Wie wird das Rentenjahr berechnet?

von
Ratsuchender

Hallo,
wenn ich Erwerbsminderungsrente bekomme, wie werden die Entgeltpunkte gerechnet? Beispiel:

Eintritt der Erwerbsunfähigkeit im Juli 2007.
Rentenbeginn Februar 2008

1.1. -31.12. 07 insgesamt 44.ooo,oo Euro Pflichtbeiträge

1.1. - 01.03.08 insgesamt 12.320,00 Euro Pflichtbeiträge

Werden für 2007 alle Pflichtbeiträge mit dem Jahres- Durchschnittsentgelt geteilt oder nur die ersten 6 Monate durch das 6 monats-Durchschnittsentgelt ?
Vielen Dank

von
Wolfgang Amadeus

Hallo Ratsuchender,

nachdem Deine Leistungsminderung im Juli 2007 eingetreten ist, werden für die Berechnung der Erwerbsminderungsrente nur die Entgelte bis 31. Juli 2007 berücksichtigt.

Das Jahresentgelt wird somit auf 7/12 gekürzt, dieser Betrag wird durch den vorläufigen Durchschnittsverdienst im Jahre 2007 geteilt (= 29.488), da bei Rentenbeginn der endgültige Durchschnittsverdienst für 2007 noch nicht vorlag.

Somit ergibt sich folgende Berechnung:

44.000 * 7/12 / 29.488

= 0,8704 Entgeltpunkte

von
Ratsuchender

Hallo, danke für die Antwort. Soll das heißen, das jemand, der seinen Antrag später stellt, mehr bekommt? Warum wird das Jahresentgelt auf 7/12 gekürzt, nicht jedoch der Durchschnittsverdienst???
Das halte ich für ungerecht.

von
KSC

der Leistungsfall = Eintritt der Ertwerbsminderung kann nicht durch den Antrag gesteuert werden und ist somit nicht beeinflussbar.
(Wenn Sie heute überfahren werden, ist eben der heutige Tag der Leistungsfall.)

Wäre es gerecht, wenn Beiträge, die nach Eintritt der Erwerbsminderung gezahlt werden, bei dieser Rente noch mitzählen und jemand vielleicht erst dann hohe Beiträge zahlen würde, wenn er sicher ist die Rente auch zu bekommen?

Aber was solls, nicht alle Gesetze werden von allen als gerecht empfunden.

Diese Diskussion führen Sie besser mit den Abgeorneten Ihres Wahlkreises - die "sitzen ja in Berlin und machen die Gesetze".

von
Wolfgang Amadeus

Hallo Ratsuchender,

vielleicht sind Dir nicht die Konsquenzen bewußt, wenn man nach Deiner vorgeschlagenen Weise verfahren würde und bei Teiljahren den entsprechend gekürzten Durchschnittsverdienst berücksichtigen würde:

Nehmen wir an, wir haben zwei Personen, die immer durchschnittlich verdient haben.

Der eine war 20 Jahre durchgehend beschäftigt und hätte somit 20 Entgeltpunkte.

Der zweite war in den 20 Jahren immer nur drei Monate beschäftigt, in der restlichen Zeit hat er "dolce vita" gemacht.

Würde man nach Deiner Weise verfahren und den Durchschnittsverdienst, durch den sein Verdienst geteilt wird, auf drei Monate kürzen, hätte er auch 20 Entgeltpunkte.

Beide würden also die gleiche Rente bekommen, obwohl der eine viermal soviel gearbeitet und viermal soviel Beiträge gezahlt als der andere.

Findest Du das tatsächlich gerecht?

Experten-Antwort

In der Praxis wird das Entgelt zum Monatsende des Leistungsfalles aufgeteilt und durch das jährliche Durchschnittsentgelt ( evtl. das vorläufige Durchschnittsentgelt) aller Versicherten dividiert.