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Wie krank muss man werden?

von
Verzweifelte

Hallo,

ich bin total mit den Nerven fertig, weil mein Widerspruch zur medizinischen Reha zurückgewiesen wurde. Ich frage mich, wie krank muss man eigentlich sein, dass einem gehofen wird. Ich quäle mich fats jeden tag zur Arbeit und merke, dass ich immer weniger Kraft habe und hatte gehofft dies durch die Reha zu verbessern. Es muss mir anscheinend richtig schlecht gehen, bevor mir geholfen wird. Und ann dauert der genesungsprozess ja auch länger und es entstehen Mehrkosten. Das kann ich einfach nicht nachvollziehen. Aber das ist wohl die Bürokratie hier in Deutschland. Sorry, wenn ich mich hier so auslasse, dass ist sonst nicht meine Art, aber ich musste mal meinem Ärger Luft machen. Das hilft. Und vielleicht kann mir hier ja jemand raten, was ich jetzt unternehmen kann? Psychotherapeuten für ambulante Therapie habe ich schon angerufen, aber die haben wenn überhaupt lange Wartelisten. Also muss ich mich wohl in mein Schicksal fügen und warten, bis ich ganz zusammenbreche.

von
Sabine50

Nein Sie müssen sich nicht in Ihr Schicksal fügen!

Widerspruch einlegen und was ich sowieso frage wer hat Ihnen den zu der Reha geraten? Das war doch sicher der Psychologe oder der hat Ihnen doch ein entsprechendes Schreiben für den Antrag erstellt! Wenn nicht sofort nach holen und zusätzlich den Vdk beim Widerspruch einschalten!
Der Grund der Ablehnung sollte ja auch bekannt sein!
Wenn Sie von der DRV etwas wollen müssen Sie kämpfen ist traurig aber war!

Ansonsten krankschreiben lassen dann löst sich alles früher oder später von alleine!

Alles Gute

von
Volker

Wenn ihr Widerspruch bereits abgelehnt wurde, bleibt ihnen nur die Klageerhebung vor dem Sozialgericht....

Versteifen Sie sich aber bitte nicht zu sehr und nur auf eine med. Reha . Davon hängt nun nicht die Seeligkeit und schon gar nicht ihre Gesundheit ab !

Eine med. Reha soll Sie in erster Linie nur ( in aller kürzester Zeit und ohne Rückischt auf Verluste ) wieder fit für die Arbeit machen und dient nicht so sehr ihrer Gesundheit auf lange Sicht...

Es gibt viele andere ( und meistens bessere ! ) Möglichkeiten auch kurzfrsitig Hilfe zu bekommen. Gerade bei psychischen Erkrankungen ist dies der Fall.

Wenn Sie wirklich ernsthafte psychische Probleme haben - was aus ihren Zelen hervorgeht - sollten und können Sie sich immer und jederzeit in einer psychiatrischen Klinik melden.

Die müssen Sie dann - nach einer entsprechenden Untersuchung natürlich und Stellung der Diagnosen - auch sofort aufnehmen. In schweren Fällen dann stationär , sonst eben ambulant.

Bundesweit verteit auf die einzelnen Kreise/Städte gibt es psychiatrische Kliniken welche einen Grundvervorgungsauftrag für akut psychisch Erkrankte haben und diese dann auch aufnehmen MÜSSEN. Erkundigen Sie sich bei ihrem Hausarzt oder ihrer Stadtverwaltung welche Klnik für ihren Wohnort und damit für Sie zuständig ist !

Da gehen Sie dann einfach mit einer Überweisung ihres Hausarztes hin. Das reicht.

Wenn Sie wirklich schwer erkrankt sind oder ein Zusammenbruch kurz bevorsteht wird ihnen eine med. Reha nicht helfen. Versprechen Sie sich von einer Reha bitte in dieser Hinsicht nicht zuviel. Alleine in der Kürze der Zeit einer Reha ist dies unmöglich ! Im Gegenteil könnte eine Reha dann sogar die ganze Problematik bei ihnen weiter verstärken..

Deshalb ist eine langzeit Behandlung ( z.b. Medikamente, Psychotherpie etc. ) angesagt und selbige kann nur außerhalb einer Reha erfolgen , in einer entsprechenden Klinik oder einem Psychiater / Psychologen vor Ort bei ihnen erfolgen kann. Die Ambulanzen dieser Kliniken haben auch Psychologen , bei denen man von jetzt auf gleich eine Psychotherapie beginnen kann. Wartezeiten wie bei den freien - niedergelassenen - Psychologen ( wo man ja oft 6 Monate oder länger auf einen Termin warten musss ) gibt es da nicht.

von
Volker

hier noch ein Link dazu :

http://www.chlaugwitz.de/psyismad.htm

von
Lili

Meines Wissens wird eine Reha nur genehmigt, wenn die ambulanten Möglichkeiten ausgereizt sind, nicht als Ersatz dafür. Seit wann stehen Sie auf den Wartelisten ambulanter Therapeuten?
Nach Erfahrungen von Bekannten sind Akutkliniken ohnehin oft besser (gute haben allerdings auch Wartezeit), bleiben auf die Schnelle nur entsperchende ambulanzen,

von
Verzweifelte

Danke für die Antworten. Mich würde noch interessieren, wenn ich dann ambulante Hilfe in Anspruch genommen habe, wann ich einen neuen Antrag stellen kann. Gibst es da eine Frist?

von
Lili

Ich bin kein Experte, kenne nur Erfahrungen von Bekannten, z.B. aus der Selbsthilfegruppe. Frist gibt es vermutlich keine, aber wenn der Therapeut den Antrag unterstützt, sind die Aussichten sicher besser.
Allerdings war ich letztes jahr in einer Rehaklinik, die auch eine psychosomatische Abteilung hatte. Nach Aussagen der Patienten aus der Abteilung war das einzig Hilfreiche an dieser Reha die Entlastung von häuslichen und beruflichen Pflichten und der Kontakt mit ebenfalls Betroffenen, nicht die spärlichen Therapien (überwiegend in - oft völlig unpassenden - großen Gruppen).
Gut waren dagegen Akutkliniken wie diese: http://www.lahnhoehe-psychosomatik.de/, die haben aber auch Wartezeiten und erwarten vorher ambulante Therapie.

von
Volker

Den Ausführungen von @lili zu psycho-somatischen Rehas kann ich mich aus eigener Erfahrung nur anschliessen.

Wenn Sie bereits schwerwiegend psychisch erkrankt sind ( wonach es leider bei ihnen aussieht ) , hilft ihnen eine psycho-somatische med. Reha bis auf weiteres wenig bis gar nichts. Dann müssen Sie sich eben erstmal in AKUTbehandlung begeben und erst wenn sich ihre Gesundheit verbessert hat, sollten Sie über eine med. Reha nachdenken.

Die Akutbehandlung einer Erkrankung geht immer vor einer Reha !

Ob also eine Klageerhebung vor dem SG überhaupt aus gesundheitlichen Gründen in ihrem Falle Sinn macht, wage ich zu bezweifeln. Außerdem dauert so ein Gerichtsverfahren bis zum Urteil durchaus auch mal bis zu 1 Jahr und länger...
Das hilft ihnen also kurz - bis mittelfristig überhaupt nicht weiter.

Außerdem werden oft in einer Reha dann noch weitere psychische " Baustellen " eröffnet/aufgedeckt und aus Zeitmangel dann nicht weiter bearbeitet werden können . Ich kenne Leute die die Reha dann abgebrochen haben, weil ihnen selbst plötzlich bewusst wurde bzw. von den Therapeuten gemacht wurde ! , wie krank sie wirklich sind und welche massiven Probleme ( die ihnen vorher gar nicht bewusst waren ) sie haben. Da wird dann quasi ein neues Fass aufgemacht und nicht bearbeitet...

Wenn Sie die Rehaanstellung aber später dann mit Hilfe/Unterstützung durch einen Psychiater/Psychologen oder gar einer Akutklinik vornehmen, bekommen Sie dann eine med. Reha durch die RV mit allergrösster Wahrscheinlichkeit auch genehmigt. Dann liegen soviel fachärztliche Berichte und Diagnosen über Sie vor, das die RV gar nicht mehr anders kann als ihnen eine Reha auch zu genehmigen..

Eine Frist zur erneuten Reha-Antragstellung gibt es nicht. Wenn Sie also jetzt die Frist zur Klageerhebung ( 1 Monat ) verstreichen lassen, wird der Widerspruchsbescheid dann rechtskräftig und dieses Verfahren ist dann für immer erledigt. Einen neuen Rehaantrag könnten Sie dann - theoretisch - 1 Tag später gleich stellen...