< content="">

Witwenrente

von
Miri

Guten Tag,

mein Vater ist im April 2007 gestorben und meine Mutter erhält nun die große Witwenrente. Um "über die Runden" zu kommen, muss sie sich nun eine Anstellung suchen. Doch uns bleibt unklar, wieviel sie hinzuverdienen darf, ohne dass ihre Rente gekürzt wird.

Hier einige Fakten:
Meine Mutter ist 52 Jahre alt und war 30 Jahre verheiratet. Sie hat vier Kinder, von denen eines noch eine Halbwaisenrente bezieht. Meine Mutter bekommt nun eine Witwenrente/Hinterbliebenenrente i.H.v. 865,00 € und eine Betriebsrente i.H.v. 50,00 €. Ihr Freibetrag liegt wohl bei 849,92 €.

Nun stellt sich die Frage, was sie hinzuverdienen darf, ohne dass ihr die Witwenrente gekürzt wird. Bei meinen Recherchen im Internet habe ich festgestellt, dass alle Bruttoeinnahmen, die über den Freibetrag in Höhe von 849,92 € hinausgehen, um 40% von der Rente abgezogen werden.

Bsp.: Sie verdient neben ihrer Witwenrente 1000,00 € brutto. Dann dachte ich, man nehme die Differenz von dem Einkommen und dem Freibetrag (in unserem Fall gut 150,00 € (1000,00 € Einnahmen - 850,00 € Freibetrag)) und reduziere das über den Freibetrag hinausgehende Einkommen (150 €) um 40 %. D.h., ihr werden 60 € von der Witwenrente abgezogen. Wieviel darf sie genau brutto verdienen, gibt es dazu eine Formel oder so?

Außerdem ist es für sie interessant, einen Teil des Hauses unterzuvermieten (Eigentum). Darf sie denn Mieteinnahmen erwirtschaften, ohne dass diese als Einnahmen zählen und Einfluss auf ihre Witwenrente haben?

Über Nachrichten, Tipps oder Denkanstöße würde ich mich sehr freuen und bedanke mich vorab vielmals!

MfG Miri

von
Rosanna

Hallo Miri,

richtig, der Freibetrag beträgt (701,18 EUR für die Witwe + 148,74 EUR Erhöhungsbetrag für 1 waisenrentenberechtigtes Kind = ) 849,92 EUR.

Bei der Witwenrente müßte es sich um eine Rente nach dem alten Recht handeln. Dies bedeutet in erster Linie, dass Einkommen aus Vermietung und Verpachtung KEIN auf die Witwenrente anzurechnendes Einkommen darstellt. Es wird also von daher nichts angerechnet.

Es werden vom Arbeitsentgelt 40 % pauschal abgezogen. Somit läßt sich einfach errechnen, was Ihre Mutter BRUTTO dazuverdienen kann, ohne dass die Witwenrente gekürzt wird:

Bei mtl. brutto 1.400,- EUR werden pauschal 40 % abgezogen ( = 560,- EUR). Damit verbleiben 840,- EUR. Diese liegen unter dem Freibetrag. Die Witwenrente wird somit NICHT gekürzt.

Zu bedenken bleibt aber, wie lange sie noch den Erhöhungsbetrag für das waisenrentenberechtigte Kind erhält. Denn nach Wegfall beträgt der Freibetrag nur noch 701,18 EUR (nach derzeitigem Stand). Dann dürfte sie noch ca. 1150,- EUR verdienen (= netto 690,- EUR), damit die Witwenrente nicht gekürzt wird.

Die &#34;Formel&#34; ist immer:

Bruttoentgelt ./. 40 % = Netto-Entgelt
./. Freibetrag = entweder 0 EUR und KEINE Kürzung oder Betrag XY; DAVON 40 % werden von der Witwenrente abgezogen.

Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt.

MfG Rosanna.

Experten-Antwort

Nach Rosanna probier ich es auch noch:
Der Rechengang für die Einkommensanrechung kann so dargestellt werden (hier als Beispiel 1500 Euro Bruttoverdienst):
1500 - 40%(600) = 900
- Freibetrag 849,92 (701,18 und 148,74 wg. Waisenrenten berechtigtes Kind)
= 50,08
davon 40% = 20,03
Bei einem Bruttoverdienst von 1500 Euro und wenn ein Waisenrenten berechtigtes Kind vorhanden ist, wird die Witwenrente um 20,03 Euro gekürzt.
Man kann hilfsweise natürlich auch andersrum rechnen:
Freibetrag (hier: 849,92) mal 10 geteilt durch 6
= zulässiger Bruttoverdienst ohne Kürzung.
Aber: einmalige Einnahmen wie Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld jeweils zu einem Zwölftel mitrechnen!

Bei Eheschließung vor 2002 und wenigstens ein Ehepartner vor dem 02.01.1962 geboren werden Betriebsrenten und Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung nicht angerechnet.

von
Miri

Hallo Rosanna,

vielen Dank für die tolle erklärung. Jetzt habe auch ich es verstanden :-).

Beste Grüße
Miri

von
Wolfgang

Hallo Miri,

...und ich vertrete den Grundsatz bei dieser Frage, verdienen Sie so viel wie Sie können, Auch wenn Ihnen nur 60 Cent von dem Netto-Euro mehr bleiben - aber die bleiben eben im Portemonnaie. Und der Mehr-Bruttoverdienst erhöht eben zusätzlich Ihre eigene spätere Rente. Wer weiß, was noch kommt - mögliche Wiederheirat, die Witwenrente ist weg, daher auch mal auf die eigene Rente schauen.

Gruß
w.

von
Schiko.

Und nicht zu vergessen die 3% skonto- sonderabzug w.
neuer steuer für rentner.
Verbleiben also als kürzungs-
betrag noch 9,23 euro.

MfG.