Witwe Beamte, was ist das richtige Bruttoeinkommen?

von
Ute-Gudrun

Hallo,

für meinen Antrag auf Witwenrente muss ich mein Bruttoeinkommen angeben. Ich selbst bin Beamtin (Besoldung Bund A8 Stufe 5)

Grundgehalt: 2781 €
Verheiratetenzuschlag & Kinderzuschlag: 235€

Welches Brutto ist richtig 2781 € oder 3016€ ?

Vielen Dank

von
Kai-Uwe

Bei Unsicherheiten geben Sie zur Not beide Beträge an bzw. lassen das vom Arbeitgeber bestätigen.

Meiner Meinung nach wird der Kinderzuschlag NICHT mit berücksichtigt.

MfG

von
Guido-Maria

Nach § 18a Abs. 3 S. 2 SGB IV bleiben Kinderzuschuss, Kinderzulage und vergleich-bare kindbezogene Leistungen bei der Einkommensanrechnung außer Betracht.
Aus der Gesetzessystematik folgt, dass derartige Leistungen nur bei Erwerbsersatz-einkommen unberücksichtigt bleiben. Der an Beamte gezahlte erhöhte Ortszuschlag aufgrund Kindererziehung ist daher nicht vom Erwerbseinkommen abzuziehen, wird also mit berücksichtigt und dem Grunde nach angerechnet.

Ich hoffe, das klingt nun nicht pietätlos, denn so soll es nicht gemeint sein, aber: müsste ein Verheiratetenzuschlag nicht wegfallen, wenn man Witwe wird? Wann genau das der Fall ist, weiß ich nicht... Sorry, aber ich weiß es gerade nicht besser auszudrücken!

von
Ute-Gudrun

Zitiert von: Guido-Maria

Nach § 18a Abs. 3 S. 2 SGB IV bleiben Kinderzuschuss, Kinderzulage und vergleich-bare kindbezogene Leistungen bei der Einkommensanrechnung außer Betracht.
Aus der Gesetzessystematik folgt, dass derartige Leistungen nur bei Erwerbsersatz-einkommen unberücksichtigt bleiben. Der an Beamte gezahlte erhöhte Ortszuschlag aufgrund Kindererziehung ist daher nicht vom Erwerbseinkommen abzuziehen, wird also mit berücksichtigt und dem Grunde nach angerechnet.

Ich hoffe, das klingt nun nicht pietätlos, denn so soll es nicht gemeint sein, aber: müsste ein Verheiratetenzuschlag nicht wegfallen, wenn man Witwe wird? Wann genau das der Fall ist, weiß ich nicht... Sorry, aber ich weiß es gerade nicht besser auszudrücken!

keine Sorge, ich verstehe sie schon richtig. Der Zuschlag fällt nicht weg. Geregelt in § 40 BBesG. So wie z.Bsp. bei mir entfällt eh die Zahlung der Witwenrente, da mein Mann sehr jung gestorben ist und mein Einkommen zu hoch ist, es übersteigt den Freibetrag. Den Antrag auf Witwenrente muss ich dennoch stellen, damit ich zumindest das Sterbevierteljahr erhalte.

von
KSC

Na dann kommt es auf die Ausgangsfrage ja gar nicht wirklich an, oder?

Es würde doch reichen im Rentenantrag zu vermerken, dass man mit seinem Antrag nur das Sterbevierteljahr wünscht, weil bekannt ist, dass das laufende Einkommen die Freigrenzen überschreitet.........in so einem Fall würde sich der Einkommensnachweis sogar erübrigen - zumindest wenn man unbürokratisch denkt.

von
Ute-Gudrun

Zitiert von: KSC

Na dann kommt es auf die Ausgangsfrage ja gar nicht wirklich an, oder?

Es würde doch reichen im Rentenantrag zu vermerken, dass man mit seinem Antrag nur das Sterbevierteljahr wünscht, weil bekannt ist, dass das laufende Einkommen die Freigrenzen überschreitet.........in so einem Fall würde sich der Einkommensnachweis sogar erübrigen - zumindest wenn man unbürokratisch denkt.

Doch es macht durchaus Sinn, wenn ich weiß, wieviel dann tatsächlich von meinem Einkommen angerechnet wird, kann ich ggf meine Arbeitszeit verkürzen. Da ich nun Alleinerziehende Mutter eines 4 jährigen Kindes bin, wäre das von großer Bedeutung für mich. Ich wollte nur eine Antwort auf meine Frage und ich sehe mich hier nicht in der Pflicht rechtfertigen zu müssen, warum ich einen Antrag auf Witwenrente stelle, der letzte Satz richtet sich ausschließlich an KSC

von
=//=

Zitiert von: Ute-Gudrun

Zitiert von: Guido-Maria

Nach § 18a Abs. 3 S. 2 SGB IV bleiben Kinderzuschuss, Kinderzulage und vergleich-bare kindbezogene Leistungen bei der Einkommensanrechnung außer Betracht.
Aus der Gesetzessystematik folgt, dass derartige Leistungen nur bei Erwerbsersatz-einkommen unberücksichtigt bleiben. Der an Beamte gezahlte erhöhte Ortszuschlag aufgrund Kindererziehung ist daher nicht vom Erwerbseinkommen abzuziehen, wird also mit berücksichtigt und dem Grunde nach angerechnet.

Ich hoffe, das klingt nun nicht pietätlos, denn so soll es nicht gemeint sein, aber: müsste ein Verheiratetenzuschlag nicht wegfallen, wenn man Witwe wird? Wann genau das der Fall ist, weiß ich nicht... Sorry, aber ich weiß es gerade nicht besser auszudrücken!

keine Sorge, ich verstehe sie schon richtig. Der Zuschlag fällt nicht weg. Geregelt in § 40 BBesG. So wie z.Bsp. bei mir entfällt eh die Zahlung der Witwenrente, da mein Mann sehr jung gestorben ist und mein Einkommen zu hoch ist, es übersteigt den Freibetrag. Den Antrag auf Witwenrente muss ich dennoch stellen, damit ich zumindest das Sterbevierteljahr erhalte.

Sie haben ja wohl auch Antrag auf Waisenrente gestellt? Denken Sie auch daran, sofern Sie Ihre Arbeitszeit reduzieren, dass sich der Freibetrag bei der Witwenrente von derzeit 755,30 EUR je waisenrentenberechtigtem Kind um 160,22 EUR erhöht. Er beträgt dann also 915,52 EUR. Nur der diesen Freibetrag überschreitende Teil wird zu 40 % angerechnet/gekürzt.

von
W*lfgang

Hallo Gudrun,

die 'bloße' Angabe des Einkommens im Rentenantrag reicht nicht aus ...da könnte ja Alles und Nichts eingetragen werden ;-)

Das Einkommen ist durch eine Bescheinigung des Dienstherren nachzuweisen. Dafür ist der Vordruck R665:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/04_formulare_und_antraege/_pdf/R0665.html

vorgesehen, den Sie Ihrer Personalstelle zum Ausfüllen/Bestätigen vorlegen. Im Rentenantrag, im R660/Einkommensfragebogen, wird auf diesen Vordruck hingewiesen ...Sie füllen doch nicht selbst die Vordrucke aus ? ;-)

Falls ja, achten Sie auch auf den Zuschuss zur Krankenversicherung (R821 an die PKV) UND die Begrenzung des Zuschussbetrages, falls da nach Ihren Beihilfevorschriften Verschlechterungen bei zu hohem Zuschuss eintreten würden (Beihilfestelle fragen und ggf. ergänzenden Satz in den Rentenantrag reinschreiben!).

Gruß
w.

von
Ute-Gudrun

Zitiert von: W*lfgang

Hallo Gudrun,

die 'bloße' Angabe des Einkommens im Rentenantrag reicht nicht aus ...da könnte ja Alles und Nichts eingetragen werden ;-)

Das Einkommen ist durch eine Bescheinigung des Dienstherren nachzuweisen. Dafür ist der Vordruck R665:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/04_formulare_und_antraege/_pdf/R0665.html

vorgesehen, den Sie Ihrer Personalstelle zum Ausfüllen/Bestätigen vorlegen. Im Rentenantrag, im R660/Einkommensfragebogen, wird auf diesen Vordruck hingewiesen ...Sie füllen doch nicht selbst die Vordrucke aus ? ;-)

Falls ja, achten Sie auch auf den Zuschuss zur Krankenversicherung (R821 an die PKV) UND die Begrenzung des Zuschussbetrages, falls da nach Ihren Beihilfevorschriften Verschlechterungen bei zu hohem Zuschuss eintreten würden (Beihilfestelle fragen und ggf. ergänzenden Satz in den Rentenantrag reinschreiben!).

Gruß
w.

Ich fülle natürlich nicht selber aus, ich bin an meiner Dienststelle "der erste Fall" dieser Art und ich wollte einfach nur wissen, ob der Familienzuschlag mit zum monatlichen Brutto gehört oder nicht?

von
W*lfgang

Hallo Gudrun,

ergänzend auch zu =/=, der bereits auf den erhöhten Freibetrag für eigenes Einkommen hingewiesen hat.

Ihr Brutto (ohne Familienzuschlag) wird um 27,5 % vorab gemindert, bevor es am (erhöhten) Freibetrag gemessen und auf die Witwenrente angerechnet wird.

Abschließender Hinweis: Bevor eigenes Einkommen/Beschäftigung reduziert wird, 'nur' wegen etwaigen Kürzungen/Mehrbetrag der Hinterbliebenenrente reduziert wird, das überdenken ...eigenes Einkommen ist immer noch 100 % wert, wirkt hier ggf. voll auf die eigenen Pensionsansprüche/max. Möglichen Versorgungssatz, während es bei Hinterbliebenenrenten nur zu 40 % Berücksichtigung findet.

Eine erfahrene Beratungsstelle klärt Sie über beide Versorgungssysteme und Folgewirkungen in Ihrem Fall auf.

Gruß
w.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Gudrun,

für die Einkommensanrechnung ist Ihr Bruttogehalt zuzüglich des Kinderzuschlages zu berücksichtigen. Ebenfalls zu berücksichtigen sind die Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld. Diese werden in dem Vordruck, den Sie bei Ihrer Dienststelle abgeben müssen, aber auch gesondert erfragt. Sonderzahlungen werden zu 1/12 bei dem monatlichen Einkommen berücksichtigt.

Wie schon von anderen Usern erwähnt, sollten Sie bei Ihren Überlegungen, inwieweit Sie Ihre Arbeitszeit redzuieren wollen, einbeziehen, dass der Bruttobetrag zunächst in einen Nettobetrag umgerechnet wird und außerdem ein erhöhter Freibetrag zugrunde zu legen ist, wenn Sie ein waisenrentenberechtigtes Kind erziehen.

Lassen Sie sich in einer unserer Auskunft- und Beratungstelle oder beim Versicherungsamt Ihrer Stadtvewaltung mit Ihren konkreten Einkommensdaten beraten.