Wie oft kann die Rente auf Zeit verlängert werden?

von
Myxin

Ich erhalte seit 2 Jahren eine Erwerbsunfähigkeitsrente auf Zeit. Ich bin zu 100% erwerbsunfähig und gleichzeitig zu 80% Schwerbehindert mit Merkzeichen aG. Aufgrund meines Alters (34) habe ich wohl die Zeitrente erhalten. Eigentlich besteht kein Chance auf Heilung. Ich bin im Grunde bettlegerich und auf die Hilfe meiner Frau angewiesen.

Nun meine Frage: Wie oft kann die Rente verlängert werden, bis sie zu einer Dauerrente umgewandelt wird? Mir geht es in erster Linie um die wiederkehrenden Gutachten. Leider ist jedes Gutachten für mich eine Quälerei, da ich an chronischen Schmerzen leide.

Wird eigentlich mit 60 meine Rente neu berechnet oder bleibt nun meine EU-Rente mit der Altersrente gleich?

Ich danke Euch für Eure Bemühungen.

von
Knappe

Nach §102 Absatz 2 SGB VI ist die Befristung einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit aufgrund medizinischer Prognose auf insgesamt 9 Jahre (3x3) beschränkt. Besteht die verminderte Erwerbsfähigkeit darüber hinaus, ist die Rente ohne Befristung weiter zu leisten. Bei Befristung wegen der jeweiligen Arbeitsmarktlage gilt die max.Befristung von 9 Jahren nicht. Nach §43 Abs.2 SGB VI besteht Anspruch auf die Rente w.voller Erwerbsminderung bis zur Vollendung des 65.Lbj. Anschließend wird nach §115 Abs.3 SGB VI von Amts wegen die Regelaltersrente gewährt.

von
Sepp

Kann ich mit 60 Jahren in Rente gehen, nach 45 Beitragsjahren?

von
KSC

grundsätzlich mal : nein

aber geben Sie doch bitte Ihr Geburtsdatum an und ob Sie schwerbehindert sind.

Dann läßt sich genaueres sagen.

Das neu zu erwartende Gesetz sagt zu den 45 Jahren nur, dass man dann, wenn man mit 65 in Rente geht keinen Abschlag hat.

Wer vorher geht, muss mit Abschlägen rechnen.

von
Myxin

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Wenn ich nun nach 9 Jahren eine EMR auf Dauer bekomme und nun 60 Jahre alt werde, wird da was verändert? Oder wird die EMR einfach nur umbenannt in Altersrente?

von
Antonius

Die Höhe Ihrer errechneten Entgeldpunkte bleibt gleich. Und da der Rentenartfaktor der vollen EM-Rente der gleiche ist wie der RAF der Regelaltersrente, dürfte sich auch nichts an der Zahlungshöhe ändern.

von
bekiss

Ihre Rente wird voraussichtlich durch die Folgerente wegen Alters nicht höher werden. Die Altersrente ist jedoch mindestens in Höhe der bisher bezogenen Rente zu zahlen (Besitzschutz).

Von Amts wegen wird eine Regelaltersrente (derzeit mit 65 Jahren) festgestellt. Wenn Sie die Anspruchsvoraussetzungen erfüllen, können Sie auf Antrag auch früher eine Altersrente beziehen, was jedoch bezüglich der Rentenhöhe zu keinem anderen Ergebnis führt.

Die einmal gewährte Altersrente kann nicht erneut in eine andere Altersrente geändert werden.

von
Myxin

Sehr Hilfreich. Danke.

Aufgrund meiner Schwerbehinderung wird wohl die EMR mit 60 dann umgewandelt, oder?

Naja, unter der Vorausetzung das ich durchhalte und mich nicht aufgebe. Mit tägl. chronischen Schmerzen kampft man von Tag zu Tag...

P.S.
Tolles Forum und tolle Antworten !!!

Experten-Antwort

Eine Umwandlung der Rente wegen Erwerbsminderung in die Regelaltersrente erfolgt von Amts wegen, wenn Sie das 65. Lebensjahr vollendet haben. Sie haben auch die Möglichkeit eine andere Altersrente zu einem früheren Zeitpunkt zu beantragen, sofern die Voraussetzungen für diese Rente erfüllt sind. In diesem Fall erfolgt jedoch keine Umwandlung mehr in die Regelaltersrente nach Vollendung des 65. Lebensjahres.

von
Myxin

Welchen Sinn würde den für mich eine vorzeitige Umwandlung machen? Wenn eh alles so bleibt...

Ausnahme natürlich man erhält plötzlich eine Wunderheilung.

Experten-Antwort

Die Altersrente könnte etwas höher ausfallen als die Erwerbsminderungsrente, da hier noch Zeiten berücksichtigt werden könnten, die nach dem Leistungsfall der Erwerbsminderungsrente liegen.