Widerspruch gegen Ablehnung des Antrags auf volle Erwerbsminderungsrente

von
Uschi67

Vor ca. 1 Jahr stellte ich wegen Verschlechterung des Gesundheitszustands einen Antrag auf volle Erwerbsminderungsrente.
Bis dahin bezog ich bereits eine befristete Teilerwerbsminderungsrente. Nach 6 Monaten wurde der Antrag abgelehnt, wobei ich umgehend Widerspruch gegen die Ablehnung einlegte.
Die Rentenversicherung meinte dann 4 Monate nach Einlegung des Widerspruchs auf Anfrage, dass der Antrag auf volle Erwerbsminderungsrente nicht den Antrag auf Verlängerung der teilweisen Erwerbsminderungsrente einschließt. Ich müsste laut Rentenversicherung für die Verlängerung der Befristung einen gesonderten Antrag stellen. Sonst würde ich riskieren, dass bei Auslaufen der Befristung und fehlendem Bescheid über den Antrag auf volle Rente kein Geld mehr bezahlt wird.
Ich habe dann gleich den Antrag auf Verlängerung der Teilerwerbslosenrente auch gestellt, aber nun (12 Monate nach Stellung des Erstantrags auf volle Erwerbsminderungsrente und 6 Monate nach Einlegung des Widerspruchs) habe ich immer noch keinen Bescheid (weder über die Vollrente noch über die Verlängerung der Teilrente) erhalten und werde erstmal keine Rente mehr beziehen.
Hat die Rentenversicherung hier Recht und ich musste einen gesonderten Antrag stellen, obwohl für den Antrag auf volle Erwerbsminderungsrente gleiche Unterlagen und Fragebögen abgegeben wurden, die auch für den Antrag auf Verlängerung der befristeten Erwerbsminderungsrente Befristung nötig sind?
Falls ich einen positiven Bescheid für den Antrag auf volle Erwerbsminderung erhalte, wird dann der die Teilerwerbsminderungsrente übersteigende Betrag der Vollrente seit Antragstellung der Vollrente oder seit Bewilligung dieser Rente gezahlt? Seit 10 Monaten (also 2 Monate nach Antragsstellung der vollen Erwerbsminderungsrente) beziehe ich Krankengeld. Wird im Falle einer Nachzahlungsberechnung das Krankengeld dann wie ein Zuverdienst zur Erwerbsminderungsrente gerechnet?

von
Nick L. Beck

Der Beitrag kommt mir irgendwie bekannt vor...

Erstmal: Ja, die Rentenversicherung hat hier erstmal Recht. Ihre Annahme, dass für den Antrag auf Weiterzahlung die gleichen Vordrucke notwendig sind, wie für einen Erstantrag, ist nicht ganz korrekt. Hierfür gibt es andere Vordrucke, deren Fragen inhaltlich andere Ziele haben. Wenn Sie nämlich eine Weiterzahlung beantragen, werden Sie u. a. zu Veränderungen in den bestehenden (gesundheitlichen) Verhältnissen befragt, die schon bekannt waren. Wenn Sie eine neue Rente wegen einer Änderung (Verschlechterung) der gesundheitlichen Verhältnisse beantragen möchten, müssen Sie neue Gesichtspunkte aufführen, die einen neuen Leistungsfall begründen. Allerdings ist das auch ein kleines bisschen bürokratisch gedacht, denn Ihr Neuantrag impliziert ja bereits eine Verschlechterung. So gesehen haben Sie schon ein bisschen Recht. Aber da sollten Sie sich nicht auf eine nichtsbringende Diskussion einlassen - Vordruck ausfüllen, und beide Seiten haben Ruhe. Ist ja bereits passiert.

Falls nun festgestellt wird, dass tatsächlich eine Rente wegen voller Erwerbsminderung gezahlt wird, ergibt sich ihr Beginn abhängig von Leistungsfall und Antragstellung, ggf. auch von einer Befristung. Möglicherweise steht die Rente rückwirkend zu, so dass sich eine Nachzahlung ergibt.

Der Krankengeldanspruch wird - abhängig davon, seit wann die Arbeitsunfähigkeit vorliegt, die zur Zahlung führt - möglicherweise als Hinzuverdienst auf die bereits bezogene Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung angerechnet; dazu finde ich keine Angaben im Text. Für einen Anspruch auf Rente wegen voller Erwerbsminderung ergibt sich hier wohl ein Erstattungsanspruch der Krankenkasse bei rückwirkender Rentenbewilligung.

Experten-Antwort

Hallo Uschi67, den sehr ausführlichen Erläuterungen von Nick L.Beck schließe ich mich gerne an.
Warten Sie doch bitte ab, bis ein Bescheid von Ihrem Rentenversicherungsträger vorliegt. Man kann dann immer noch darauf eingehen, wie sich die Krankengeldzahlung evtl. auf die Rentenzahlung auswirkt. Sobald ein Bescheid vorliegt empfehle ich ein persönliches Beratungsgespräch in einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung. Die Ihrem Wohnort am nächsten gelegene Auskunfts- und Beratungsstelle können Sie unter dem Link "Beratungsstellen finden" ermitteln. Alles weitere kann man Ihnen dort viel besser persönlich erklären.