Wie hoch ist die Riesterrente

von
Riesterrente

In der Abteilung "Riester-Rente" dieses Forums erfahre ich etwas über Förderungen usw. aber nichts über die Höhe der Riesterrente. Angenommen ich bin 55 Jahre alt (noch 10 Jahre bis zur Rente ab 65), meine Frau ist Hausfrau (Harz4 ohne Leistungsbezug, weil mein Verdienst zu hoch ist). Mein Brutto-Jahreseinkommen liegt bei ca. 50.000 Euro. Mein Beitrag 10 Jahre lang etwa 4%, das sind pro Jahr ca. 2000 Euro plus die Förderungen. Dann habe ich 20000 Euro plus Förderungen plus Zinseszins (also etwa 30.000 Euro) angespart. Wie hoch wäre in etwa die daraus resultierende monatliche Riesterrente ?

von
Antworter

Woher sollen die Forumteilnehmer das wissen? Fragen Sie Ihren Anbieter.

von
Maria L.

Hallo,

lassen Sie sich Angebote von Riester-Anbietern machen und dann vergleichen Sie diese mit einer eigenen Berechnung, die Sie mit den Finanzrechnern hier auf dieser Website machen können.

Nehmen Sie den Vermögensverzehrrechner bzw. den Vermögensrechner und dann vergleichen Sie mit dem Riester-Angebot. Versicherungen müssen von einer sehr langen Lebenserwartung ausgehen, das reduziert die zu erwartende Rente. Machen Sie auch eine Vergleichsberechnung mit einer eigenen Anlage nur Ihrer Eigenbeiträge (ohne staatliche Förderung) z.B. auf einem Tagesgeldkonto oder irgendeiner anderen festverzinslichen Sparform.

Bedenken Sie dabei: die Riester-Rente ist voll nachgelagert steuerpflichtig, d.h. 100% der Rente werden zu Ihrem zukünftigen Grenzsteuersatz versteuert (denn sie kommt ja auf die gesetzliche Rente oben drauf). Bei der eigenen Anlage zahlen Sie nach aktueller Gesetzeslage nur die Abgeltungssteuer.

Bei einer Riester-Rentenversicherung wird die Garantierente nur mit max. 2,25% verzinst (das ist gesetzlich so vorgegeben), dazu gibt es evt. Überschüsse (die nicht garantiert sind).

Sie werden vermutlich zu dem Ergebnis kommen, daß sich die Sache für Sie nicht lohnt. Amadé empfiehlt in einer solchen Situation immer Riester-Banksparpläne, weil die etwas besser rentieren als Riester-Rentenversicherungen.

Berücksichtigen Sie auch die generellen Nachteile der Riester-Rente: eingeschränkte Vererbbarkeit, Rückzahlung der Förderung bei Umzug ins Ausland, keine Kapitalauszahlung (bzw. nur max. 30%).

Wenn Sie bereit sind, bis zum 70igsten Lebensjahr auf das angesparte Kapital zu verzichten (also mind. 15 Jahre), können Sie auch in Ihrem Alter noch in Aktienfonds investieren.

Sowohl zu Riester als auch zu Aktienfonds finden Sie hier im Forum reichlich Informationen. Blättern Sie im Forum rückwärts oder nutzen Sie die Suchfunktion.

Gruß,
Maria L.

von
Nix

Über die Höhe Ihrer Riesterrente kann Ihnen tatsächlich nur Ihr Riesterrenten-Anbieter Auskunft geben.
Diese ist abhängig von seinen Berechnungen.

Bitte bedenken Sie:
Riesterrentenprodukte lohnen sich nicht.

Besparen Sie besser einen Aktienfondssparplan. Damit sind Sie auf der sicheren/rendite-reicheren Seite.

Nix

von
Vorsicht

Zitat: "Besparen Sie besser einen Aktienfondssparplan. Damit sind Sie auf der sicheren/rendite-reicheren Seite."

Sehr gewagte Aussage , erst recht bei anzunehmender Spardauer von 10 Jahren.
Es gibt m.E. keinen seriösen Experten für den Bereich Aktienfonds, der das so sagen würde.(sicher/renditereicherer)

Ich würde, dann schon eher mit Riester in Aktienfonds sparen. Da hab ich die staatl. Förderung UND den Kapitalerhalt.

Und was die Steuer angeht, da sprechen die Aussagen: Hausfrau u verheiratet nicht gerade für eine hohe Steuerbelastung im Alter.
Eine konkrete Prüfung der steuerlichen Situation heute und voraussichtlich im Alter wäre vorab ratsam.

Wirklich sicher (naja - so einigermaßen, nach den Vorkommnissen bei Banken in der jüngsten Geschichte, was man ja auch sehr bedeutend bei der Entwicklung vieler Aktienfonds merken konnte) sind dann wohl eher Banksparpläne.

MfG

von
Riester-Fan

Vor noch gar nicht allzulanger Zeit, bin ich mit einem "sicheren/rendite-reicheren Aktienfondsparplan" bitter auf die Nase gefallen.
Wer zu Aktienspekulationen rät und dabei das enorme Verlustrisiko verschweigt, ist UNSERIÖS!
Ich bleibe bei meinem Riester-Vertrag. Der ist wenigsten sicher, wenn auch nicht ganz so ertragsreich wie ein Aktienfonds sein KÖNNTE!

von
Nix

Fällt der Aktienfonds schonmal, sollte man auch ein wenig Geld zum preiswerten Nachkaufen von Fondsanteilen haben.
Wir haben hier im Forum des öfteren beschrieben, dass man 3 bis 5 Monatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto....unter anderem auch für solche Fälle....zum günstigen Fondsanteilsnachkaufen....übrig haben.

Experten-Antwort

Die Höhe der zu erwartenden Riester-Rente kann Ihnen nur der Anbieter eines Riesterrentenvertrages mitteilen. Infrage kommende Produktvarianten können Sie auf dieser Internetseite recherchieren.

Die "Riester-Rente" ist eine von vielen Möglichkeiten Vorsorge fürs Alter zu betreiben. Wichtig ist, dass sich der Verbraucher eingehend über die am Markt vorhandenen Produkte informieren sollte. Dazu kann er die Informationsangebote wie sie beispielsweise von der Deutschen Rentenversicherung und den Verbraucherzentralen angeboten werden nutzen. Wer `s umfangreicher mag, kann auch an einem der bundesweit angebotenen Kurse "Altersvorsorge macht Schule" an den Volkshochschulen gegen geringe Teilnahmegebühr teilnehmen.

Die "Riester-Rente" wird staatlich gefördert. Und das nicht unattraktiv. Die Stiftung Warentest hat wiederholt Riesterprodukte positiv getestet.

Förderleistungen werden nur unter Einhalten bestimmter Regeln gewährt. Der Staat fördert die zusätzliche kapitalgedeckte Altersvorsorge (Riester) durch Zulagen und Steuererleichterungen. Zu diesem Zweck hat er den sogenannten zusätzlichen Sonderausgabenabzug nach § 10a Einkommenssteuergesetz eingeführt, der in der Folge das zu versteuernde Einkommen in der Jahressteuererklärung mindert. Die Steuerersparnis kommt allerdings nur dann zum Zuge, wenn die Zulagenförderung geringer ausfällt als die zu gewährende Steuerminderung. In einer sogenannten Günstigerprüfung nimmt das Finanzamt in jedem Fall eine entsprechende Berechnung vor, die aus dem Steuerbescheid ersichtlich wird.

Die pauschale Aussage eine Riester-Rente lohnt sich nicht ist nicht zutreffend. Wir sind davon überzeugt, dass die "Riester-Rente" für große Teile der gesetzlich Rentenversicherten eine attraktive Möglichkeit darstellt zusätzlich Altersvorsorge zu betreiben.

Angemerkt sei noch, dass Verbraucherschützer besonderen Wert darauf legen, dass ab einem Alter von etwa Mitte fünfzig Jahren die Geldanlagen zunehmend in sichere Anlageformen umgeschichtet werden sollten. Der Rat zu Aktienanlagen, die möglicherweise höher rentieren allerdings auch ein erhöhtes Verlustrisiko in sich bergen wird Ihnen so sicher nicht gegeben werden. Im Alter ist es wichtig über ein gesichertes monatliches Einkommen zu verfügen. Weiterhin dürfte auch davon auszugehen sein, dass die Einkünfte im Alter niedriger liegen als noch zu erwerbstätiger Zeit. Konsequenterweise läge unter dieser Annahme auch der Steueranteil niedriger.

von
Riesterrente

Danke für die vielen Hinweise. Es ist also auch nicht größenordnungsmäßig mitteilbar, welchen Rentenanspruch man erwirbt ( 20, 50, 100, 200 Euro ???). Hinzu kämen folgende Fragen:
Da die Beiträge das monatliche Einkommen von mir und meiner Frau schmälern - haben wir dann beide (meine Frau und ich) Anspruch auf diese Rente, auch dann wenn ich der eigentliche Versicherte bin, bekommt meine Frau in meinem Todesfall diese Rente ?
Falls ich mit meiner Frau z.B. duch einen Unfall gleichzeitig zu Tode komme, haben dann meine Kinder Anspruch auf das angesparte Geld ?
Es muß doch allgemeingültige Regeln vom Gesetzgeber geben, wenn es sich um ein zertifizierter Riester-Produkt handelt.

von
Maria L.

Hallo Riesterrentner,

max. können Sie 2100 Euro steuerbegünstigt in einen Riestervertrag sparen, abzüglich der Zulage von 154 Euro = 1946 Euro, also monatlich etwa 162 Euro.

Wenn Sie 10 Jahre lang monatlich 162 Euro bei 2,25% Zinsen sparen, ergibt das etwa 21.794 Euro.

Wenn Sie 21.794 Euro über 25 Jahre verzehren (also vom 65. bis 90. Lebensjahr), erhalten Sie bei 2,25% Zinsen daraus monatlich 94,80 Euro. (Achtung: Inflation noch nicht berücksichtigt, die Kaufkraft dieser 94,80 Euro sinkt beständig)

Das können Sie als groben Richtwert nehmen, aber hier kann wirklich niemand sagen, wie hoch die garantierte Rente eines konkreten Riester-Anbieters sein kann, das hängt nämlich wesentlich von den Kosten des Vertrags ab (vermutlich werden Sie deutlich weniger angeboten bekommen als 94,80 Euro). Bedenken Sie: mögliche Überschüsse sind nicht garantiert, sondern lediglich 2,25%. Die Inflationsrate liegt aktuell deutlich darüber, d.h. Sie sparen sich arm!

Sie bekommen zwar für Ihre 1946 Euro eine Steuerbegünstigung (wenn Sie selber anhand Ihres Einkommensteuerbescheids Ihre durchschnittliche Steuerquote berechnen, können Sie die Begünstigung abschätzen), aber dafür muß die Riesterrente nachher voll versteuert werden. Sie bekommen nichts geschenkt, es handelt sich nur um eine Verschiebung der Steuerlast auf später.

Zum Thema Vererbung der Riesterrente finden Sie hier Informationen:

http://www.altersvorsorge-macht-schule.de/vorsorgetipp_riestervererbung.html

Nur bei Vereinbarung einer Garantiezeit (die mindert von vornherein die monatliche Rente!) werden überhaupt Leistungen an Erben gezahlt. In vielen Fällen ist dann auch noch die Förderung zurückzuzahlen, weil der Gesetzgeber dies als "schädliche Verwendung" ansieht.

Generell ist zu sagen: bei einer Rentenversicherung handelt es sich um eine Absicherung des sogenannten "Langlebigkeitsrisikos", d.h. es wird zwischen den Versicherten mit kurzer und mit langer Lebenszeit umverteilt. Es ist also systembedingt, daß bei kurzem Leben die Versicherung gewinnt, bei langem Leben der Versicherte (wobei das dann schon ein besonders langes Leben sein muß).

Wenn Sie wirklich nur 10 Jahre Ansparzeit haben, wird es mit einer Investition in Aktienfonds knapp, das ist dann meines Erachtens nicht mehr sicher, dann brauchen Sie auch etwas Glück. Wenn Sie aber auf 15 Jahre Ansparzeit verlängern können und die Randbedingungen beachten (Finanzpolster von mind. 6 Nettogehältern vorhanden), sind Aktienfonds sicher und DEUTLICH rentabler als festverzinsliche Verträge. Lesen Sie dazu doch mal folgende Artikel:

http://www.finanzuni.org/phpBB/viewtopic.php?t=29

http://www.finanzuni.org/phpBB/viewtopic.php?t=31

Gruß,
Maria L.

von
Maria L.

Hallo nochmal,

zum Thema Vererbung der Riesterrente finden Sie hier den Gesetzestext:

http://www.gesetze-im-internet.de/altzertg/__1.html

Und zur "schädlichen Verwendung" können Sie hier etwas nachlesen:

http://www.ifl-online.de/service/bmf_05-08-2002.pdf

Die Riesterrente ist so konzipiert, daß sie ähnlich funktionieren soll wie die gesetzliche Rente. Sie soll im Prinzip nicht vererbbar sein.Es gibt nur für Ehepartner und Hinterbliebene gewisse Ausnahmen, wie bei der gesetzlichen Rente eben auch.

Wenn Sie stattdessen freies Kapitalvermögen bilden, können Sie nachher damit machen, was Sie wollen. Auch z.B. vererben, spenden, oder vor dem Tod eine Weltreise damit bezahlen...

Gruß,
Maria L.

von
Schiko.

Habe mich natürlich über ihren kurzbeitrag als"Riester-Fan"
sehr gefreut.
Liest man hier seitenlange ausführungen gegen die riester-
rente müssten doch eigentlich 11 Mio riestersparer die dep-
pen der nation sein.
Habe lange gewartet ob mir nicht doch jemand die arbeit
abnimmt, will nun als nicht direkt betroffener, jedoch
als vater von vier riesterkindern-zwei davon als bankkauf-
frauen-, die keine ahnung von aktien haben, stellung nehmen.

Realistisch gehe ich nicht vom höchstbetrag abzugsfähiger
sonderasusgaben von 2.100 aus, da muß ja der vorjahres-
verdienst 52.500 gewesen sein ( 52.500 x 4 % = 2100),
sondern von 2.500 monatlich brutto.
Demnach 4% aus 30.000 1.200 gesamtbeitrag, gekürzt
um 154 grundzulage die eigenleistung von 1.046 euro im
jahr.

Sicher auch allgemein bekannt, die zulagen vermindern die
steuerliche begünstig entsprechend. Aber immerhin, es werden
1.200 ( nicht 1.046) zu 100 % steuermindernd geltend gemacht.

Bei 30.000 bruttoverdienst errechnet sich eine zusätzliche
steuervergünstigung von 238./. 154 zulage tatsächlich
84 steuerersparnis. Dies entspricht einer förderquote von
19,83 %.

Als verzinsung nur 2,25% garantiezins zu nennen ist ver-
gleichbar mit der dividende einer aktie ohne kurzgewinn.

Beide werte sind nicht voraussehbar, kommt hinzu, bei riester-
beiträge plus zulagen spielt in 10 jahren auch der zinseszins-
effekt eine rolle.
Ganz naturgemäß ist die riesterrente, wie auch die gesetzliche
rente steuerpflichtig.
Auch hier wird immer wieder verschwiegen, dass existenz-
minimum bleibt außen vor, derzeit 7.664 / 15.328 led./vh.
hinzu kommen von beiden bruttorenten noch ca. 10%
steuermindernd für krankenkassenbeitrag und pflegever-
sicherunmg hinzu.
Es bleibt auch zu hoffen, in 10 jahren werden 7.664/15.328
entsprechend höher sein.

Mit freundlichen Grüßen.

Habe mich natürlich über ihren kurzbeitrag als"Riester-Fan"
sehr gefreut.
Liest man hier seitenlange ausführungen gegen die riester-
rente müssten doch eigentlich 11 Mio riestersparer die dep-
pen der nation sein.
Habe lange gewartet ob mir nicht doch jemand die arbeit
abnimmt, will nun als nicht direkt betroffener, jedoch
als vater von vier riesterkindern-zwei davon als bankkauf-
frauen-, die keine ahnung von aktien haben, stellung nehmen.

Realistisch gehe ich nicht vom höchstbetrag abzugsfähiger
sonderasusgaben von 2.100 aus, da muß ja der vorjahres-
verdienst 52.500 gewesen sein ( 52.500 x 4 % = 2100),
sondern von 2.500 monatlich brutto.
Demnach 4% aus 30.000 1.200 gesamtbeitrag, gekürzt
um 154 grundzulage die eigenleistung von 1.046 euro im
jahr.

Sicher auch allgemein bekannt, die zulagen vermindern die
steuerliche begünstig entsprechend. Aber immerhin, es werden
1.200 ( nicht 1.046) zu 100 % steuermindernd geltend gemacht.

Bei 30.000 bruttoverdienst errechnet sich eine zusätzliche
steuervergünstigung von 238./. 154 zulage tatsächlich
84 steuerersparnis. Dies entspricht einer förderquote von
19,83 %.

Als verzinsung nur 2,25% garantiezins zu nennen ist ver-
gleichbar mit der dividende einer aktie ohne kurzgewinn.

Beide werte sind nicht voraussehbar, kommt hinzu, bei riester-
beiträge plus zulagen spielt in 10 jahren auch der zinseszins-
effekt eine rolle.
Ganz naturgemäß ist die riesterrente, wie auch die gesetzliche
rente steuerpflichtig.
Auch hier wird immer wieder verschwiegen, dass existenz-
minimum bleibt außen vor, derzeit 7.664 / 15.328 led./vh.
hinzu kommen von beiden bruttorenten noch ca. 10%
steuermindernd für krankenkassenbeitrag und pflegever-
sicherunmg hinzu.
Es bleibt auch zu hoffen, in 10 jahren werden 7.664/15.328
entsprechend höher sein.

Mit freundlichen Grüßen.