Wie läuft die Rentenversicherung bei Selbsständigkeit und Angestellt sein?

von
Susanne Kopf

Ich bin freiberufliche Krankenschwester. In diesem Feld gibt es Probleme in der Rentennversicherung da ich als "Scheinselbstständig" eingestuft werde. Ab 01.04. möchte ich ein Angestelltenverhältnis (30 STd. im Monat) annehmen sowie weiterhin als freiberufliche Krankenschwester nebenbei in anderen Kliniken arbeiten. Das Einkommen wird aus meiner freiberuflichen Tätigkeit höher sein als bei dem Angestelltenposten.
Kann mir jemand sagen, wie es mit der gesetz. RV aussieht? Zahlt die mein zukünftiger AG oder muss ich aus meiner freiberuflichen Tätigkeit heraus selbst noch Beiträge an die Rentenversicherung abführen?

von
Zukunftsrat

Vorbehaltlich der Bestätigung durch einen der DRV-Experten gehe ich von folgender Situation aus:

Angestelltenverhältnis (30 Std./Monat): Ist ganz normal sozialversicherungspflichtig einschl. RV, KV, etc., Beitragszahlung wie üblich bezogen auf das dort erzielte Einkommen häfltig AG und AN.

Freiberufliche Tätigkeit: Hier wird zunächst wieder zu prüfen sein, ob 'Scheinselbständigkeit' vorliegt, also i.d.R. die große Frage, ob ein oder mehrere Auftraggeber vorhanden sind, bzw. wie 'unabhängig' Sie arbeiten. Falls die DRV eine Selbständigkeit wie auch schon zuvor nicht anerkennt, dann müsste sich Ihr 'Auftraggeber' an den SV-Beiträgen beteiligen.

Denken Sie bitte auch daran, dass je nach Status in der gesetzl. Krankenversicherung ggf. noch Beiträge auf die freiberuflichen Einnahmen fällig werden könnten. Dazu kann Ihnen wiederum nur Ihre Krankenkasse näheres sagen.

Ich würde Ihnen wünschen, dass Sie evtl. zumindest für die GKV die Beitragsbemessungsgrenze überschreiten, dann werden die Einkommensnachweise einfacher (Sie würden einfach 'nur' Höchstbeitrag zahlen). Hoffe, Sie erreichen so einen Verdienst.

Hoffe, das hilft fürs erste.

von
Kapunkt

Scheinselbständige eigentlich sind abhängig Beschäftigte, die nach außenhin so tun, als ob Sie Selbständige wären.
Das was Ihr Status nach § 2 Satz 1 Nr. 9 SGB VI aussagt, ist, dass Sie ein "arbeitnehmerähnlicher Selbständiger" sind.

Experten-Antwort

WelGuten Tag Frau Kopf,

wenn jemand parallel in zwei oder mehreren Beschäftigungsverhältnissen steht und der Gesamtverdienst die monatliche Geringfügigkeitsgrenze von 450 EUR übersteigt, besteht grundsätzlich Versicherungspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung. Und es müssen aus den Gehältern aller Beschäftigungsverhältnisse Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam tragen.
Besteht Versicherungspflicht aufgrund einer selbständigen Tätigkeit in der Rentenversicherung, z.B. bei erwerbsmäßiger Pflegetätigkeit oder als Selbständiger mit einem Aufraggeber, und parallel die Versicherungspflicht aus einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis, müssen sowohl aus der selbständigen Tätigkeit als auch aus der Beschäftigung Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt werden. Die Beiträge aus der Selbständigkeit muss der Selbständige allerdings in voller Höhe allein tragen.
Beschäftigt der selbständig Tätige mit einem Auftraggeber oder die selbständig tätige Pflegeperson in dieser Konstellation einen Arbeitnehmer endet die Versicherungspflicht aufgrund der Selbständigkeit. Folglich müssten dann auch keine Beiträge aus der selbständigen Tätigkeit mehr gezahlt werden.
Welche Fallkonstellation in Ihrem Fall zutrifft, ist aus Ihren Angaben nicht eindeutig ersichtlich.
Deshalb sollten Sie Ihren Sachverhalt dringend in einem persönlichen Beratungsgespräch in der für Sie nächstgelegenen Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung klären.

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