Witwenrente

von
Mary

1. Frage:
Wenn man die große Witwenrente seit 1991 bezieht und in 2010 mit 64 Jahren selbst Rentnerin (ohne Abzug wg. Schwerbehinderung seit 1984) wird, ändert sich etwas im Bezug auf die Witwenrente?

2. Frage:

Ehemann ist Rentner, Ehefrau ist seit einigen Jahren arbeitslos und möchte jetzt mit 60 Jahren in Rente gehen und bezieht dann eine Rente von ca. 600 Euro.
Was passiert wenn der Ehemann (z.Zt. 66 Jahre alt) stirbt. Der Ehemann hat ca. 1.500 Euro Rente. Wieviel Witwenrente bekommt die Ehefrau. Gibt es einen Unterschied ob die Ehefrau Rente bezieht oder nicht.

Danke im Voraus für die Antworten

Experten-Antwort

Zu Frage 1: Die Auswirkungen, die sich durch die Bewilligung einer Rente aus eigener Versicherung voraussichtlich ergeben werden, betreffen allein die Anrechnung von Einkommen auf die Witwenrente. Von der Höhe des dann aktuell zu berücksichtigenden Einkommens (Rente allein oder Rente und weitere Einkünfte) ist es letztlich abhängig, ob sich der Zahlbetrag der Witwenrente dann erhöhen, verringern oder nicht verändern wird. Ist der für die Einkommensanrechnung relevante Betrag der Versichertenrente dann nicht höher als der Freibetrag nach § 97 SGB VI von derzeit 718,08 Euro (Wert "West") bzw. 637,03 Euro (Wert "Ost") und ist daneben kein weiteres Einkommen vorhanden, wird die Witwenrente durch die Einkommensanrechnung keine Kürzung (mehr) erfahren.

Zu Frage 2: Nach dem Tode des Versicherten hat dessen Ehefrau Anspruch auf Witwenrente. Erfüllt sie die Voraussetzungen für eine große Witwenrente und ist die Ehe vor dem 01.01.2002 geschlossen worden und mindestens ein Ehegatte vor dem 02.01.1962 geboren, beträgt die Witwenrente 60 % der Versichertenrente (nur für das sog. Sterbevierteljahr steht als besondere Leistung die Witwenrente in Höhe der Versichertenrente zu). Die Vorschriften über die Einkommensanrechnung hätten dann keinen Einfluss auf den Zahltrag der Witwenrente, wenn das eigene Einkommen der Witwe (etwa aufgrund einer Rente aus eigener Versicherung) den Freibetrag nach § 97 SGB VI (vgl. Antwort auf Frage 1) nicht übersteigen würde.

von
mary

Vielen Dank für die Antwort. Ich habe jedoch noch weitere Fragen.
zu Fall 1:

Die Witwenrente wird seit 1977 gezahlt. Damit gilt doch noch die alte gesetzliche Regelung, nach der die Einkommensanrechnung noch nicht gegriffen hat und auch Mieteinnahmen sowie Zinseinnahmen noch nicht angerechnet werden?

Fall 2:

Wann wird die große Witwenrente bezahlt. In dem von mir geschilderten Fall ist die Person bereits 59 Jahre alt. Im Falle des Todes des Ehemannes würde ihr doch die große Witwenrente zustehen auch wenn sie selbst schon Rente bezieht?

von
-_-

1. Bei einem Versicherungsfall des Todes vor 1986 gibt es keine Einkommensanrechnung (altes Recht). Siehe
http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_97R2.2

2. Ja. Lesen Sie
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/nn_15182/SharedDocs/de/Inhalt/04__Formulare__Publikationen/02__info__broschueren/03__rente/hinterbliebenenrente__hilfe__in__schweren__zeiten,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/hinterbliebenenrente_hilfe_in_schweren_zeiten

Experten-Antwort

Zu Fall 1: Bei Witwenrenten, bei denen der Versicherte vor 01.01.1986 verstorben ist, gibt es keine Einkommensanrechnung. Die Antwort von -_- ist zutreffend.
Zu Fall 2: In dem genannten Fall besteht aufgrund des Alters der Witwe Anspruch auf eine große Witwenrente, sofern die Wartezeit erfüllt ist. Hierbei ist es unerheblich, ob die Witwe eine eigene Rente bezieht.

von
Mary

Ich habe folgnde Frage.

Meine Schwester wird in diesem Jahr 60 Jahre alt und überlegt nun ob sie mit dem 18%igen Abzug in Rente gehen soll. Sie ist verheiratet, arbeitet seit einigen Jahren nicht mehr nachdm sie vor ca. 6 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren hat. Ihr mann hat allerdings Pflegestufe 1 und si bekommt das Pflegegeld und entsprechende Gutschrift auf das Rentenkonto.

Wenn sie nun mit 60 die Rente beantragt, geht ihr diese Rentengutschrift aus der Pflegeversicherung doch sicher verloren? Können Sie mir sagen, wieviel Rente diese Gutschrift aus der Pflegeversicherung von ca. 7000 Euro pro Jahr ausmacht?

Kann sie auch mit 61 oder 62 entscheiden ob sie in Rente gehen will, da ihr gesagt wurde, dass sie sich entscheiden muss ob sie mit 60 in Rente geht oder mit 63. Dazwischen, dass ginge nicht.

Noch eine Frage zur Witwenrente. Wird der Freibetrag von derzeit 718 Euro von der Bruttorente vor KV + PV angerechnet oder von der Nettorente.

Vielen Dank für Ihre Mühe.

Maria Keller

von
-_-

Ihre Schwester sollte sich detailiert persönlich beraten lassen. Das ist kostenfrei. Telefonnummern für die Terminvereinbarung und Anschriften unter:

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Vollrentner wegen Alters sind versicherungsfrei. Ein Beitrag für Pflegetätigkeit ist dann von der Pflegekasse nicht mehr zu entrichten, wie auch bei einem Beschäftigungsverhältnis in dem Fall dann nicht mehr. Es wäre ja auch unsinnig, Beiträge zur Rentenversicherung zu entrichten, für die keine spätere Rentenleistung mehr erworben werden kann.

Der Freibetrag bezieht sich immer auf das Nettoeinkommen nach Abzug eventueller Pauschalabzüge. Bei einer Rentenzahlung wird sogar noch ein weiterer kleiner Betrag abgezogen: "die verbleibenden Leistungen nach § 18a Absatz 3 Satz 1 Nummer 2 und 3 SGB IV sind wegen der Steuerbelastung bei Rentenbeginn vor dem Jahre 2011 um 3 vom Hundert zu kürzen."

von
Mary

Ich habe folgende Frage:

Kann ich auch mit 61 oder 62 in Rente gehen um die Abzüge zu minimieren oder geht nur 60 oder 63Jahre?

Geburtsjahr 12/1950
- keine Arbeitseinkommen

Danke