Widerspruchsverfahren sinnvoll?

von
Gast 2012

Ich habe auf Anraten meines behandelnden Arztes in einer Uniklinik einen Rehaantrag nach einer OP gestellt. Eigentlich wollten wir eine ambulante Reha, aber das wurde abgelehnt mit der Begründung, dass die geeigneten Rehakliniken mehr als 30km entfernt wären.
Ich wäre auch bereit gewesen zu pendeln und mein Arzt meinte, dies wäre auf Grund der guten Verbindungen auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Zur Arbeit pendele sonst auch ca. 60km und hab ein Jahresticket. Außerdem arbeitet mein Bruder zwei Straßen von der einen Klinik entfernt und könnte mich mitnehmen. Auch zu meinem niedergelassenen Arzt muss ich fast 80km fahren, da meine Vorerkrankung selten und er auf diese spezialisiert ist.
Der Sachbearbeiter meinte aber, dass es keinen Spielraum gibt und ich nur eine stationäre Reha bekommen könnte.

Daraufhin hab ich zusammen mit meinem niedergelassen Arzt einen Antrag auf eine stationäre Reha gestellt. Eine der Kliniken, welche mir vorher von der RV als geeignet für eine ambulante Reha genannt wurden, hat auch einen Teil für eine stationäre Reha. Mein Arzt und ich haben dann diese Klinik als Wunschklinik angegeben. Die Reha wurde zwar genehmigt, aber der Ort wurde abgelehnt. Ich hab mich dann über die vorgegebene Klinik informiert, doch meine Erkrankung zählte dort nicht zu den Indikationen. Am Telefon sagte man mir in der Klinik auch, dass sie sich mit meiner Erkrankung nicht wirklich auskennen würden. Auf dem Papier gehört zwar meine Erkrankung auch zu deren Fachbereich, aber da sie nicht so häufig ist, haben sie sich da drauf nicht spezialisiert. Natürlich wollten sie mir das nicht schriftlich gebe.

Auf Nachfrage bei der RV hab ich dann erst erfahren, die ausgewählte Klinik wäre nicht für meine Erkrankungen geeignet, obwohl sie mir vorher von der RV als geeignet für die ambulante Reha genannt wurde. Ich hab dann nach einigen Nachfragen hearusgefunden,dass die Diagnosen falsch vom Medizinischen Dienst weitergegeben wurden. Ich hab dann zweimal einen Brief schreiben müssen ikl. Befunde und OP-Berichte, damiit diese korregiert werden konnten. Auch mein Arzt in der Uniklinik und der vor Ort haben jeweils nochmal ausgeführt, warum die von uns ausgewählte Klinik besser für mich geeignet ist.
Heute habe ich dann Post erhalten, dass sie zwar die Diagnosen korregiert haben, aber mich immer noch in die von ihnen ausgewählte Klinik schicken wollen. Eine Aufnahme in meine Wunschklinik sei nicht zwingend notwendig. Nun soll ich mich bis Donnerstag äußern, ob der Fall zum Widerspruchsausschuss gehen soll. Ich hab dann noch mal mit einem anderen Sachbearbeiter telefoniert, der meinte er hätte im Moment über 30 Widersprüche auf Grund des Rehaortes und die Entscheidungen würden nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten gefällt. Dem Wunsch- und Wahlrecht könne nur entsprochen werden, wenn dies angemesssen ist. Ob meine Ärzte eine Klinik für geeigneter halten würden, wäre auch egal, wichtig sei nur die Wirtschaftlichkeit.

Meine Frage ist nun, ob es sinnvoll ist, den Fall zum Widerspruchsausschuss geben zu lassen und wie lange so ein Verfahren dauert. Der Sachbearbeiter meinte auch, ich solle mir noch mal überlegen, ob ich nicht einen Antrag auf ambulante Reha stellen will. Er meinte, dass sich ja die Vorraussetzungen geändert haben können und, dass die km-Zahl nicht immer entscheident wäre.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Gast 2012,

sorry, Ihnen hier einen sinnvollen Rat zu geben, ist praktisch unmöglich. Ich kann von hier aus leider nicht beurteilen, wie die Erfolgsaussichten für Ihren Widerspruch sind und ob es sich lohnt, dass Widerspruchsverfahren durchzuziehen – das können und müssen Sie letztlich für sich allein entscheiden. Auch kann ich die voraussichtliche Dauer Ihres Widerspruchsverfahrens nicht beurteilen – hierzu könnten Sie jedoch auch nochmals Ihren zuständigen Sachbearbeiter befragen.