Wie geht es weiter? teilw.-oder volle Erwerbsminderung

von
Diwali

Im Januar war ich 4 Wo im Krankenhaus (chronische Krankheit seit 2001). Von dort aus wurde eine Reha beantragt, die 5 Wochen später genehmigt wurde und auch widerum 5,5 Wochen dauerte. Ergebnis: arbeitsfähig 3-6 Std.

Allerdings wurde ich arbeitsunfähig aus der Reha entlassen. Auch der behandelnde Arzt ist der Meinung, dass ich nicht arbeitsfähig bin, auch nicht 3-6 Std. Deswegen bin ich weiterhin krankgeschrieben.

Zwischenzeitlich wurde ich mehrmals von der Rentenversicherung angeschrieben und aufgefordert einen Antrag auf Teilerwerbsminderungsrente zu stellen. Die Aufforderung habe ich ignoriert, da ich ja arbeitsunfähig bin.

Nun erfuhr ich von meinem Arzt, dass die Krankenkasse den Reha-Bericht angefordert hat und bekam heute ein Schreiben der Kasse, dass ich mich melden solle, sie wollen mit mir über das Gutachten des MDK sprechen. Nun meine Sorge, kann die Kasse mich jetzt zwingen einen nochmaligen Reha/Rentenantrag zu stellen? Da das Krankengeld ja deutlich mehr ist als eine Rente, möchte ich natürlich so lange wie möglich Krankengeld beziehen, also 78 Wochen.

Was kann ich tun, wie soll ich mich gegenüber der Kasse verhalten?

Vielen Dank

von
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Entweder machen was die Kasse sagt und hoffen das die DRV lange braucht um über Ihren Antrag zu entscheiden oder nichts machen und abwarten bis die Krankenkasse die Zahlung des Krankengeldes wegen mangelnder Mitwirkung versagt.
Warten Sie erstaml das Gespräch ab. Wenn Sie nur teilweise erwerbsgemindert sind, gibts das Krankengeld ja weiter, eben nur um die teilweise Erwerbsminderungsrente gekürzt.

von Experte/in Experten-Antwort

Die Krankenkasse kann Sie nachträglich in Ihrem Dispositionsrecht einschränken.
Das bedeutet Folgendes: Die Krankenkasse wird Ihnen mitteilen, dass Ihre Erwerbsfähigkeit gemindert ist und Sie deshalb innerhalb einer bestimmten Frist einen Reha-Antrag stellen sollen. Weiter wird Sie Ihnen dann sagen, dass Sie diesen Reha-Antrag aber nicht stellen müssen, da Sie ja bereits eine Reha durchgeführt haben.
Und – die Krankenkasse darf Sie nachträglich in Ihrem Dispositionsrecht einschränken (bestätigt durch BSG-Entscheidungen im Jahre 2008 ).

Diese Einschränkung Ihres Dispositionsrechtes durch die Krankenkasse bedeutet für Sie Folgendes: Stellt der Rentenversicherungsträger fest, dass Ihre Reha-Maßnahme nicht erfolgreich war und den Eintritt der Erwerbsminderung nicht verhindert hat, gilt Ihr Reha-Antrag als Rentenantrag (§ 116 Abs. 2 SGB VI). Diese Feststellung hat Ihr Rentenversicherungsträger nach Ihren Aussagen bereits getroffen (teilweise Erwerbsminderung liegt vor). Sie können daher bei einem eingeschränkten Dispositionsrecht nicht mehr frei über Ihren Rentenantrag, der allein aufgrund o. g. Vorschrift vorliegt (Papiervordruck hin oder her), entscheiden. Ihr Rentenversicherungsträger müsste die Erwerbsminderungsrente, auch gegen Ihren Willen, berechnen.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 19.11.2013, 11:46 Uhr]