Widerspruch EM Rente abgelehnt

von
Angelika B

Meine Freundin rief mich vorhin an. Sie war recht aufgelöst. Ihr Widerspruch ist abgelehnt worden. Und die Anwältin hat ihr um die 100 Seiten von Gutachten geschickt. Darin sind alle Gutachten der letzten drei Jahre.

Sie fragt, was heisst das, wenn da z.B. steht sie hätte nur 30 Punkte haben dürfen, sie hat aber 48. Welche Punkte wovon?

Sie fragt, was für einen Sinn die Klage macht, ob es da auch eine Statistik gäbe, wieviele Klagen dann letztlich auch wieder verloren würde.

Sie fragt, ob sie für den Anwalt für die Klage auch Prozesskostenhilfe bekommt.

Sie war doch sehr durcheinander und diese drei Fragen haben sie sehr beschäftigt.

Ich würde mich sehr freuen, wenn man mir hier ihre Fragen beantworten könnte. Ich selbst kann das nicht.

Mit freundlichen Grüssen an das Forum

von
Opa J.

Vielleicht ihre Punkte in Flensburg oder die Punkte auf einem Marienkäfer? Wer soll hier ohne weitere Einzelheiten zu kennen etwas zu der Bedeutung von Punkten sagen können?

Die Erfolgsaussichten einer Klage kann man nicht an einer Statistik festmachen, sondern ist individuell bei jedem Fall anders. Über den Sinn einer Klage wird doch wohl die Anwältin Auskunft geben können.

Ob sie Prozesskostenhilfe bekommt, dies hängt von der wirtschaftlichen Situation und den Erfolgsaussichten der Klage ab. Auch hier kann ohne nähere Kenntnisse des Sachverhalts keine Auskunft im Forum erfolgen.

von
Opa Jo

Zitiert von: Angelika B

Sie fragt, ob sie für den Anwalt für die Klage auch Prozesskostenhilfe bekommt.

Bei einer Klage wäre eine Mitgliedschaft in einem Sozialverband wie dem VdK oder dem SoVD empfehlenswert.
Im Rahmen der Mitgliedschaft wird man durch deren Anwälte vertreten.
Alternativ auch PKH,aber damit ist es Glückssache einen Anwalt zu finden,der sich wirklich bemüht.

von
-_-

:P Die Anwältin Ihrer Freundin wird doch wohl für das viele Geld, das sie kassieren wird, eine adäquate Beratung über den weiteren Verfahrensfortgang und die Kosten leisten können.

Das Verfahren vor den Gerichten der Sozialgerichtsbarkeit ist für Versicherte, Leistungsempfänger einschließlich Hinterbliebenenleistungsempfänger, behinderte Menschen oder deren Sonderrechtsnachfolger nach § 56 des Ersten Buches Sozialgesetzbuch kostenfrei, soweit sie in dieser jeweiligen Eigenschaft als Kläger oder Beklagte beteiligt sind.

Es gilt der Amtsermittlungsgrundsatz. Ob jemand dennoch einen Rechtsanwalt oder Rentenberater beauftragt, der ggf. erhebliche Kosten verursacht, liegt im eigenen Ermessen. Das Gericht hat im Urteil zu entscheiden, ob und in welchem Umfang die Beteiligten einander Kosten zu erstatten haben. Kosten sind die zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung notwendigen Aufwendungen der Beteiligten.

Die Vorschriften der Zivilprozeßordnung über die Prozeßkostenhilfe gelten entsprechend. Auch darüber sollte die Anwältin Auskunft erteilen können. Die Entscheidung über den Antrag auf Prozeßkostenhilfe trifft das Gericht.
http://bundesrecht.juris.de/sgg/__73a.html

Eine fachlich und kostenmäßig günstige Alternative bieten die Sozialverbände (www.vdk.de , http://www.sozialverband.de) und Gewerkschaften.

von
Klemens

Also ihre Freundin sollte diese Fragen der Anwältin stellen.

Die wrd die beantworten können.

Wenn nicht, würde ich mir doch Gedanken über die Qualität dieser Anwältin machen und mir für den anstehenden Sozialgerichtsprozess einen anderen , kompetenteren Anwalt suchen...

von
???

"Und die Anwältin hat ihr um die 100 Seiten von Gutachten geschickt. Darin sind alle Gutachten der letzten drei Jahre.

Sie fragt, was heisst das, wenn da z.B. steht sie hätte nur 30 Punkte haben dürfen, sie hat aber 48. Welche Punkte wovon?"

Diese Frage wird wohl am besten der behandelnde Arzt beantworten können. Wenn Ihre Freundin die Gutachten mit ihm bespricht, kann sie ihn dann auch gleich fragen, wie er die Chancen bei einer Klage sieht.

von
Angelika B

Danke für die Antworten. Meine Freundin will die Anwältin wechseln und ist ziemlich am Boden. Die Gutachten erstmal mit dem Arzt besprechen, das werde ich ihr dann empfehlen. VDK bin ich auch, ist eine gute Sache. PKH wird sie wohl bekommen.

von
Klemens

Das mit dem Anwaltswechsel ist sicher überlegenswert, zumal die bisherige Anwälte ja - wie es scheint - , bisher absolut erfolglos agiert hat.

Ohne aber den konkreten Einzelfall ihrer Freundin zu kennen, kann man natürlich nicht sagen, ob die Anwältin wirklich eine " Pfeiffe " ist oder ob wirklich nicht mehr drin war. Es gibt ja nun auch die Möglichkeit , das ihre Freundin wirklich nicht Erwerbsgemindert ist und dann kann kein Anwalt dieser Welt etwas ausrichten ...

Zumindest die Beratung bei einem anderen Anwalt - also eine Zweitmeinung einzuholen -, inwieweit eine Klage überhaupt sinnvoll und aussichtsreich erscheint, wäre deshalb jetzt angezeigt.

Problematisch ist bei einem kompletten Anwaltswechsel und vor allem jetzt noch - quasi mitten im Galopp die Pferde zu wechseln - das bereits Tatsachen und Fakten geschaffen wurden und event. auch Verfahrensfehler begangen wurden, die von dem neuen Anwalt nicht mehr ausgebügelt bzw. aus der Welt geschafft werden können.

Darum übernimmt kein ( guter ) Anwalt dieser Welt gerne ein Verfahren mitten drin, um dann erstmal die Fehler oder Versäumnisse seines Vorgängers und/oder des Antragstellers auszubügeln bzw. dann festzustellen , das nichts mehr zu machen ist weil einfach zu viele Fehler vorher im Verfahren begangen wurden.

Aber gut, das Kind ist jetzt ja schon in den Brunnen gefallen , sodass es müßig ist sich jetzt darüber noch groß aufzuregen.

Grundsätzlich ist man aber auf hoher See und vor Gericht in Gottes Hand wie es so schön heißt, sodass der Ausgang eines Sozialgerichtsverfahren immer relativ offen ist. Wer nicht klagt, wird also nicht wissen was dabei heraus gekommen wäre.

Ihr Freundin sollte sich aber jetzt wenn ein Anwaltswechsel bevorsteht , einen wirklich ausgewiesenen Experten auf diesem Gebiet suchen und keinen Wald - und Wiesenanwalt.

Wenn allerdings jetzt keine oder relativ geringe finanzielle Mitteln für den Anwalt zur Verfügung stehen wird dies natürlich schwer. Gute Anwäte kosten auch richtig gutes Geld.

von
Angelika B

Ich habe mich jetzt mal als Laie durch diese Gutachten gelesen.

Die körperlichen Symptome sind da, werden aber in ihrer Stärke und Intensität nicht durch MRT und Untersuchungen erklärbar. Diagnose .... hypochondrische Persönlichkeitsstörung, aber keine Simulation oder Aggravitation.

Empfehlung.... Schmerztherapie und Psychotherapie.

Warum aber wird dann abgelehnt? Das alles kann man mal eben nicht so ambulant. Dann würde sich doch eine befristete Rente eignen. Und von Reha ist überhaupt keine Rede.

Im übrigen ist das schon die Klage. Und die Anwältin ist spezialisiert auf Soziales.

Werde ich mich mal weiter schlau machen.

Danke ans Forum!

Angelika

von
Klemens

Tja, alles was nicht auf Röntgenbildern klar sichtbar , im Blut messbar oder sonstwie klar und eindeutig " darstellbar " ist, wird leider von den Ärzten/Gutachtern sehr oft nicht oder nicht sehr hoch bewertet.

Mit " nur " einer hypochotrischen Persönlichkeitsstörung wird es allerdings auch sehr schwer eine EM-Rente zu erhalten, das muss man schon klar sagen. Hypochontrie wurde früher gar nicht als Krankheit anerkannt. Heute ist das anders und das ist auch gut so.

Das " Hereinsteigern " in Schmerzen und/oder Krankheiten kann so stark werden, das das ganze Leben - auch das Arbeitsleben - darunter leidet.

Eine Hypochondrie geht oft mit anderen psychischen Störungen einher, vor allem mit Angststörungen und Depressionen. Ihre Freundin sollte deshalb unbedingt bei einem Psychiater vorstellig werden um sich dahingehend einmal untersuchen zu lassen - was bei einer ensprechenden Diagnosestellung für die Bewilligung einer EM-Rente sehr hilfreich wäre !

http://www.panikattacken.at/hypochondrie/hypocho.htm

Aber grundsätzlich kann man doch eine Psychotherapie und eine Schmerztherapie ambulant machen . Ich kenne einige Leute die neben der normalen Arbeit ( vorher, zwischendurch oder nach der Arbeit ) eine Psychotherapie machen.

Dazu muss man ja nicht zwingend und unbedingt berentet sein.

Alles Gute.

von
Helmut Lange

Hallo ,
erstmal ist sie im Wiederspruch der Abgelehnt wurde,und es ist noch gar nichts Schlimmes passiert!!Das einzige was Schlecht war, ist diese Anwältin!! so eine hatte ich auch Leider sie hat nur Kassiert und nichts dafür getan!!diese Super Anwältin kommt von hinter Köln her!!!
Also das Ganze kommt jetzt erst vors Sozialgericht !!
Es steht also nichts im wege einen Guten Anwalt zu Nehmen oder den VDK dies machen zu Lassen.

MfG
Alles wird Gut

von
Helmut Lange

Gute Anwälte haben es nicht Nötig!!!
Werbung im Internet für diese Angelegenheiten zu machen oder darauf hinzuweisen, das Sie besonders dafür geeignet und Spezialiesiert sind.
Also Bitte nicht diesen Fehler machen!!!!!!!

MfG

Alles wird Gut