Wiedereingliederung nach Reha - Auswirkung auf EM-Renten-Antrag

von
Tina

Guten Tag,

ich beginne in den nächsten Tagen eine neurologische Reha. Ich bin seit ca 1,5 Jahren krankgeschrieben und werde noch während der Reha ausgesteuert.
Ich befinde mich in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis.

Der Antrag auf ALG1 im Rahmen der Nahtlosigkeit läuft, sieht aber schlecht aus weil die DRV mir einen im September 18 gestellen Rentenantrag auf Erwerbsminderungsrente abgelehnt hat (inkl. Widerspruch).
Nun möchte ich mit dem Reha-Bericht (je nachdem was die zu meiner Leistungsfähigkeit sagen) einen neuen Antrag stellen.

Meine Hoffnung wäre die halbe Rente und ein wöchentliche Arbeitszeit zwischen 16-20 Stunden. Je nachdem wie viel wirklich noch geht.

Das würde ich gerne in einer Wiedereingliederung herausfinden.

Nun habe ich gelesen, dass eine Wiedereingliederung welche aus der Reha heraus veranlasst wird (und somit von der DRV finanziert wird) negative Auswirkungen auf einen Rentenantrag hat.
Das kann ich schon verstehen, schließlich will man abwarten ob der Mensch nicht doch wieder voll arbeiten kann. Was ja Ziel der Wiedereingliederung wäre.

Ich war vorher auf 35 Stunden beschäftigt. Allerdings musste ich diese schon seit Jahren "auf 2 Schichten" teilen. Also Vormittags Büro, dann nach Hause und schlafen und dann in den Abendstunden im Homeoffice den Rest.
Irgendwann ging im Homeoffice nichts mehr. Dann gingen keine 5 Vormittage mehr usw.

Ich kann also keine Wiedereingliederung mit dem Ziel einer 35 Stunden-Woche machen weil ich das definitiv nicht mehr schaffe.

Wie verhalte ich mich nun? Können mir die Experten bestätigen, dass eine von der DRV finanzierte Wiedereingliederung einem Rentenantrag hinderlich ist?

Was passiert mit einem Rentenantrag wenn ich ohne Eingliederung direkt mit 4x4 Std in den Job einsteige?

Was passiert wenn ich erst einmal meinen 35 Stunden-Vertrag weiterlaufen lasse und die Hälfte der Arbeitstage mit Urlaub abgelte?

Danke für Zulesen

von
Tina

Ich möchte meine Frage für die neue Woche nach oben schieben.

von
Kaiser

Zitiert von: Tina
Ich möchte meine Frage für die neue Woche nach oben schieben.

Selten so gelacht. Hauptsache sonst haben Sie keine Probleme.

von
Tim

Zitiert von: Tina
Ich möchte meine Frage für die neue Woche nach oben schieben.

Bitte verrate mir was du rauchst!

von
Tina

Ich sehe nicht wo das Problem liegt?

von
rtz

Zitiert von: Tina
Ich sehe nicht wo das Problem liegt?

Das Problem sind einfach Sie.

von
-

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 11.11.2019, 10:54 Uhr]

von
-

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 11.11.2019, 10:55 Uhr]

Experten-Antwort

Hallo "Tina",
es ist ganz normal und auch richtig, dass Sie sich Gedanken um Ihre berufliche Zukunft machen. Dies ist um so wichtiger, wenn man krank ist und eventuell nicht mehr voll leistungsfähig ist. Die Fragen, die Sie hier stellen sind sehr hypothetisch und es können in diesem Forum sicherlich keine endgültigen Antworten gegeben werden.
In erster Linie sollten Sie sich jetzt auf die bevorstehende neurologische Rehabilitationsleistung konzentrieren. Der Arzt in der Reha-Klinik wird im Entlassungsbericht auch Aussagen zu Ihrem bestehenden "Rest"-Leistungsvermögen machen und sich sicherlich auch damit beschäftigen, ob für Sie eine Stufenweise Wiedereingliederung sinnvoll und zielführend ist. Bei der Stufenweisen Wiedereingliederung muss der Arzt der Reha-Klinik beurteilen, ob Sie stufenweise an die Arbeitsleistung auf Ihrem bestehenden Arbeitsplatz wieder herangeführt werden können, so dass Sie wieder Vollzeit (also 35 Wochenstunden) Ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen können.
Legt man nun Ihre eigenen Ausführungen bezüglich der Entwicklung an Ihrem Arbeitsplatz (vormittags Büro, dann nach Hause Schlafen, abends Homeoffice; dann ging Homeoffice nicht mehr und dann gingen keine 5 Vormittage mehr; seit 1 1/2 Jahren arbeitsunfähig) zugrunde, dann ist es bei einer realistischen Betrachtungsweise eher unwahrscheinlich, dass eine Stufenweise Wiedereingliederung nach der neurologischen Reha Sinn ergibt. Sprechen Sie den Arzt der Reha-Einrichtung doch gezielt auf seine Einschätzung an. Grundsätzlich wird jedoch an dieser Stelle schon einmal klar gestellt, dass der Versuch eine Stufenweise Wiedereingliederung durchzuführen, keine direkten Auswirkungen auf einen eventuell gestellten Rentenantrag hat. Die Rentenversicherung erhält ebenfalls eine Durchschrift des Reha-Entlassungsbericht und wertet diesen auch im Hinblick auf Ihr Leistungsvermögen und auf eventuell weitere Maßnahmen und der Frage, ob eine Rentengewährung angezeigt ist, aus. Hier kann es keine allgemeingültige Aussage geben. Es ist immer der Einzelfall zu betrachten und zum jetzigen Zeitpunkt des Verfahrens bestimmt keine adäquate Antwort möglich. Natürlich stellt sich da schon die Frage, warum eine Stufenweise Wiedereingliederung durch die Reha-Klinik eingeleitet wird, wenn auf der anderen Seite durch die Reha-Klinik festgestellt wird, dass das Leistungsvermögen nicht mehr vorhanden ist. Dies schließt sich logisch gesehen schon aus. Insofern ist es eher unwahrscheinlich, dass diese beiden Tatsachen von vornherein zusammentreffen.
Wenn Sie ohne Eingliederung direkt mit 4x4 Stunden in den Job einsteigen, dann ist zunächst einmal zu klären, ob dies der Arbeitgeber zunächst so mitträgt und ob das Arbeitsverhältnis von 35 Wochenstunden auf 16 Wochenstunden dauerhaft angelegt wird. Da hätten Sie zunächst einmal finanzielle Einbußen. In Bezug auf die Beurteilung Ihres dann gestellten Rentenantrags hätte dies zunächst keine Auswirkungen. Die Ausgestaltung Ihres Arbeitsverhältnis fällt in Ihre Privatsphäre. Das Gleiche gilt auch für die andere Idee, den 35-Stunden-Vertrag laufen zu lassen und die Hälfte der Arbeitstage mit Urlaub abzugelten.
Beide Alternativen würden zu einem Ausschluss der Durchführung einer Stufenweisen Wiedereingliederung führen.
Das ganze Thema ist sehr komplex und sehr an die Umstände im Einzelfall gebunden. Insofern können wir Ihnen nur raten, zunächst die neurologische Reha-Leistung durchzuführen und dann alles weitere mit dem Arzt und Sozialarbeiter der Reha-Klinik zu besprechen. Auch können Sie jederzeit eine Auskunfts- und Beratungsstelle Ihres Rentenversicherungsträgers aufsuchen und sich dort über das weitere Prozedere informieren und das Vorgehen absprechen.
Wir wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute.
Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
Tina

Vielen Dank für die ausführliche Antwort :-)