Widerspruch oder neuer Antrag

von
Anne

Guten Tag!

Sollte mein EMR-Verfahren demnächst für mich negativ auslaufen, kann ich dann anstelle eines Widerspruches direkt einen neuen Antrag stellen?
Denn dann würde meine eventuelle REnte doch nach neuer Berechnungsgrundlage ausfallen?!
Wie sieht die DRV das?
DAnke für eine Auskunft
Anne

von
KSC

Einen Antrag können Sie immer stellen.

Aber glauben Sie daran, dass wenn jemand 3 Wochen nach einer Rentenablehnung einen neuen Antrag stellt, dass dann grundsätzlich anders entschieden wird?

Unwahrscheinlich, aber man hat ja schon Pferde vor Apotheken.........

von
der Frosch

@KSC
du hast den Sinn der Sache nicht verstanden.

von
KSC

lieber Frosch, dann erklär mir den doch bitte.....
:)

von
der Frosch

wenn der Rentenantrag von Anne abgelehnt wird, hat Anne die Chance, einen neuen Antrag zu stellen und nach dem neuen Berechnungsgrundlagen in Rente zu gehen.

Wenn Sie nach jetziger Ablehnung einen Widerspruch macht, wird bei Bewilligung der Rente die alte Berechnungsgrundlage angewandt.

Leider weiß ich nicht die Vor- und Nachteile von dem Datum.
Würde mich aber sehr interessieren, wie das mit der Berechnung aussieht?

VG

von
Anne

Hallo,

ja genau, dann würde beim Widerspruch nach zweitem Antrag auch das Antragsdatum des erneuten Antrages in FArage kommen.
Ich meine mal gehört zu haben, dass alle neuen Anträge ab 1. Oktober auf der sicheren Seite sind.
??????????
Gruß Anne

von
der Frosch

darf ich fragen, was sich denn zum 01.07.2014 bei der Berechnung geändert hat?

VG

von
D. Hentze

Zitiert von: der Frosch

darf ich fragen, was sich denn zum 01.07.2014 bei der Berechnung geändert hat?

VG

Ja.. du darfst fragen...

die Zurechnungszeit von von 60 auf 62 erhöht worden.. es wird also jetzt so gerechnet als ob du bis 62 so weiter gearbeitet hättest und nicht mehr nur bis 60.
Für den Durchschnittsrenter sind das 40€ monatlich.

von
Frau Lübzer

Mir hat man geraten, nach Ablehnung lieber wieder einen neuen Antrag zu stellen.

Bei Widerspruch wird versucht natürlich, die bisherige Entscheidungsweise zu verfestigen.

Beim Neuantrag können die neuen Entscheider leichter von der alten Betrachtungsweise abrücken.

Das werden die maßgebenden Knilche von der DRV nicht zugeben wollen, aber ich denke mal, das ist doch irgendwie logisch.

von
der Frosch

Doof für mich, ich habe meinen Antrag Anfang Juni gestellt :-( er wurde abgelehnt und ich habe mit dem VDK Widerspruch eingelegt.

von
Rentnerin

Und wenn bei einem Neuantrag die Akte dann insgesamt erneut angeschaut wird und man im Nachhinein den Leistungsfall nun doch schon als vor dem 1.7.2014 ansieht, bleibt dann auch das Antragsdatum maßgeblich, oder zählt der Zeitpunkt des festgestellten Leistungsfallseintritt?

Das wäre, m.E. wohl auch noch eine Fallkonstellation, die man bedenken muss/kann.

Gruß die Rentnerin

von
KSC

Für den Rentenbeginn kommt es immer auf den Leistungsfall=Eintritt der EM, auf das Antragsdatum und die Frage an, ob es eine Zeit- oder eine Dauerrente wird.

Entweder liegt dann der Beginn vor oder ab dem 01.07.2014.

Ob ein direkt nach einer Ablehnung gestellter neuer Antrag ein anderes Ergebnis liefert als das ein Widersruch liefern würde, ist reine Spekulation - es müssten in beiden Fällen neue Erkenntnisse vorliegen oder der medizinische Sachverhalt anders beurteilt werden als bei der ersten Ablehnung......

von
Anne

Hallo,
.....aber wenn man davon ausgeht, das ein Widerspruch auf jeden Fall nötig wird, ist es doch rentabler diesen nach einem zweiten Neuantrag mit Datum ab Oktober zustellen.
Hier wurde doch schon häufig gescrhieben, das man ab Oktober ( Dreimonatsfrist nach GEsetzesänderung 1.7.14) auf der sicheren Seite ist, zwecks Neuregelung.
Für mich stellt sich die Frage, ob man diesen Weg gehen darf? Das er Sinn machen kann ist doch eigentlich logisch.
Oder wird sich bei einem so zeitnah gestellten Neuantrag dann doch auf den Erstantrag berufen und das Datum des Erstantrages mit einbezogen?
Gruß Anne

von
Anne

Hallo,

hier wird noch mal verdeutlicht (vom Experten):

a) Eintritt der Erwerbsminderung am 20.05.2014 und Antrag am 05.07.2014
-> Unbefristete Rente: Der Antrag ist rechtzeitig innerhalb von drei Monaten nach EM-Eintritt gestellt, damit Rentenbeginn am 01.06.2014. Es ist das alte Recht anzuwenden, weil der Antrag innerhalb von drei Monaten nach der Rechtsänderung gestellt wurde.
-> Befristete Rente: Der Antrag ist rechtzeitig gestellt, die Rente beginnt mit dem 7. Kalendermonat nach Eintritt der EM, also am 01.12.2014 – zu diesem Zeitpunkt ist neues Recht anzuwenden.

b) Eintritt der Erwerbsminderung bereits in 2013 (z.B. Beginn der AU) und Antrag am 05.07.2014
->Unbefristete und befristete Rente: Der Antrag ist verspätet gestellt, damit Rentenbeginn im Monat der Antragstellung, also am 01.07.2014. Es ist das neue Recht anzuwenden.

c) Antrag am 05.07.2014 und als Eintritt der Erwerbsminderung wird der Tag der Antragstellung festgestellt
-> Unbefristete Rente: Der Antrag ist rechtzeitig innerhalb von drei Monaten nach EM-Eintritt gestellt, damit Rentenbeginn am 01.08.2014 (= Folgemonat nach EM-Eintritt). Es ist das neue Recht anzuwenden
-> Befristete Rente: Der Antrag ist rechtzeitig gestellt, die Rente beginnt mit dem 7. Kalendermonat nach Eintritt der EM, also am 01.01.2015 – zu diesem Zeitpunkt ist neues Recht anzuwenden.

Über verspätete Anträge kann man die BErechnungsgrundlage dann doch steuern.

Gruß Anne

von
der Frosch

Moin Moin,

ja dann sieht das bei mir schlecht aus.
AU seit 05/2013 dann erster Rentenantrag im Juli 2013, abgelehnt in 09/2013, dann Widerspruch - auch abgelehnt in 04/2014.
Auf anraten des VDK keine Klage sondern neuer Rentenantrag in 06/2014, nach drei Wochen wieder abgehnt und nun wieder Widerspruch mit dem VDK.
Demnach geht bei mir alles nach dem alten Verfahren.

Menno ...

VG der Frosch

von
Anne

Hallo Frosch,
alle Anträge vor 01.Juli haben keine Chance auf die neue Berechnung.
Bei den nachfogenden kommt es dann auf o.g. Konstellationen an. Auf Nummer Sicher (bezüglich der neuen Berechnungsgrundlage) geht man dann mit einer Antragstellung ab 1. Oktober (Dreimonatsfrist) .
So habe ich es verstanden.

Grüße von Anne
Es wundert mich, das der VDK dir nicht geraten hat, deinen Antrag einen Monat zu verschieben.

von
Gigi

Zitiert von: Anne

Hallo Frosch,
alle Anträge vor 01.Juli haben keine Chance auf die neue Berechnung.
Bei den nachfogenden kommt es dann auf o.g. Konstellationen an. Auf Nummer Sicher (bezüglich der neuen Berechnungsgrundlage) geht man dann mit einer Antragstellung ab 1. Oktober (Dreimonatsfrist) .
So habe ich es verstanden.

Hallo Anne,
lies doch bitte mal den von dir zitierten Text durch dann wirst du sehen das durchaus auch Anträge vor dem 1.7.2014 in das "neue Recht" fallen können.
Gigi

von
Anne

Hallo Gigi,

bei der Beispielaufzählung sind alle Anträge am 5.7. gestellt!

Lediglich der Versicherungsfall traf früher ein.

Gruß Anne

von
Gigi

Zitiert von: Anne

Hallo Gigi,

bei der Beispielaufzählung sind alle Anträge am 5.7. gestellt!

Lediglich der Versicherungsfall traf früher ein.

Gruß Anne

oK, dann ändere ist das Beispiel mal ab mit einem Rentenentrag am 5.6.2014:
Befristete Rente: Die Rente beginnt mit dem 7. Kalendermonat nach Eintritt der EM, also am 01.12.2014 – zu diesem Zeitpunkt ist neues Recht anzuwenden.

Gigi

von
zelda

Zitiert von: Gigi

Zitiert von: Anne

Hallo Gigi,

bei der Beispielaufzählung sind alle Anträge am 5.7. gestellt!

Lediglich der Versicherungsfall traf früher ein.

Gruß Anne

oK, dann ändere ist das Beispiel mal ab mit einem Rentenentrag am 5.6.2014:
Befristete Rente: Die Rente beginnt mit dem 7. Kalendermonat nach Eintritt der EM, also am 01.12.2014 – zu diesem Zeitpunkt ist neues Recht anzuwenden.

Gigi

Hallo,

bei der obigen Disskussion wird viel zu stark auf das Antragsdatum geschaut, wichtiger ist jedoch zunächst das Datum des Eintritts der Erwerbsminderung ("Leistungsfall").

Daher bitte immer zwischen dem Zeitpunkt des Eintritts der Erwerbsminderung und dem Antragsdatum trennen,

z.B.

- Eintritt der Erwerbsminderung am 09.04.2014
- Erwerbsminderung auf Zeit
- somit Rentenbeginn immer 01.11.2014 und damit "neues Recht"
- solange der Antrag bis zum 30.11.2014 gestellt wird
- also Antrag (z.B. auch Reha- Antrag) vor dem 01.07 oder nach 30.06. ist hier egal.

- sofern im obigen Fall Erwerbsminderung auf Dauer festgestellt wird, gilt:
- Antrag (auch Reha - Antrag) bis zum 31.07.2014 gestellt --> Rentenbeginn 01.05.2014 , "altes" Recht
- Antrag nach dem 31.07.2014 gestellt: verspäteter Antrag , RB = Antragsmonat, z.B. 01.08, neues Recht

Sicher ist die Anwendung "neues Recht" nur bei einem Eintritt der Erwerbsminderung frühestens am 01.06.2014. Hier ergibt sich immer ein Rentenbeginn frühestens am 01.07.2014 und damit die Anwendung des neuen Rechts.

Zur Aussage "Antrag frühestens am 01.10.2014, dann immer Anwendung neuen Rechts" sollte man beachten, dass auch immer ein Antrag auf Rehabilitationsleistungen (Kur, LTA) ggf. auch Betreiben der Krankenkasse oder der Agentur für Arbeit in einen Rentenantrag umzudeuten ist.
(Aufforderung der KK oder der AfA zur Reha- Antragstellung, Zahlung von ALG I nach § 145 SGB III, bzw. Antrag bei ALG II --> § 5 SGB II).

Zum Ursprungsthema: Sollte in einem neuen Verfahren festgestellt werden, dass die Rente im ersten Verfahren zu Unrecht abgelehnt wurde und der Leistungsfall vor dem 01.06.2014 liegt, so ist das alte Antragsdatum nicht aus der Welt. Vielmehr könnte die Rentenversicherung z.B. im Rahmen eines Überprüfungsverfahrens nach § 44 SGB X dann doch wieder den "alten" Antrag als rechtswirksam werten.

Somit bestünde auch bei einem neuen Antrag statt eines Widerspruchs die "Gefahr" des Rentenbeginns vor dem 01.07.2014 und damit die Anwendung "alten Rechts".

Der Rentenbeginn frühstens am 01.07.2014 und somit die Anwendung "neuen Rechts" ist also nur dann sicher, wenn überhaupt kein Antrag auf Rente, Reha, ALG I etc. vor dem 01.10.2014 gestellt wurde.

MfG

zelda