Witwenrente

von
Hella

Ich war seit 1975 mit meinem Mann verheiratet. Nach seinem Tod 2009 bekomme ich die Witwenrente. Werden auf den Hinzuverdienst von 718 Euro auch die anteilige Werksrente meines Mannes angerechnet und Zinserträge angerechnet?
Danke

von
icke

Hallo Hella,

zur Werksrente:
nein! Diese Werksrente erhalten Sie ja auch, weil Ihr Mann verstorben ist.

Zu den Zinseinkünften:
diese würden nur angerechnet werden, wenn die Heirat vor dem 01.01.2002 war (trifft zu)
und
beide Ehepartner ab dem 02.01.1962 geboren sind. Das dürfte nicht zutreffen.
Gruß
icke

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Hella,
bei der anteiligen Werksrente Ihres Mannes handelt es sich um abgeleitetes Einkommen, das aufgrund des Todes geleistet wird. Abgeleitetes Einkommen wird nicht auf die Hinterbliebenenrente angerechnet.
Zinserträge als Vermögenseinkommen werden nur berücksichtigt, wenn Ihre Witwenrente nach dem seit 1.1.2002 geltenden Recht zu bestimmen ist. Sie haben vor dem 1.1.2002 geheiratet und bei einer Heirat im Jahr 1975 ist davon auszugehen, dass mindestens ein Ehegatte vor dem 2.1.1962 geboren ist. Damit erfüllen Sie die Voraussetzungen der Übergangsvorschrift, wonach auch Vermögenseinkommen nicht angerechnet wird.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Hella,
bei der anteiligen Werksrente Ihres Mannes handelt es sich um abgeleitetes Einkommen, das aufgrund des Todes geleistet wird. Abgeleitetes Einkommen wird nicht auf die Hinterbliebenenrente angerechnet.
Zinserträge als Vermögenseinkommen werden nur berücksichtigt, wenn Ihre Witwenrente nach dem seit 1.1.2002 geltenden Recht zu bestimmen ist. Sie haben vor dem 1.1.2002 geheiratet und bei einer Heirat im Jahr 1975 ist davon auszugehen, dass mindestens ein Ehegatte vor dem 2.1.1962 geboren ist. Damit erfüllen Sie die Voraussetzungen der Übergangsvorschrift, wonach auch Vermögenseinkommen nicht angerechnet wird.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Hella,
bei der anteiligen Werksrente Ihres Mannes handelt es sich um abgeleitetes Einkommen, das aufgrund des Todes geleistet wird. Abgeleitetes Einkommen wird nicht auf die Hinterbliebenenrente angerechnet.
Zinserträge als Vermögenseinkommen werden nur berücksichtigt, wenn Ihre Witwenrente nach dem seit 1.1.2002 geltenden Recht zu bestimmen ist. Sie haben vor dem 1.1.2002 geheiratet und bei einer Heirat im Jahr 1975 ist davon auszugehen, dass mindestens ein Ehegatte vor dem 2.1.1962 geboren ist. Damit erfüllen Sie die Voraussetzungen der Übergangsvorschrift, wonach auch Vermögenseinkommen nicht angerechnet wird.

von
Arnold

In ihrem Fall nein, da Sie vor 1992 geheiratet haben und die Vertrauensschutzregelung damit auf Sie zutrifft.

So ist die Einkommensanrechnung im Einzelnen geregelt :

Angerechnet werden normalerweise und wenn keine Vertrauensschutzregelung greift :

Erwerbseinkommen:
■Arbeitsentgelt, Arbeitseinkommen
■Dienstbezüge,
■Vorruhestandsgeld

Kurzfristiges Erwerbsersatzeinkommen:
■Krankengeld und Arbeitslosengeld (auch aus privater Versicherung),
■Verletztengeld,
■Mutterschaftsgeld,
■Übergangsgeld

Dauerhaftes Erwerbsersatzeinkommen:
■Renten der gesetzlichen Rentenversicherung aus eigener Versicherung,
■Verletztenrenten aus der gesetzlichen Unfallversicherung,
■Ruhegehalt und vergleichbare Bezüge,
■Renten der berufsständischen Versorgung,
■Zusatzrenten der öffentlich-rechtlichen Versicherungs- und Versorgungseinrichtungen (zum Beispiel Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder),
■Betriebsrenten,
■Private Versorgungsrenten,
■Höherversicherungsanteile aus einer Versichertenrente der gesetzlichen Rentenversicherung

Vermögenseinkommen:
* Einkünfte aus Kapitalvermögen im Sinne des § 20
Einkommensteuergesetzes nach Abzug des Sparerpauschbetrages,
Einnahmen aus Versicherungen im Sinne von § 10 Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe b Doppelbuchstabe cc und dd EStG nach Abzug des Sparerpauschbetrages,
Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung im Sinne von § 21 EStG nach Abzug der Werbungskosten,
Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften (früher: "Spekulationsgewinne") im Sinne des § 23 EStG (in erster Linie handelt es sich hier um "kurzfristige" Weiterveräußerung von Immobilien und Wertpapieren), soweit sie mindestens 512 Euro im Kalenderjahr - nach Abzug der Werbungskosten - betragen,

Zu den n i c h t anrechenbaren Einkünften gehören unter anderem:

■Sämtliche Renten wegen Todes (Ausnahme: Erziehungsrente) sowie Leistungen der Hinterbliebenenversorgung (zum Beispiel Witwenpension),
■Arbeitslosengeld II/Sozialgeld,
■Sozialhilfe,
■Leistungen der Grundsicherung (frühestens ab 01.07.2003)

Für die Einkommensanrechnung wird das Bruttoeinkommen durch Abzug bestimmter Pauschalwerte auf das anzurechnende Nettoeinkommen vermindert.

Übergangs- und Vertrauensschutzregelungen !! :

Die Übergangs- und Vertrauensschutzregelungen sind anzuwenden, wenn

■der versicherte Ehegatte vor dem 1.1.2002 verstorben ist oder
■der Versicherte Ehegatte zwar nach dem 31.12.2001 verstorben, aber die Ehe vor dem 1.1.2002 geschlossen wurde und mindestens ein Ehegatte vor dem 2.1.1962 geboren ist.

Liegen die Voraussetzungen für die Übergangs- und Vertrauensschutzregelungen vor, werden folgende - unter dem Abschnitt "Anzurechnende Einkommen" aufgeführte Einkommensarten - auf die Witwen- und Witwerrente nicht angerechnet:

■Krankengeld und Arbeitslosengeld aus privater Versicherung · Betriebsrenten
■Private Versorgungsrenten
■Zusatzrenten der öffentlich-rechtlichen Versicherungs- und Versorgungseinrichtungen (zum Beispiel Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder)
■Höherversicherungsanteile aus einer Versichertenrente der gesetzlichen Rentenversicherung
■Vermögenseinkommen

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/nn_7112/SharedDocs/de/Inhalt/02__Rente/03__leistungen/04__rente__hinterbliebene/rente__allg__einkommensanrechnug/rente__einkommensan___20witwenrente.html

von
Hella

Danke für die ausführlichen Antworten.
LG Hella