Wiedereingliederung + Betrieb wechseln

von
sabsi

Ich befinde mich seit 5 Moanten in einer Wiedereingliederung zu Lasten der RV. Leider hatte ich gesundheitliche Probleme und starke Schmerzen, so dass der Wiedereingliederungsplan immer wieder angepasst werden musste. Mein Chef war von Anfang an einverstanden mit der Wiedereingliederung und hat den Plan auch sofort unterschrieben. In dem Plan von der Rehaklinik und den Änderung von meinem Arzt hier war u.a. vorgeshen, dass ich wie unter normalen Umständen auch in der Vormittagsschicht arbeite und eine 4 Tage Woche habe (das steht auch in meinem Arbeitsvertrag). Außerdem sollte ich bestimmte Tätigkeiten meiner Gesundheit zu Liebe nicht durchführen u.a. nicht auf Leitern klettern oder im Lager arbeiten, schwere Lasten tragen etc.
Am Anfang war das auch kein Problem, wobei meine direkte Vorgesetzte schon gemurrt hat. Außerdem hat sie mich gerne morgens alleine mit den Auszubildenden im Laden gelassen. Mein Chef hat sie aber immer wieder darauf hingewiesen, dass es darum geht, dass ich mich möglichst schonend intergriere und ich nur zusätzlich da bin und keine vollwertige Arbeitskraft bin.

Leider ist mein Chef vor 1 1/2 Monaten ernsthaft erkrankt und wird wohl frühstens nächstes Jahr im Mai wieder da sein. Seitdem ist es für den größten Teil von uns Angestellten in unserer Filiale die Hölle. Meine Vorgesetzte hatte auch schon vor meiner Erkrankung generell Probleme mit mir und den "Privilegien" (z.B. die Arbeitszeit), die die altgedienten Angestellten und somit auch ich haben.
Seitdem setzt sie mich fast ausschließlich für Arbeiten ein, die ich körperlich nicht schaffe, lässt mich morgens alleine oder nur mit Azubis den Laden öffnen, versucht meine Arbeitszeit nur noch auf nachmittags und abends zu legen, teilt mich 6 statt 4 Tage die Woche ein und verlangt ständig Überstunden von mir. Ich hab ihr merfach versucht zu erklären, dass sie sich an die Vereinbarung, die mein Chef ja unterschrieben und ihr als Kopie gegeben hat, halten muss. Außerdem habe ich versucht ihr klar zu machen, dass ich keine Überstunden machen darf. Bis jetzt vergebens. Auch der Betriebsrat und die Gewerkschaft sind schon mit dem Thema Mobbing gegenüber mir und auch einigen meiner Kollegen beschäftigt.
Nun habe ich ein Angebot von meinem alten Chef bekommen, bei dem ich vor 8 Jahren meine Ausbildung abgeschlossen hatte. Dort könnte ich auch meine Wiedereingliederung fortsetzen und notfalls auch eine Umsetzung durchführen, falls ich auch unter besseren Arbeitsbedingungen es nicht schaffen sollte wieder Vollzeit zu arbeiten. Das habe ich jetzt auch schriftlich.
Nach Auskunft der Gewerkschaft könnte ich auf Grund des Mobbings (es gab auch noch mehr ,vorallem persönliche, Aktionen gegen mich) auch fristlos kündigen. Somit könnte ich schon im November dort anfangen.
Meine Sachberbeiterin von der RV war einige Monate erkrankt und ich hatte noch vor 3 Wochen mit ihrem Vertreter darüber gesprochen. Er meinte, es wäre überhapt kein Problem unter diesen Umständen die wiedereingliederung in einem anderen Betrieb fort zu führen. Schon vorher hatte er mir einen Stellenwechsel nahegelgt.
Seit 2 Wochen ist meine Sachbearbeiterin wieder da und ich habe ihr den Vertrag meines hoffentlich neuen Chefs und sein Schreiben bezüglich der Wiedereingliederung vorgelegt. Sie wollte sich die Akte ansehen und sich einarbeiten, meinte aber erst auch das ganze wäre kein Problem.
Nun habe ich Donnerstag Post von einem 3. Sachbearbeiter (telefonisch nicht erreichbar)bekommen, dass ich auf keinen Fall den Betrieb wechseln dürfte. Die einizige Möglichkeit für mich wäre, die Wiedereingliederung abzubrechen und mich einige Wochen wieder krank schreiben zu lassen. Dann könnte ich ja eine neue Wiedereingliederung zu Lasten der GKV starten. Mein Arzt und die Krankenkasse sagen dazu, dass es sehr wohl so geht, wie es der erste Sachbearbeiter mit mir abgesprochen hat. Trotz mehrfacher telefonischer Versuche habe ich nur 1mal mit meiner jetzigen Sachbearbeiterin sprechen können, die dann nur meinte, ich könne ja nicht einfach so meine Wiedereingliederung abbrechen, weil ich keine Lust mehr hätte für meinen jetzigen Arbeitgeber zu arbeiten. Dies ginge nur aus medizinischen Gründen und die müssten dann vom MD geprüft werden. Ansonsten könne sie ja nochmal meine Vorgesetzte zu einem Gespräch einladen. Ich habe ihr dann erklärt, dass ihr Kollege dies 3 mal getan hat um die Probleme zu klären, und dass sie alle 3 Mal nicht aufgetaucht ist. Außerdem will ich ja gar nicht abbrechen, sondern nur den Betrieb wechseln, damit ich bald endlich wieder voll arbeiten kann.
Jetzt ist meine Frage, ob es wirklich nicht möglich ist den Betrieb während der Wiedereingliederung zu wechseln, wenn eine Wiedereingliedrung im eigentlichen Betrieb einem nahezu unerträglich gemacht wird.

von
Klaus-Peter

Eine Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell ist max. 6 Monate lang möglich. Und Sie haben bereits 5 davon rum. Also der Drops ist eh bald gelutscht...

" Jetzt ist meine Frage, ob es wirklich nicht möglich ist den Betrieb während der Wiedereingliederung zu wechseln, wenn eine Wiedereingliedrung im eigentlichen Betrieb einem nahezu unerträglich gemacht wird. "

Ich würde ihnen dringend raten diese Frage einem Fachanwalt für Arbeitsrecht oder Sozialrecht zu stellen. Nur dort bekommen Sie eine rechtssichere Auskunft und falls gewünscht bei Problemen auch gleich rechtlichen Beistand.

In einer neuen Firma bzw. bei einem neuen Arbeitgeber ist meiner Meinung nach aber leider keine Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell möglich. Dies ist nur vorgesehen für jemanden wie Sie der eigentlich in seiner alten Firma und dem alten Arbeitsplatz wieder Fuß fassen will . Steht auch hier unter Punkt 3 als Vorraussetzung :

" •Der Versicherte wird am bisherigen Arbeitsplatz eingesetzt. "

http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Stufenweise-Wiedereingliederung-465.html

In einer neuen Firma könnten Sie - wenn Sie wieder einigermassen fit sind aber Teilhabe am Arbeitsleben beantragen. Allerdings wird die RV dann erstmal genau prüfen ob Sie nicht schon Erwerbsgemindert sind.

Desweiteren würde ich dazu raten die WE jetzt sofort abzubrechen aus gesundheitlichen Gründen. Diese Möglichkeit haben Sie ja jederzeit ohne sich irgednwo rechtfertigen zu müssen. Ihr Arzt muss Sie halt nur dann weiterhin krankschreiben. Es bringt ja nichts wenn Sie jetzt immer weiter ihre Restgesundheit ruinieren. Wenn die neue Chefin nicht mitspielt und sich an die Regeln hält wird es schwer werden dagegegen vorzugehen. Wie es aussieht will die Chefin Sie letztlich wohl auch rausmobben und Sie so jetzt los werden. Und damit wird Sie ganz am Ende auch Erfolg haben. Das ist gängige Praxis, so schlimm wie das ist. Das muss man aber klar so sehen und je früher umso besser !

Selbst fristlos kündigen ist NICHT anzuraten. Sie verlieren darum alle Ansprüche an ihren Arbeitgber, da es schwer werden dürfte event. vor Gericht den Vorwurf des Mobbings zu beweisen. Die bessere Lösung wäre eben wenn Sie jetzt die WE abbrechen. Dann sind Sie erstmal weiter krankgeschrieben und bekommen Krankengeld. Und evet. kündigt dann ihre Chefin ja ihnen und Sie könnten dann vor Gericht per Klage dagegen vorgehen und auch das Mobbing dann zum Thema machen, aber nur um noch eine Abfindung zu erwirken und dann danach die neue Stelle antreten.

Was die abeitsrechtliche Seite anbelangt sollten Sie sich auch hierzu dringend bei einem Fachanwalt für Arbeitsrecht erkundigen. Da lauern nämlich viele Fallen in die Sie als Arbeitnehmer tapsen können. Sie sind in einer ganz schwierigen Situation die letztlich nur mit Anwaltlicher Hilfe zufriedenstellend für Sie zu lösen sein wird.

von Experte/in Experten-Antwort

Guten Morgen Sabsi,
grundsätzlich ist die stufenweise Wiedereingiederung ausschließlich am bisherigen Arbeitsplatz möglich.
Aber kein Grundsatz ohne Ausnahme. Ich würde Ihnen empfehlen, mich mit dem vorgesetzten Mitarbeiter /der vorgesetzten Mitarbeiterin verbinden zu lassen um einen Ermessensspielraum auszuloten.
Mit freundlichem Gruß