Wiedereingliederung statt Reha ?

von
Ray

Guten Tag,

ich bin seit über 1,5 Jahren krank geschrieben.
Vor 6 Monaten hatte ich eine OP, die schief ging und die RevisionsOP nur wieder den alten Zustand herstellt.
Eine erneute OP ist nicht mehr möglich.
Das alles hat mich in tiefe Depressionen gestürzt.
Seit 3 Monaten, habe ich eine Reha beantragt, bis heute hat die DRV immer noch nicht entschieden.
Ich bin nun am überlegen, ob ich ohne Reha eine Wiedereingliederungsversuch starten soll.
Der Arbeitsvertrag ist nach wie vor gültig.
Ich bekomme ja bald kein Krankengeld mehr.
Von was soll ich dann unsere laufenden Kosten tragen ?

Bezüglich der Wiedereingliederungsversuchs, wie muß ich das machen ?
Das meinem Arzt sagen ?
Der Krankenkasse sagen ?
Meinen Arbeitgeber fragen ob er einverstanden ist ?
Ich habe keinen Plan was zu tun ist, bitte informieren Sie mich.

Vielen Dank und schöne pfingsten
Ray

von
Wikinger

Hier ist alles zur WE beschrieben :

http://de.wikipedia.org/wiki/Hamburger_Modell_(Rehabilitation)

Experten-Antwort

Das lfd. Krankengeldverfahren bei der Krankenkasse und das Rehaantragsverfahren bei der Rentenversicherung laufen parallel und unabhängig voneinander. Besprechen Sie die Möglichkeit der Wiedereingliederung in folgender Reihenfolge mit Ihrem Arzt (Leistungsfähigkeit für Wiedereingliederung ?), Arbeitgeber (Zustimmung) und der Krankenkasse. Sollte der Krankengeldanspruch nicht bis zur Entscheidung der Rentenversicherung reichen, setzen Sie sich bitte unverzüglich mit der Agentur für Arbeit zur Klärung von Ansprüchen n. § 145 SGB III in Verbindung.

von
Ray

Danke für die Antworten !

Kann es passieren, daß der Arbeitgeber sich weigert ?
Davor habe ich die größte Angst.
Und was passiert dann, wenn er sich weigert ?

von
Ray

Ich möchte noch etwas erwähnen.
Seit die OP nicht zum erwünschten Erfolg geführt hat, habe ich einen Schwerbehindertenausweis über 100%.
Wirkt sich das irgendwie aus ?

von
Schade

Wenn der Arbeitgeber nicht mitspielt wird es im Zweifel nicht zu einer Wiedereingliederung kommen.

Er ist Betriebseigner und braucht einer Wiedereingliederung, die möglicherweise nicht in den Betriebsablauf passt, nicht zustimmen.

Bsp: ein Kleinunternehmer (Fließenleger) hat nur einen Gesellen - möglicherweise würde es nun absolut nicht in einen Auftrag passen, wenn dieser Geselle erst langsam eingegliedert werden müsste (am Anfang vielleicht 2 Stunden täglich), die Anfahrt zu Baustelle aber lange dauern würde......

von
Ray

Danke für die Antwort.
Was passiert, wenn der Arbeitgeber die Wiedereingliederung ablehnt ?
Bin ich dann arbeitslos ?
Aber ich habe doch nach wie vor den unbefristeten Arbeitsvertrag ?

Ich verstehe einfach nicht, warum die DRV nun schon über 3 Monate braucht, um über meinen Rehaantrag zu entscheiden ?
Was machen die denn da nur ?

Ray

von
Schade

Warum das mit der Reha schon seit 3 Monaten dauert kann Ihnen keiner im Forum beantworten.
Vielleicht ist umstritten ob eine Reha überhaupt weiterhilft oder letztendlich gar nichts bringt?

Das müssen Sie mit Ihren Ärzten klären ob die Sie krank schreiben bis die Reha rum ist oder ob man ggfls. sofort versuchen kann Sie in die Arbeit einzugliedern.
Solange Sie krank geschrieben sind, erhalten Sie Krankengeld, das könnte aber nach Ihrer Beschreibung bald beendet sein (Höchstdauer 78 Wochen).

Der Arbeitsvertag nützt momentan nicht viel, wenn der Arbeitgeber sagt: "der kann ja wieder kommen, wenn er gesund ist....".

Er könnte Ihnen natürlich auch eine andere geeignete Arbeit im Betrieb anbieten, wenn er will und es so was gibt (wäre eine Alternative zur Wiedereingliederung).
Aber das ist vor Ort zu regeln.