Wie wird die Witwenrente gerechnet?

von
Julia

Guten Tag,

meine Frage lautet, wie meine Witwenrente berechnet wird.

Wird sie vom Jahresbruttolohn meines verstorbenen Mannes gerechnet (40%, weil meine EM-Rente über den Freibetrag hinaus geht mit 703 € mtl.),

oder

von der jetzt ihm zustehenden Rente, wenn er jetzt in Rente gegangen wäre (1349 € mtl.)

oder aber

von der Rente, die ihm in acht Jahren mit seiner Regelaltersgrenze zugestanden hätte (1750 €)?

Wenn meine Vermutungen richtig liegen und das Zweite zutrifft, dürften mir demzufolge 827 € Witwenrente zustehen?

Vielen Dank im Voraus.

von
Knut Rassmussen

.... ist der heutige Rentenanspruch auf eine Erwerbsminderungsrente (kann der letzten Renteninformation entnommen werden.

Davon 60% bzw. 55% je nach Heiratsdatum (oder 25% bei kleiner Witwenrente) - das wäre die maximale Hinterbliebenenrente. Zu beachten ist, dass 3 Monate lang 100% gezahlt werden und ab dem 4. Monat die Einkommenprüfung beginnt.

Experten-Antwort

Ich schließe mich dem Beitrag von "Knut Rassmussen" an.

von
Julia

Zitiert von: Knut Rassmussen

.... ist der heutige Rentenanspruch auf eine Erwerbsminderungsrente (kann der letzten Renteninformation entnommen werden.

Davon 60% bzw. 55% je nach Heiratsdatum (oder 25% bei kleiner Witwenrente) - das wäre die maximale Hinterbliebenenrente. Zu beachten ist, dass 3 Monate lang 100% gezahlt werden und ab dem 4. Monat die Einkommenprüfung beginnt.

Heirat ist vor 2001 und geboren sind beide vor 1961, d.h. es besteht Anspruch auf die große Witwenrente lt. Information dieser Internetseite, aber da ich selber EM-Rente beziehe, netto 703 Euro, liege ich über dem Freibetrag der alten Bundesländer und es stehen mir lt. Online-Beratung eine Witwenrente nach Abzug von 40 % zu.

Das sind meine bisherigen Erkenntnisse, wo ich hoffe, dass sie einigermaßen hinkommen.

Ich weiß aber nicht, wovon die Witwenrente berechnet wird. Einerseits ist meine EM-Rente entscheidend, aber mit welcher Summe meines Mannes wird gerechnet, mit dem Jahresbruttolohn, oder mit der Rente, die ihm aktuell zustehen würde, wäre er jetzt in Rente gegangen oder mit der Rente, die ihn mit seiner Regelaltersrente zugestanden hätte?

von
Julia

Zitiert von: Julia
Ich weiß aber nicht, wovon die Witwenrente berechnet wird. Einerseits ist meine EM-Rente entscheidend, aber mit welcher Summe meines Mannes wird gerechnet, mit dem Jahresbruttolohn, oder mit der Rente, die ihm aktuell zustehen würde, wäre er jetzt in Rente gegangen oder mit der Rente, die ihn mit seiner Regelaltersrente zugestanden hätte?

... da ich bei meinen Termin zum Witwenrente beantragen den letzten Rentenbescheid meines Mannes mitbringen muss, habe ich vergessen zu erwähnen.

Experten-Antwort

Hallo Julia,
als Ausgangswert für die Berechnung der Witwenrente können Sie im Grunde den Betrag heranziehen, den Ihr verstorbener Ehemann als Erwerbsminderungsrente bekommen hätte, da die Berechnung der Erwerbsminderungsrente und der Witwenrente hinsichtlich der zu (inkl. der Zurechnungszeit) zu berücksichtigenden rentenrechtlichen Zeiten gleich ist. Daher hat "Knut Rassmussen" in seinem Beitrag auf auf die letzte, Ihrem Mann zugesandte Renteninformation verwiesen.
Bei der Rentenberechnung werden die Zeiten bis zum Tod Ihres Mannes berücksichtigt. Von dem eigentlich ergebenden Betrag werden dann nach Ablauf des sogenannten "Sterbevierteljahres" 60 % vor Einkommensanrechnung (eben der von Ihnen bezogenen eigenen Erwerbsminderungsrente) als Ausgangsbetrag verbleiben und dann noch die Einkommenanrechnung zu prüfen ist. Wichtig ist daher in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass es sich bei der von "Knut Rassmussen" erwähnten Erwerbsminderungsrente nicht um die von Ihnen bezogene, sondern um diejenige handelt, die Ihr Ehemann bekommen hätte.
Der Mitarbeiter/die Mitarbeiterin wird Ihnen dann die Einkommensanrechnung erläutern. Im Prinzip ist es jedoch so, dass der Differenzbetrag zwischen dem Freibetrag und dem anzurechnenden Betrag ermittelt wird und 40% des übersteigenden Betrages vom o.g. (von mir "Ausgangsbetrag" genannten) Betrag abgezogen werden. Auch hier bitte ich zwischen eben diesen 40 % und den 40% zu unterscheiden, die nach dem Sterbevierteljahr von eigentlichen vollen Rentenbetrag aus der Versicherung Ihres Ehemannes "abgezogen" werden: es handelt sich also bei den Angaben von 40% um zwei verschiedene Beträge (einmal zur Ermittlung der Rentenhöhe vor Einkommensanrechnung und einmal bei der Einkommenanrechnung selber). Das Sie bei der Antragstellung den letzten Rentenbescheid liegt daran, dass man dann bei der Antragsaufnahme den Versicherungsverlauf Ihres Mannes überprüfen kann. Jedoch entnehme ich Ihrer ursprünglichen Frage, dass Ihr Mann noch keine Rente bekommen hat, sodass Sie dann bitte den letzten zugesandten Versicherungsverlauf mitbringen.