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Wiedereingliederung

von
Leo

Ich bin in Rente auf Zeit und da mein Arbeitsverhältnis im Betrieb nun ruht frage ich mich gerade, was ist wenn ich irgend wann wieder arbeiten gehen kann, macht die Wiedereingliederung der renten Träger ? Setzt dieser sich mit meinen Betrieb in verbindung und kläart das dann ? Bekommt man dann etwas mehr geld als die rente weil man den versuch startet wieder zu arbeiten ?

von
Klemens

Hier einmal grundsätzliches zu einer stufenweisen Wiedereingliederung :

http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Stufenweise-Wiedereingliederung-465.html

Lesen Sie sich da mal ein bischen ein, da die Materie nicht ganz einfach ist.

Zu ihrem Fall :

Wenn die EM-Rente irgend wann dann mal abgelaufen ist und Sie keinen Verlängerungsantrag gestellt haben bzw. dieser rechtskräftig abgelehnt wurde und Sie auch nicht weiter Arbeitsunfähig sind - also von ihrem behandelndem Arzt dann weiter krank geschrieben werden- gelten Sie als voll arbeitsfähig.

Sie müssen dann ihre alte Arbeit in ihrer alten Voll - oder Teilzeitarbeitszeit sofort wieder antreten.

Dann kommt für Sie gar keine Wiedergliederung in Betracht !

Grundsätzlich und normalerweise ist auch die Krankenkasse für eine WE zuständig und nicht die RV. Die Krankenkasse zahlt aber eine WE nur , wenn man arbeitsunfähig ist und Krankengeld bezieht.

Die RV trägt die Kosten für eine WE nur unter ganz speziellen Voraussetzungen , wie z.b. direkt ( innerhalb von 14 Tagen ) nach Beendigung einer med. Reha oder wenn Sie aus der Krankenkasse ausgesteuert sind und keinen Anspruch mehr auf Krankengeld haben.
Beides ist bei ihnen offensichtlich aber nicht der Fall.

Die EM Rente würde übrigens während einer WE wo die RV Kostenträger ist, natürlich nicht weiter gezahlt ( warum auch - sie ist ja abgelaufen ) sondern Sie bekämen dann Übergangsgeld .

Hier können Sie die Voraussetzungen unter denen die RV eine WE bezahlt und genehmigt nachlesen :

http://www.deutsche-rentenversicherung-rlp.de/DRVRLP/de/Inhalt/02_Hauptnavigation/04_Formulare%20und%20Publikationen/01_Formulare/Stufenweise%20Wiedereingliederung%20Rahmenkonzept.html?nn=68580

Möglichweise käme aber auch in ihrem speziellem Fall die Agentur für Arbeit dann als Kostenträger einer Wiedereingliederung bei ihrem alten Arbeitgeber in Frage.

Sie sollten sich dazu einmal ausführlich -vielleicht beim Vdk/SovD und bei der AfA - beraten lassen. Aber nicht heute sondern erst bei Ablauf der EM-Rente und wenn dieser Fall auch wirklich eintritt !

Kümmern müssen Sie sich selbst um eine WE. Ihr behandelnder Arzt fungiert dabei quasi als Koordinator des ganzen und hat das entsprechende Formular da, was er mit seinem med. Teil dann ausfüllt und Sie den Rest.

Dem Arbeitgeber dies vorlegen und fragen ob er überhaupt einer WE zustimmt , müssen Sie natürlich selbst.

Also als aller erster und bevor überhaupt etwas hinsichtlich eine WE mit der RV/Krankenkasse/AfA " angeleiert " wird, muss man den Arbeitgeber fragen, ob dieser einer geplanten WE überhaupt zustimmen würde oder nicht.

Lehnt ihr AG eine WE ab , ist die Sache sowieso sofort vom Tisch und Sie müssen dann eh sofort in Vollzeit wieder anfangen zu arbeiten !

Und etwas " mehr " Geld bekommen Sie während einer WE auch nicht. Sie bekommen entweder Krankengeld der Krankenkasse oder Übergansgeld der RV oder AfA. Die in der Zeit der WE geleistet Arbeit machen Sie dann quasi zusätzlich und für
" lau " ...

Im übrigen sollten Sie auch nicht zwangsläufig davon ausgehen, das ihr Arbeitsverhältnis weiterhin während der ganzen Zeit der Berentung auch bestehen bleibt. Vor allen wenn Sie jetzt viele Jahre lang und immer wieder befrsitet berentet werden, nehmen viele Arbeitgeber dies zum Anlass eine Kündigung auszusprechen.

Ihr Arbeitgeber kann das Arbeitsverhältnis jederzeit während einer Berentung - wenn nicht tarifvertragliche und/oder Arbeitsvertraglich geregelt- auch kündigen.

von
Leo

Ich habe gerade erst eine Verlängerung meiner Rente bekommen und beim Arbeitgeber eingereicht, das bedeutet selbst wenn ich nun hin gehen würde muss der Arbeitgeber überhaubt zu stimmen das ich wieder kommen kann oder bedeutet das er sagen kann aber nur ohne Wiedereingliederung ? Nehmen wir an er ist damit einverstanden das ich wieder komme, muss ich dann mich an die Krankenkasse wenden wegen der Wiedereingliederung oder an den renten Träger ? Sorry ist ein bissel kompliziert das ganze.

von
Klemens

Ja, natürlich kann ihr Arbeitgeber eine WE ablehnen und von ihnen verlangen, das Sie nach Ablauf der EM-Rente sofort wieder in Vollzeit anfangen müssen zu arbeiten !

Sie müssen heute und aktuell doch aber gar nicht mit ihrem AG wegen einer WE sprechen, weil diese - wegen der EM-Rente - doch derzeit gar nicht in Frage kommt.

Wenn Sie jetzt erst die EM-Rente ( sicher ja für 1-3 Jahre ) verlängert bekommen haben, stellt sich doch HEUTE und bis auf weiteres das Problem einer Wiedereingliederung doch gar nicht.

Warum wollen Sie also jetzt dann noch zu ihrem AG gehen und wegen einer WE ( die vielleicht nie stattfindet , weil Sie vielleicht beim nächsten Verlängerungsantrag unbefristet berentet werden oder zwischenzeitlich bereits gekündigt wurden .. ) fragen ?

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum Sie sich aktuell überhaupt über eine WE Gedanken machen....

Grundsätzlich muss ihr Arbeitgeber - wie schon mehrmals angegeben - einer Wiedereingliederurng zustimmen. Die Ablehnung einer WE braucht er auch nicht begünden oder sonst etwas. Manche Arbeitgeber machen grundsätzlich keine WE , da dadurch z.b. der Betriebsablauf und/oder der Betriebsfrieden gestört werden könnte.

Will der AG Sie z.b. jetzt " los werden " ist eine EM-Rente die beste Möglichekeit dazu und dann wird er niemals einer WE zustimmen , sondern abwarten ob Sie ihre volle Arbeitskraft jemals wieder zur Verfügung stellen können oder er wird ihenn aus Kostengründen gleich kündigen.

Der Arbeitgeber kann - wenn er will ! - im Prinzip in Ruhe alles abwarten. SIE als Arbeitnehmer müssen ihre vertragliche geschuldete Arbeitskraft in voller Höhe dem AG wieder zur Verfügung stellen. Können Sie dies nach der EM-Rente nicht , wird und kann er ihnen kündigen aus persönlichen Gründen und wegen fehlender Leistungsfähigkeit .

Auch in der Zeit einer Berentung verursachen Sie übrigens ihrem AG Kosten ( z.b. Versicherungskosten, Beiträge zur Berufsgenossenschaft etc. pp etc. ) und darum wird eben oft dann aufgrund der Berentung seitens des AG das Beschäftigungsverhältnis aufgelöst/gekündigt.

Ihr Arbeitsplatz wird sicher bei längerer Abwesenheit von jemand anderem - auf Dauer - besetzt weden müssen und dann werden Sie womöglich gar nicht mehr benötigt ..

Glauben Sie ernsthaft das in der heutigen Zeit, ein Arbeitgeber bis zum Sankt Nimmerleinstag ( also dem Ende ihrer Rente - wann immer das sein wird ..) abwartet , ob Sie überhaupt und wenn ja in welcher gesundheitlichen Verfassung ein Arbeitnehmer dann zum Betrieb zurückkehrt ??

Wenn der AG also eine WE ablehnt müssen Sie sofort nach Auslaufen der EM-Rente wieder in Vollzeit bei ihm anfangen.

Stimmt er einer WE zu, müssen Sie zu dem Zeitpunkt dann ARBEITSUNFÄHIG sein und Krankengeld von der Krankenkasse beziehen. Dann und nur dann ist die Krankenkasse für die WE zuständig. Also der Antrag der WE liefe dann über die Krankenkasse und Sie bekommen Krankengeld.

Die RV ist nach Ablauf einer EM-Rente für eine WE nicht mehr zuständig. Hatte ihnen doch den Link geschickt in der Sie das alles nachlesen können..

Sie machen wahrscheinlich einen Denkfehler insofern, das Sie meinen das nach einer EM-Rente immer erst als Wiedereinstieg eine WE stattfinden müsste. Dies ist aber aber nicht der Fall.

Läuft die EM-Rente aus, gelten Sie ja wieder als voll erwerbsfähig und auch als voll arbeitsfähig - wenn Sie denn nicht sich sofort wieder von ihrem Arzt krank schreiben lassen. Dann falllen Sie in den Krankengeldbezug der Voraussetzung dafür ist, das seitens der Krankenkasse eine WE auch bezahlt wird.

von
Leo

Ok vielen dank das habe ich nun verstanden. Noch eine Frage, was ist wenn ich zB in einem halben Jahr meine ich kann wieder arbeiten gehen und gehe zu meinen AG, muss er mich dann wieder Einstellen oder kann er sagen Nein erst wenn die rente abgelaufen ist?

von
Klemens

Grundsätzlich hat eine EM-Rente und ein Arbeitsverhältnis nichts miteinander zuu tun. Das sind 2 völlig verschiedene Dinge die auch getrennt voneinader betrachtet werden müssen - es sei denn es gibt für diesen Fall ensprechende tarifvertragliche und/oder Vereinbarungen in ihrem persönlichem Arbeitsvertrag.

Also wenn das Arbeitsverhältnis zu dem Zeitpunkt dann noch besteht und nicht aufgelöst wurde, können Sie selbstverständlich jederzeit - auch während der Berentung - wieder bei ihrem Arbeitgeber " aufschlagen " und anfangen zu arbeiten. Wenn er Sie nicht gekündigt hat muss er Sie - erstmal zumindest - wieder nehmen. Sie bieten ihm damit ja ihre Arbeitsleistung und die Erfüllung ihres Arbeitsvertrages wieder an.

Allerdings dann natürlich eben gleich in Vollzeit bzw. ihrer alten Arbeitszeit und vor allem mit voller Leistungsfähigkeit - nicht mit halber Kraft !

Und ich denke genau das wird eben nicht funktionieren und wird dann möglicherweise zur Kündigung führen wegen fehlender Leistungsfähigkeit...

Grundsätzlich können Sie aber als voller EM-Rentner durchaus bis zu 400 Euro pro Monat und bis zu 3 Stunden täglich sowieso arbeiten - auch bei ihrem jetzigen Arbeitgeber. Das ist hinsichtlich der EM-Rente auch kein Problem und ist auch nicht rentenschädlich.

Vielleicht können Sie so eine Regelung mit ihrem AG treffen und damit erst mal auch für sich dann ihre Leistungsfähigkeit testen !

Aus eigener Erfahrung kann ich ihnen sagen, das man als EM-Rentner und gerade auch bei schon längerer Berentung dann seine aktuelle Leistungsfähigkeit regelmäßig überschätzt und deshalb sehr sehr vorsichtig mit einer Arveitsaufnahme sein sollte. Von gesundheitlichen Rückschlagen durch diese Arbeitsaufnahme möchte ich hier erst gar nicht weiter sprechen..

Überschreiten Sie jedoch die 3 Stunden Regelung werden Sie spätestens beim nächsten Verlängerungsgantrag dann in Erklärungnot geraten und womöglich wird ihnen dann die EM-Rente nicht weiter verlängert oder zu einer teilweisen EM-Rente herabgestuft, weil Sie dann nicht mehr als voll erwerbsgemindert eingestuft werden.

Jede Arbeitsaufnahme gegen Entgeld müssen Sie übrigens der RV unverzüglich melden.

Durch Rückfragen der RV beim Arbeitgeber hinsichtlich des Einkommens und der geleisteten Arbeitszeit würde eine Überschreitung der 3 Stunden Regelung höchstwahrscheinlich auch auffallen. Dann könnte theoretisch zumindest auch während der Laufzeit ihrer jetzigen EM-Rente eine Überprüfung selbiger dahingehend statttfinden , ob Sie überhaupt noch zumindest voll EM sind. Letztlich und im schlimmsten Falle könnte diese Prüfung ihrer aktuellen Leistungsfähigkeit auch zum vorzeitgen Entzug ihrer EM-Rente führen, sind womöglich mittlerwiele von ihrem AG entlassen worden und stehen dann ohne alles da !

Überlegen Sie sich also sehr sehr gut , ob Sie dies Riisko der Arbeitsaufnahme über 3 Stunden während der Berentung mit allen daraus resultierenden Konsequenzen für die EM-Rente eingehen. Ich würde es keinesfalls.

Solange Sie aber bis 400 Euro und unter 3 Stunden täglich bleiben ist das alles rentenrechtlich kein Problem.

Alles Gute für Sie.

Experten-Antwort

Hallo "Leo",

Klemens hat Ihnen ja schon ausführlich und sehr fundiert zu Ihrer Frage geantwortet.

Bitte beachten Sie das Ende Ihrer Rente wegen Erwerbsminderung. Sollten Sie der Auffassung sein, dass Sie weiterhin erwerbsunfähig sind, sollten Sie rechtzeitig vorher mit Ihrem Rentenversicherungsträger Kontakt aufnehmen und nach einer Nachuntersuchung fragen, sofern Sie nicht bereits von Ihrem Rentenversicherungsträger zu einer Nachuntersuchung eingeladen wurden.

Im Rahmen der Feststellung der Erwerbsunfähigkeit ist auch immer zu prüfen, ob die Erwerbsfähigkeit durch eine Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben wesentlich gebessert oder wiederhergestellt werden kann.

Eventuell kämen dann für Sie auch Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben in Frage. Sollte dies der Fall sein, müsste der Rentenversicherungsträger prüfen, in wieweit ein Anspruch auf Übergangsgeld besteht.

Sie sollten sich nicht verrückt machen. Gegen Sie rechtzeitig vor dem Ende der Rente wegen Erwerbsminderung auf Zeit zu einer Auskunfts- und Beratungsstelle bei Ihrem Rentenversicherungsträger und lassen sich dort ausführlich beraten. Hier wird man Ihnen sicherlich gern weiterhelfen.

Ihr Experte