Widerspruch gegen Rehaort abgelehnt, weiterer Widerspruch sinnvoll.

von
Emma

Ich hatte einen Widerspruch gegen den ausgesuchtenen Rehaort eingelegt, da nach meiner Information meine Wunschklinik, welche auch in der Nähe meines Wohnortes ist, besser auf meine Erkrankung eingestellt ist. Auch meine Ärztin fand die Klinik besser und die vorgeschlagene eher ungeeignet, hat aber selber nichts dazu geschrieben, da sie sagt sie darf dies nicht. Jetzt ist sie im Urlaub und ich hab die Ablehnung meines Widerspruchs bekommen. Da steht aber nur drin, dass die ausgesuchte Klinik aus Sicht der Sacharbeiter geeignet ist und eine Aufnahme in meine Wunschklinik nicht zwingend notwendig ist. Desweiteren wird noch angeführt, dass sie laut SGB nach Wirtschaftlichkeit und Spasamkeit ihre Wahl treffen müssen. Ich soll mich nun melden, ob ich nochmal Widerspruch einlege. Leider kommt meine Ärztin erst nach dem Termin, bis zu dem ich mich melden soll, aus dem Urlaub zurück. Meine Frage ist nun, wielange ein Verfahren mit dem Widerspruchsauschuss dauern würde und wieviel Sinn so ein weiterer Widerspruch hat. Hab auch versucht meinen Sachbearbeiter zu erreichen, aber der ist im Urlaub und jemand anders fühlt sich nicht zuständig.

Experten-Antwort

Ein Widerspruch gegen einen Widerspruchsbescheid ist nicht möglich. Daher wird in Ihrem Fall ein Widerspruchsausschuss nicht mehr tätig.

Gegen einen erteilten Widerspruchsbescheid haben Sie die Möglichkeit, innerhalb eines Monats beim zuständigen Sozialgericht (dies wird im Widerspruchsbescheid genannt) Klage gegen die Deutsche Rentenversicherung einzulegen.

Dies bedeutet zunächst einmal nicht, dass es sofort zu einem Verhandlungstermin kommt.

Sollten Sie beim Sozialgericht (SG) Klage gegen die DRV einlegen, können Sie dies fristwahrend tun und in Ihrem an das SG gerichtete Schreiben anfügen, dass eine Begründung Ihrer Klage nachgereicht wird, sobald Ihre Ärztin wieder da ist.

Nach erfolgter Rücksprache mit Ihrer Ärztin können Sie dann gegenüber dem Sozialgericht die Klage per schriftlicher Erklärung zurück nehmen oder eben in Absprache mit der Ärztin eine Begründung nachreichen.

In letzteren Fall wird sich dann das SG mit der DRV in Verbindung setzen, um deren Standpunkt zu erfragen.

Erst wenn eine Klärung zwischen den Parteien nicht möglich sein sollte, käme es zu einem Verhandlungstermin vor Gericht.

Sie können auch einen Rechtsbeistand wählen, müssen dies aber nicht.
Für den Fall dass die Rentenversicherung Recht bekommt, wären die Kosten für den Rechtsbeistand jedoch von Ihnen zu tragen.

von
???

Jeder Arzt darf, auch schriftlich, seinem Patienten eine Klinik oder was auch immer empfehlen, wenn er dies (rein) medizinisch begründen kann. Da Ihre Ärztin sich geweigert hat, Ihnen die Notwendigkeit der Klink schriftlich zu bestätigen, scheint sie selbst nicht so hundertprzoentig überzeugt zu sein. Das schwächt Ihre Position natürlich erheblich.
Aufgund Ihrer Schilderung halte ich den Brief, den Sie erhalten haben, eher für ein aufklärendes Schreiben als für einen echten Widerspruchsbescheid. Ihnen sollten nur einmal die Hintergründe für die Entscheidung über die Kurklinik erklärt werden. Sollte ich Recht haben, reicht es aus, die DRV über den Urlaub Ihrer Ärztin zu informieren um um Terminverlängerung zu bitten. Dann können Sie sich mit Ihrer Ärztin auch gleich nochmal über die echten Gründe für ihr Verhalten unterhalten. Lassen Sie sich doch einfach mal zeigen oder sagen, wo denn dieses "Empfehlungverbot" steht.

von
Alex

Seien Sie froh, das man ihnen überhaupt eine Reha genehmigt hat und machen Sie nicht so einen Wirbel. Gehen Sie in die von der RV benannte Klnik und gut ist es.

von
Force

Bedenken Sie auch, daß wir in Deutschland schließlich sparen müssen, für frühestpensionierte Bundespräsidenten und sonstiges Politikergesindel.

Force

von
Emma

@ ???
Danke für den Tipp. Ich habe heute nochmal bei der RV angerufen und zumindestens erfahren, dass ich schriftlich beantragen kann,den Termin für meine Rückantwort zu verschieben. Den Brief hab ich dann gleich losgeschickt. Mehr konnte der Mitarbeiter mir aber auch nicht sagen. Werde meine Ärtzin dann noch mal drauf ansprechen. Beim letzten Mal meinte sie zumindestens, dass sie der RV nicht vorschreiben darf, wohin ich komme. Mein Kollege hat vor 2 Jahren das gleiche von einem anderen Arzt gesagt bekommen.
Ich denke jetzt auch, dass es sich dann wohl nicht um einen "echten" Widerspruchsbescheid handelt. Von den Rechtsmitteln, von denen der Experte sprach, steht jedenfalls nicht drin. Da aber in dem Brief steht, dass sie meinem Widerspruch nicht entsprechen können und sie den Fall zum Widerpruchsausschuss geben würden, hab ich es für einen "echten" Bescheid und nicht für eine Information gehalten. Leider konnte mir ja telefonisch auch keiner weitere Auskünfte geben.Daher würde mich immer noch interressieren, wie meine Aussichten beim Widersruchsausschuss sind und wie lange eine Entscheidung des Ausschusses wohl dauern würde.
Und nein Alex, ich möchte nicht jammern. Aber, wenn die ausgesuchte Klinik u.a. auf Rheuma, Atemwegserkrankungen und orthopädische Erkrankungen spezialisiert ist aber keine neurologische Abteilung hat und ich 1. kein Rheuma und keine Atemwegserkrankungen habe und 2. dem orthopädischen Problem eine neurologische Erkrankung zu Grunde liegt, dann darf ich doch wohl an ihrer Eignung zweifeln. Meine Wunschklinik higegen hat sowohl eine orthopädische als auch eine neurologische Abteilung und kennt sich mit meiner Grunderkrankung aus. Das hab ich telefonisch bereits im Vorfeld des Antrags erfragt.

von
User

der arzt kann der DRV nicht vorschreiben in was für eine klinik Sie geschickt werden, das stimmt.

aber einen klinikänderungswunsch mit einer ärztlichen stellungnahme zu untermauern, ist immer besser als nur zu schreiben "ich mag da nicht hin, weil doof" oder so.

also soll ihre ärztin ihnen gefälligst das schreiben, was sie ihnen auch gesagt hat, und das legen sie dann bei der drv vor. die chance auf eine bewiligung der änderung sind damit ungemein höher.