Werkstudent + Nachhilfelehrer

von
J

Guten Tag,

neben meinem Studium (ich bin 20 Jahre) arbeite ich als Werkstudent in einem Unternehmen, dabei verdiene ich 400 Euro.
Dafür arbeite ich pro Woche 10 Stunden.

Zusätzlich bin ich derzeit Nachhilfelehrer (freier Mitarbeiter) in zwei verschiedenen Nachhilfeagenturen. Hier verdiene ich jeweils ca. 110 Euro und arbeite jeweils 3 Stunden pro Woche. Die Einkünfte aus der Nachhilfe schwanken aber desöfteren.

Summe der Einkünfte: 400 + 110 + 110 = 620 Euro
Summe der Arbeitszeiten: 10 + 3 + 3 = 16 Stunden

Nun meine Frage: Wie steht es um die Rentenversicherungspflicht? Wie hoch wäre der Beitrag? Muss ich meine Einkünfte am Jahresende offen legen und dann die Beiträge nachzahlen oder wie funktioniert das?

VIelen Dank schonmal!

Grüße
J

von
-_-

:P

Zitiert von: J

Neben meinem Studium (ich bin 20 Jahre) arbeite ich als Werkstudent in einem Unternehmen, dabei verdiene ich 400 Euro.
Dafür arbeite ich pro Woche 10 Stunden.

Zusätzlich bin ich derzeit Nachhilfelehrer (freier Mitarbeiter) in zwei verschiedenen Nachhilfeagenturen. Hier verdiene ich jeweils ca. 110 Euro und arbeite jeweils 3 Stunden pro Woche. Die Einkünfte aus der Nachhilfe schwanken aber des öfteren.

Nun meine Frage: Wie steht es um die Rentenversicherungspflicht?


Vorab: Die Stundenzahl spielt keine Rolle.

Mit einem Arbeitsentgelt bis 400,- EUR (Minijob) sind Sie versicherungsfrei.
http://bundesrecht.juris.de/sgb_4/__8.html
http://bundesrecht.juris.de/sgb_4/__14.html

Die Beiträge zahlt der Arbeitgeber. Sie können aber "aufstocken".
http://www.minijob-zentrale.de/nn_10182/DE/1__AN/2__aufstockungRente/navNode.html

Das Entgelt ist nicht mit dem Arbeitseinkommen zusammen zu rechnen, da es sich um zwei verschiedene Einkommensarten handelt. Arbeitseinkommen ist der nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommensteuerrechts ermittelte Gewinn aus einer selbständigen Tätigkeit. Einkommen ist als Arbeitseinkommen zu werten, wenn es als solches nach dem Einkommensteuerrecht zu bewerten ist.
http://bundesrecht.juris.de/sgb_4/__15.html

Als monatlicher Verdienst wird das Arbeitseinkommen eines Kalenderjahres, geteilt durch 12, zu Grunde gelegt, wenn die selbständige Tätigkeit während des gesamten Kalenderjahres ausgeübt wurde. Das Arbeitseinkommen wird grundsätzlich durch den Einkommensteuerbescheid nachgewiesen. Da dieser für den Beurteilungszeitraum oftmals noch nicht vorliegt, kann das maßgebende Einkommen dann zunächst nur geschätzt werden.
http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB4_15R0

Beträgt der so ermittelte Gewinn aus einer selbständigen Tätigkeit bis 400,- EUR, besteht keine Versicherungspflicht. § 8 Abs. 3 SGB 4 gilt.
http://bundesrecht.juris.de/sgb_4/__8.html

Jeder Selbständige, der nach § 2 Satz 1 Nr. 1 bis 3 und 9 SGB 6 der Versicherungspflicht unterliegt, ist verpflichtet, die Aufnahme der selbständigen Tätigkeit innerhalb von drei Monaten dem zuständigen Rentenversicherungsträger zu melden.

§ 190a SGB 6 erfasst u. a. folgende Selbständige, die kraft Gesetzes versicherungspflichtig sind:
Lehrer und Erzieher, die im Zusammenhang mit ihrer selbständigen Tätigkeit keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen (z. B. selbständige Ski-, Tennis-, Golf-, Reit-, Schwimm-, Fahrlehrer, ferner Lehrbeauftragte/Dozenten an Universitäten, Hoch- und Fachhochschulen, Fachschulen, Volkshochschulen und an sonstigen - auch privaten - Bildungseinrichtungen, sofern sie nicht in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis stehen).

Nach § 190a Abs. 1 Satz 2 SGB 6 sind die Vordrucke des Rentenversicherungsträgers zu verwenden.
Zur Feststellung der Rentenversicherungspflicht für Selbständige stehen die Vordrucke
- V 023 Fragebogen zur Feststellung der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung für Selbständige,
- V 024 Erläuterungen zum Fragebogen zur Feststellung der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung für Selbständige
zur Verfügung.
http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_190AR0

Zitiert von: J

Wie hoch wäre der Beitrag?

Der Rentenversicherungsbeitrag beträgt 19,9% für versicherungspflichtige Selbständige.

Für die Aufstockung des Minijobs zahlen Arbeitnehmer jedoch nur 4,9% bei einer Mindestbeitragsbemessungsgrundlage von 155,- EUR. Der Arbeitgeber zahlt für Minijobs 15% Rentenversicherungsbeitrag vom Bruttoentgelt (5 Prozent bei Minijobs in Privathaushalten, Aufstockung 14,9% Eigenbeitrag).

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass der zu zahlende Beitrag im Falle der Rentenaufstockung mindestens von 155 Euro zu berechnen ist. Demnach sind mindestens 30,85 Euro an Beiträgen zu zahlen (19,9 Prozent von 155 Euro = 30,85 Euro). Dies bedeutet: Liegt das Entgelt des Beschäftigten unter 155 Euro, hat der Arbeitgeber vom tatsächlich gezahlten Entgelt Beiträge in Höhe von 15 Prozent (5 Prozent bei Minijobs in Privathaushalten) zu entrichten; der Versicherte trägt den Restbetrag bis zu dem (aus dem Mindestentgelt errechneten) Mindestbeitrag in Höhe von 30,85 Euro.
http://www.minijob-zentrale.de/DE/Service/DownloadCenter/1__Brosch_C3_BCren__und__Info-Bl_C3_A4tter/PDF-10__Schaubild__AufstockungRV,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/PDF-10_Schaubild_AufstockungRV.pdf

von
-

Zitiert von: -_-

:P
Zitiert von: J

Neben meinem Studium (ich bin 20 Jahre) arbeite ich als Werkstudent in einem Unternehmen, dabei verdiene ich 400 Euro.
Dafür arbeite ich pro Woche 10 Stunden.

Zusätzlich bin ich derzeit Nachhilfelehrer (freier Mitarbeiter) in zwei verschiedenen Nachhilfeagenturen. Hier verdiene ich jeweils ca. 110 Euro und arbeite jeweils 3 Stunden pro Woche. Die Einkünfte aus der Nachhilfe schwanken aber des öfteren.

Nun meine Frage: Wie steht es um die Rentenversicherungspflicht?


Vorab: Die Stundenzahl spielt keine Rolle.

Mit einem Arbeitsentgelt bis 400,- EUR (Minijob) sind Sie versicherungsfrei.
http://bundesrecht.juris.de/sgb_4/__8.html
http://bundesrecht.juris.de/sgb_4/__14.html

Die Beiträge zahlt der Arbeitgeber. Sie können aber "aufstocken".
http://www.minijob-zentrale.de/nn_10182/DE/1__AN/2__aufstockungRente/navNode.html

Das Entgelt ist nicht mit dem Arbeitseinkommen zusammen zu rechnen, da es sich um zwei verschiedene Einkommensarten handelt. Arbeitseinkommen ist der nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommensteuerrechts ermittelte Gewinn aus einer selbständigen Tätigkeit. Einkommen ist als Arbeitseinkommen zu werten, wenn es als solches nach dem Einkommensteuerrecht zu bewerten ist.
http://bundesrecht.juris.de/sgb_4/__15.html

Als monatlicher Verdienst wird das Arbeitseinkommen eines Kalenderjahres, geteilt durch 12, zu Grunde gelegt, wenn die selbständige Tätigkeit während des gesamten Kalenderjahres ausgeübt wurde. Das Arbeitseinkommen wird grundsätzlich durch den Einkommensteuerbescheid nachgewiesen. Da dieser für den Beurteilungszeitraum oftmals noch nicht vorliegt, kann das maßgebende Einkommen dann zunächst nur geschätzt werden.
http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB4_15R0

Beträgt der so ermittelte Gewinn aus einer selbständigen Tätigkeit bis 400,- EUR, besteht keine Versicherungspflicht. § 8 Abs. 3 SGB 4 gilt.
http://bundesrecht.juris.de/sgb_4/__8.html

Jeder Selbständige, der nach § 2 Satz 1 Nr. 1 bis 3 und 9 SGB 6 der Versicherungspflicht unterliegt, ist verpflichtet, die Aufnahme der selbständigen Tätigkeit innerhalb von drei Monaten dem zuständigen Rentenversicherungsträger zu melden.

§ 190a SGB 6 erfasst u. a. folgende Selbständige, die kraft Gesetzes versicherungspflichtig sind:
Lehrer und Erzieher, die im Zusammenhang mit ihrer selbständigen Tätigkeit keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen (z. B. selbständige Ski-, Tennis-, Golf-, Reit-, Schwimm-, Fahrlehrer, ferner Lehrbeauftragte/Dozenten an Universitäten, Hoch- und Fachhochschulen, Fachschulen, Volkshochschulen und an sonstigen - auch privaten - Bildungseinrichtungen, sofern sie nicht in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis stehen).

Nach § 190a Abs. 1 Satz 2 SGB 6 sind die Vordrucke des Rentenversicherungsträgers zu verwenden.
Zur Feststellung der Rentenversicherungspflicht für Selbständige stehen die Vordrucke
- V 023 Fragebogen zur Feststellung der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung für Selbständige,
- V 024 Erläuterungen zum Fragebogen zur Feststellung der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung für Selbständige
zur Verfügung.
http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_190AR0

Zitiert von: J

Wie hoch wäre der Beitrag?

Der Rentenversicherungsbeitrag beträgt 19,9% für versicherungspflichtige Selbständige.

Für die Aufstockung des Minijobs zahlen Arbeitnehmer jedoch nur 4,9% bei einer Mindestbeitragsbemessungsgrundlage von 155,- EUR. Der Arbeitgeber zahlt für Minijobs 15% Rentenversicherungsbeitrag vom Bruttoentgelt (5 Prozent bei Minijobs in Privathaushalten, Aufstockung 14,9% Eigenbeitrag).

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass der zu zahlende Beitrag im Falle der Rentenaufstockung mindestens von 155 Euro zu berechnen ist. Demnach sind mindestens 30,85 Euro an Beiträgen zu zahlen (19,9 Prozent von 155 Euro = 30,85 Euro). Dies bedeutet: Liegt das Entgelt des Beschäftigten unter 155 Euro, hat der Arbeitgeber vom tatsächlich gezahlten Entgelt Beiträge in Höhe von 15 Prozent (5 Prozent bei Minijobs in Privathaushalten) zu entrichten; der Versicherte trägt den Restbetrag bis zu dem (aus dem Mindestentgelt errechneten) Mindestbeitrag in Höhe von 30,85 Euro.
http://www.minijob-zentrale.de/DE/Service/DownloadCenter/1__Brosch_C3_BCren__und__Info-Bl_C3_A4tter/PDF-10__Schaubild__AufstockungRV,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/PDF-10_Schaubild_AufstockungRV.pdf

Zutreffende Antwort - Klasse -_- !!!