr haben !
Weil da ein gesundes produktiveres Wesen inzwischen eingeplant ist.
Soll ich jetzt als 100% schwerbehinderter etwa in die Produktion und mit meinem Gebiß Löcher stanzen ?
Hat man sich vorgenommen Schwerbehinderte in Deutschland restlos fertig zu machen ?

Ich frage mich wirklich ob das alles hier noch normal ist ?
Langsam fange ich an mich an zu schämen ein Schwerbehinderter in Deutschland zu sein !

1962GDB100

von Experte/in Experten-Antwort

Sofern Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber auf keine gemeinsame Lösung verständigen können, rate ich Ihnen zusätzlich zu einem Gespräch mit dem für Sie zuständigen Integrationsamt, damit dort die Möglichkeiten, die diese Behörde nach dem SGB IX in Bezug auf Ihr derzeitiges Arbeitsverhältnis hat, geprüft und mit Ihnen besprochen werden können.

von
Schwerbehindert1961

Hallo !
Mir erging es ähnlich.
Ich habe studiret, bin schwerbehindert geworden und arbeite heute für 800 Euro im Monat auf einer Hilfsstelle.
So steht es nunmal im Gesetz:
"Jedem Schwerbehinderten, der nach 1961 geboren ist, ist jede legale Drecksarbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zumutbar."

Haben sie sich damals gegen die Agenda 2010 gewehrt ?
Ich auch nicht, keiner von uns im Schwerbehindertenverein realisierte was da auf uns nach 1961 geborene zukommt.
Deshalb heißt es auch in der deutschen Rechtsprechung:
"Nichtwissen schützt vor Strafe nicht !"
Genau so funktioniert nämlich das ganze System.

Schwerbehindert1961

von
egal

Zitiert von: Schwerbehindert1961

.
So steht es nunmal im Gesetz:
"Jedem Schwerbehinderten, der nach 1961 geboren ist, ist jede legale Drecksarbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zumutbar."


Welchen § in welchem Gesetz haben Sie denn da zitiert?