Wie wirkt sich Verdienst neben Teil EMR auf die Altersrente aus?

von
Lunatica

Ich habe eine Frage, die mir leider bislang niemand von der DRV beantworten konnte oder ich wurde immer falsch verstanden ..

Und zwar geht es um folgendes:

Ich bin Jahrgang 1964 und beziehe seit 2004 eine Teilerwerbsminderungsrente ( unbefristet )

Ich bin die ganze Zeit als Teilzeitkraft bei meinem Arbeitgeber weiter beschäftig und habe auch vor bis 2031 weiter zu arbeiten .

Nun möchte ich wissen ob sich mein Altersrentenanspruch durch diese Arbeit erhöht?

Meine Teil EMR beträgt netto knapp 580 Euro .. Ich weiß dass es einen Bestandsschutz gibt also das die Altersrente nicht niedriger als die EMR ausfallen darf. . das wären dann ja als volle rente ca 1150 Euro netto

Nun verdiene ich in meiner Teilzeittätigkeit Brutto monatlich noch ca 1800 Euro ( bei knapp 14 Monatsgehältern ) und möchte gern wissen ob und inwiefern sich dieser Verdienst auf die Altersrente auswirkt?

Die Aussagen von Laien dazu reichen von .. das gibt keinen Cent mehr da ja die EM Rente bereits hochgerechnet worden ist .. Bis hin zu natürlich zählt das voll dazu da ich ja weiter einzahle ..

Ich vermute wahr ist beides nicht .. meine Logik sagt mir spätestens nach dem 60. Lebensjahr müsste es voll zählen da die HOchrechnung ja 2004 nur bis zum 60. Lebensjahr reichte..

Aber wie es es mit all den Jahren davor ? Immerhin handelt es sich um 27 Jahre die ich neben der TEil EMRente arbeiten werde .. bislang 16 Jahre ..

Ich hoffe etwas Klarheit in die Sache zu bekommen auch wenn ich einen x. Anlauf nehmen werde in Berlin um eine Berechnung zu bitte weil ich nicht fassen kann das mir niemand in dem Punkt weiterhelfen kann.

von
Siehe hier

Wenn Sie seit 2004 Teil-EM-Rente erhalten, wurde diese, wie Sie richtig schreiben aus Ihrem Verdienst davor hochgerechnet, als hätten Sie diesen weiter erarbeitet bis zum 60. Lebensjahr.
Heute, so schreiben Sie, haben Sie aus Ihrer TZ-Beschäftigung zusätzlich noch Einkünfte in Höhe von 1.800 EUR brutto monatlich.
Die Berechnung der persönlichen Entgeltpunkte (EP) erfolgt aus dem Vergleich Ihres Gehaltes zum Durchschnittseinkommen. Hierfür wird Ihr Gehalt wird durch den Betrag des Durchschnittseinkommens geteilt.
Würden Sie keine Teil-EM-Rente beziehen, würde dieser Betrag also pro Jahr mit 1.800,00 x 12 = 21.600 EUR im Vergleich zu dem Durchschnittseinkommen aus 2019 = 38.212,00 ca. 0,5652 EP betragen.
In 2004 betrug das Durchschnitteinkommen 29.960,00 EUR. Wenn Sie seinerzeit ein Monatseinkommen von 3.200 EUR hatten (jetzt 1.800, damals Vollzeit, Gehaltserhöhungen runtergerechnet) ergab das im Jahr 38.400 EUR, somit 1,495 EP
Gerundet (und ohne weitere zu berücksichtigende ‚Feinheiten‘) wurde Ihre EM Rente also so berechnet, als hätten Sie pro Jahr 1,5 EP erarbeitet. Und das hochgerechnet bis zum 60. Lebensjahr.
Dies bedeutet also, dass Ihr aktueller Verdienst (1.800x12) in 2019, mit 0,5652 um 0,9375 EP niedriger wäre, als die bis zum 60. Lj bereits berücksichtigten 1,5 EP.
Somit sieht es so aus, als sei das Arbeiten für die Katz… Stimmt aber nicht, denn Sie haben neben der Teil-EM-Rente zusätzlich Ihr Einkommen aus TZ-Arbeit. Und ja, grob gerechnet wird Ihre Rente dann nur 2x so hoch sein wie die aktuelle Teil-EM-Rente. Und aus aktueller Sicht ein paar wenige 0,… % Punkte mehr.
Da aber bis dann, wenn Sie tatsächlich 60 werden, dann immer noch ihren TZ-Job haben und dann erst mit 63 + irgendwelche Monate Sie in vorgezogene Altersrente gehen können, noch einige Gesetzesänderungen gar nicht abzusehen sind, kann Ihnen heute keiner zuverlässig voraussagen wie hoch Ihre Rente im Jahr 2031 sein wird. Das ist leider so. Denn auch dass das Rentenniveau nicht unter 48 % des Durchschnittseinkommens sinken darf, ist zunächst nur bis 2025 gesichert.
Und theoretisch dürfen Sie sich auch freuen, dass Sie, wenn Sie dann später aus der EM-Rente in normale Rente wechseln von dem Steuersatz vor 50% profitieren… Denn nach aktueller Lage bleibt der auch erhalten… Aber keiner weiß, was Gesetzesänderungen noch für Folgen haben können…

Also bleiben Sie weiter interessiert am Thema, arbeiten Sie, so lange Sie es auch mit Einschränkung noch können und ansonsten bleiben Sie gesund!

von
Tom

Hallo,

ich habe genau die gleiche Konstellation...Dauer-T-EM und arbeitet noch Teilzeit.

Ich habe von der DRV mir Proberechnungen anfertigen lassen (Schwerbehindertenrente, Rente mit 65 und Rente mit 67).

Rente mit 67 brachte, lt. Proberechnung und nach heutiger Gesetzeslage noch noch einige Euros mehr wegen der Teilzeit.

So kann ich zu mindestens grob abschätzen wann ich was voraussichtlich bekomme.

Also kurz an die DRV schreiben und die Proberechnungen anfordern.
Hat bei mir zwar recht lange gedauert, aber ich bekam sie.

Gruß

von
KSC

Wirklich sinnvoll sind solche Probeberechnungen aber erst ungefähr ein Jahr vor der Altersrente.
Bedenke ich dass der Fragesteller bestenfalls mit 62 (falls schwerbehindert) im Jahr 2026 oder mit 63 im Jahr 2027 in AR gehen kann, macht eine Berechnung heute - also 6-7 Jahre davor - nur beschränkt Sinn.

Experten-Antwort

Hallo User Lunatica,

die User haben Ihnen die wichtigsten Hinweise gegeben. Von unserer Seite ist nichts hinzufügen. Wichtig ist der Aspekt von User „Siehe hier“ bzgl. der möglichen Gesetzesänderungen, die noch kommen können.
Grundsätzlich darf bei einem Wechsel von Erwerbsminderungsrente in Altersrente die Ihnen zustehende Bruttorente nicht niedriger werden.
Wie ein User gesagt hat, bleiben Sie am Thema dran, fragen Sie in losen Abständen mal nach, ob sich etwas an der Rechtslage geändert hat. Am besten beim zuständigen Rentenversicherungsträger.

von
Sucher

Zitiert von: Tom
Hallo,

ich habe genau die gleiche Konstellation...Dauer-T-EM und arbeitet noch Teilzeit.

Ich habe von der DRV mir Proberechnungen anfertigen lassen (Schwerbehindertenrente, Rente mit 65 und Rente mit 67).

Rente mit 67 brachte, lt. Proberechnung und nach heutiger Gesetzeslage noch noch einige Euros mehr wegen der Teilzeit.

So kann ich zu mindestens grob abschätzen wann ich was voraussichtlich bekomme.

Also kurz an die DRV schreiben und die Proberechnungen anfordern.
Hat bei mir zwar recht lange gedauert, aber ich bekam sie.

Gruß

Ich habe genau die gleichen Voraussetzungen und warte auf die Probeberechnung seit Februar...
Nach allem was ich bisher gelesen habe rechne ich nicht mit einer höheren möglichen vorgezogenen Altersrente (10,8% Abschlag) ab 1.1.2021.
LG Uwe

von
Manuel

Die Berechnung hier ist in der Tat nicht rivial und von sehr vielen individuellen Parametern abhängig.
Von daher muss wohl vieles ohne Kenntnis dieser Parameter im Ungewissen bleiben.

Ich würde mir hier an ihrer Stelle eine Probeberechnung für genau den Fall machen lassen, der hier für sie zur Frage steht. Dann sehen sie ja ziemlich leicht, ob sich ihre zusätzlichen Rentenpunkte am Ende rentenerhöhend auswirken oder nicht. Zwangsläufig ist das aber sicher nicht, aber auch nicht ausgeschlossen (individuelle Parameter und so).

Ansonsten würde ich mich für eine wirklich unabhängige Beratung an einen Sozialverband wenden oder aber an einen unabhängigen Rentenberater. Evtl. gibt es andere "Aussteigsszenarien", die sich rentenerhöhend auswirken würde.
Kostet halt ein wenig Geld (bei den Sozialverbänden sehr überschaubar und auch absetztbar). Ich kannte das bei meinem Rentenbeginn nicht und hatte mich blind auf die Auskunft der DRV verlassen. Wie ich heute weiß, war die falsch (bzw. unvollständig) und kostete mich doch einiges an Geld.

Ansonsten noch die Anmerkung, dass mich die oftmaligen Hinweise hier, dass man keine Zukunftsprognosen abgeben könne, sehr befremden. Jede Rentenauskunft, Klärung, Probeberechnung etc. ist nicht anderes. Dabei wird natürlich immer die augenblickliche Rechtslage zugrunde gelegt. Und unter genau dieser Prämisse wird hier auch jede Frage gestellt und beantwortet. Das ist eine Binsenweisheit.
Weshalb jetzt auf diesen Sachverhalt begründet Aussagen angeblich nicht getroffen werden können, ist nicht nachvollziehbar.

von
Berater

Zitiert von: Manuel
Weshalb jetzt auf diesen Sachverhalt begründet Aussagen angeblich nicht getroffen werden können, ist nicht nachvollziehbar.

Je länger im Voraus derartige Proberentenberechnungen angefordert werden, desto ungenauer und fiktiver sind diese.
Daher sind die getroffenen Aussagen sehr gut nachvollziehbar!
Sie sehen also, es kommt auf den Blickwinkel an und wofür benötigt man eine derartige schwammige Information.

von
Manuel

Zitiert von: Berater

Je länger im Voraus derartige Proberentenberechnungen angefordert werden, desto ungenauer und fiktiver sind diese.
Daher sind die getroffenen Aussagen sehr gut nachvollziehbar!
Sie sehen also, es kommt auf den Blickwinkel an und wofür benötigt man eine derartige schwammige Information.

da ist gar nichts schwammig. Mit gesetzten Parametern und unveränderter Rechtslage kann man das Centgenau ausrechnen und wird ja auch gemacht, bei Millionen Arbeitnehmern alle zwei Jahre.

Natürlich sind Grundannahmen zu treffen. Das gilt auch für alle Riester-, Lebensversicherungspolicen und eben einfach alle Kalkulationen für die Zukunft. Das steht jedenfalls nicht gegen entsprechende Kalkulationen.

Auch die Sinnhaftigkeit für freiwillige Rentenzahlungen setzten immer Grundannahmen voraus, die sich natürlich immer auch mal ändern können. Und diese werden allenthalben unter bestimmten Umständen empfohlen- auch von der DRV.
Und zwar ungeachtet der Tatsache, dass diese Zahleungen später bei geänderter Rechtslage evtl. einfach nur rausgeschmissenes Geld gewesen sind.

Und wenn wir alle davon ausgehen, dass es später evtl. gar keine Rentenzahlungen mehr geben _könnte_, dann sollten alle sofort in Panik verfallen- tun wir aber alle nicht, weil wir eben darauf Vertrauen, dass es welche gibt.
Und das gilt wie gesagt für alle Investitionen, die auf Annahmen beruhen.

Es gibt JETZT gewisse Regeln/Gesetze, und die Eingangsfrage war, wie sich diese Regeln JETZT angewandt auswirken WÜRDEN bei UNVERÄNDERTER Rechtslage. Und das kann man sehr wohl ganz genau beantworten.
Niemand hat nach einer Garantie gefragt, was in X Jahren dann tatsächlich sein wird. Das sollte jeder verständige Mensch wissen, dass einem das niemand sagen kann.