Witwenrente Ehegatte Geb.Dat nach 01.01.1962

von
xyz

Guten Tag,
mir liegt gerade meine Rentenauskunft vor.

Hinterbliebenenrente:
Verstehe ich das richtig, daß, wenn der Ehegatte nach dem 01.01.1962 geboren wurde, nur noch eine kleine Witwenrente für 24 Monate gezahlt wird ?
Bei Ehegatten die vor dem 01.01.1962 geboren sind, wird die Witwenrente so lange gezahlt, bis die Vorraussetzungen für die große Witwenrente erfüllt sind ?

von
xyz

Zitiert von: xyz

Guten Tag,
mir liegt gerade meine Rentenauskunft vor.

Hinterbliebenenrente:
Verstehe ich das richtig, daß, wenn der Ehegatte nach dem 01.01.1962 geboren wurde, nur noch eine kleine Witwenrente für 24 Monate gezahlt wird ?
Bei Ehegatten die vor dem 01.01.1962 geboren sind, wird die Witwenrente so lange gezahlt, bis die Vorraussetzungen für die große Witwenrente erfüllt sind ?


Der Form halber:
Ich meinte Datum: 02.01.1962, nicht 01.01.1962

von
Öha

Also: bei Witwen-/Witwerrenten geht es zuerst um das Datum der Eheschließung - Eheschl. ab 01.01.2002 - grds. neues Recht, d.h. max. 55% große W-Rente mit Kinderkomponente bzw. max. 24 Monate kleine W-Rente (25%), je nach Lage des Falles - große W-Rente ab 45.+X Lebensjahr, vorher nur bei Kindererziehung oder eigenrer EM der/des Witwe/Witwers. Erweiterter Einkommensanrechnungskatalog. Neues Recht gilt auch für Ehen vor dem 1.1.2002, wenn KEINER der beiden Ehegatten zu diesem Zeitpunkt älter als 40 war (daher der 02.01.1962).

altes Recht kennt die max. W-Rente mit 60% (ohne Kinderkomponente) ab 45.+X Lj. oder vorher bei Kindererz- oder eig.EM und davor die kleine W-Rente (25%) ohne zeitliche Begrenzung! Das alte Recht hat auch einen kleineren Katalog anrechenbarer Einkommen!

Der Prozentsatz der großen W-Rente und die zeitliche Begrenzung der kleinen W-Rente sind also der entscheidende Unterschied im neuen Recht - auch die erweiterte Einkommensanrechnung wird mittel- bis langfristig zu reduzierten Zahlungen führen!

Große und kleine W-Renten gibt es aber nach beiden Rechtslagen!

von
xyz

Zitiert von: Öha

Also: bei Witwen-/Witwerrenten geht es zuerst um das Datum der Eheschließung - Eheschl. ab 01.01.2002 - grds. neues Recht, d.h. max. 55% große W-Rente mit Kinderkomponente bzw. max. 24 Monate kleine W-Rente (25%), je nach Lage des Falles - große W-Rente ab 45.+X Lebensjahr, vorher nur bei Kindererziehung oder eigenrer EM der/des Witwe/Witwers. Erweiterter Einkommensanrechnungskatalog. Neues Recht gilt auch für Ehen vor dem 1.1.2002, wenn KEINER der beiden Ehegatten zu diesem Zeitpunkt älter als 40 war (daher der 02.01.1962).

altes Recht kennt die max. W-Rente mit 60% (ohne Kinderkomponente) ab 45.+X Lj. oder vorher bei Kindererz- oder eig.EM und davor die kleine W-Rente (25%) ohne zeitliche Begrenzung! Das alte Recht hat auch einen kleineren Katalog anrechenbarer Einkommen!

Der Prozentsatz der großen W-Rente und die zeitliche Begrenzung der kleinen W-Rente sind also der entscheidende Unterschied im neuen Recht - auch die erweiterte Einkommensanrechnung wird mittel- bis langfristig zu reduzierten Zahlungen führen!

Große und kleine W-Renten gibt es aber nach beiden Rechtslagen!


Bei mir ist die neue Regelung anzuwenden und die ist wesentlich schlechter als die alte Regelung.

Komisch, daß man über diese eklatanten Verschlechterungen für meine Generation nie etwas in den Nachrichten hört.
Aber wenn in China ein Sack Reis umkippt, erfahren wir das in Deutschland sofort.
Damit wir den Geldbeutel zücken und spenden.

Danke für Ihre Auskunft und die Zeit die sich genommen haben.

von
Öha

Zitiert von: xyz

Komisch, daß man über diese eklatanten Verschlechterungen für meine Generation nie etwas in den Nachrichten hört.

Stimmt nicht ganz: Presse, Funk und Fernsehen haben sehr wohl über den Stichtag berichtet - ich erinnere mich sogar an Einblendungen in der 'Tagesschau', bei welchen Brautpaare vorgestellt wurden, die kurz vor Jahreswechsel heirateten, um die Verschlechterungen zu entkommen - soweit mind. eine/r über 40 war!

Die max. 24 Monate kleine W-Rente sind sicherlich hart, insb. wenn z.B. bei der 40-jährigen Witwe das zu erziehende Kind volljährig wird und dann noch 5+x Jahre bis zur großen W-Rente fehlen! Aber der erweiterte Einkommenskatalog wird mittelfristig viel mehr Einsparungen bringen - schließlich hat man im Gegenzug die Dynamik des Freibetrags beibehalten (wenn es eine Rentenerhöhung gibt...!).

von
xyz

Zitiert von: Öha

Zitiert von: xyz

Komisch, daß man über diese eklatanten Verschlechterungen für meine Generation nie etwas in den Nachrichten hört.

Stimmt nicht ganz: Presse, Funk und Fernsehen haben sehr wohl über den Stichtag berichtet - ich erinnere mich sogar an Einblendungen in der 'Tagesschau', bei welchen Brautpaare vorgestellt wurden, die kurz vor Jahreswechsel heirateten, um die Verschlechterungen zu entkommen - soweit mind. eine/r über 40 war!

Die max. 24 Monate kleine W-Rente sind sicherlich hart, insb. wenn z.B. bei der 40-jährigen Witwe das zu erziehende Kind volljährig wird und dann noch 5+x Jahre bis zur großen W-Rente fehlen! Aber der erweiterte Einkommenskatalog wird mittelfristig viel mehr Einsparungen bringen - schließlich hat man im Gegenzug die Dynamik des Freibetrags beibehalten (wenn es eine Rentenerhöhung gibt...!).


Dann werde ich meine Frau mal behutsam darauf aufmerksam machen, daß sie sich schonmal ans Schlange stehen gewöhnen sollte.
Essensmarken, Gulaschkananone, Volksspeisung usw.
Die Räumlichkeiten stehen bei uns in der Stadt noch.
"Essenausgabe" steht in Stein gemeißelt darüber.
Bau so um die Jahrhundertwende, jetzt weiß ich auch warum der nie abgerissen wurde.
Sehr weitsichtig unsere Stadtväter.........

von
oder so

Genau - daher gibt es beim Bundespräsidenten ja auch schon wieder das 'Eintopfgericht' für alle!

von
xyz

Zitiert von: oder so

Genau - daher gibt es beim Bundespräsidenten ja auch schon wieder das 'Eintopfgericht' für alle!

Lecker, so wirbt man um das neue Vertrauen des Wahlvolkes.
Den Tipp muß ich gleich meiner Frau weiter geben.
Die steht auf Schlipsträger.

von
xyz

Zitiert von: Öha

...........Aber der erweiterte Einkommenskatalog wird mittelfristig viel mehr Einsparungen bringen - schließlich hat man im Gegenzug die Dynamik des Freibetrags beibehalten (wenn es eine Rentenerhöhung gibt...!).

Sorry, muß noch mal ernsthaft werden.

Dynamik des Freibetrages heißt dann, der passt sich der Inflation an ?
Steigt mit der Dynamik der Renten ?
Dann verstehe ich aber die Logik nicht, warum das dem Bund mehr Einsparungen bringen soll ?

Gibt es einen Link zu dem erweiterten Katalog ?

von
Öha

§ 97 Abs. 2 SGB VI: Freibatrag ist das 26,4fache des aktuellen Rentenwertes derzeit also 'im Westen' 26,4 x 27,20 EUR = 718,08 EUR. Erhöht sich der aktuelle Rentenwert, so steigt auch der Freibetrag. Soweit so gut!
Einkommenskatalog neues Recht: §§ 18a bis 18e SGB IV)
Einkommenskatalog altes Recht: § 114 SGB IV

Das neue Recht nimmt insb. Einkommen aus privaten Kapitalerträgen und Betriebsrenten mit in die Anrechung - somit dürfte das anrechenbare Einkommen mittel- bis langfristig das zögerliche 'Wachstum' beim Freibetrag deutlich überflügeln! Das fällt nur noch nicht so auf, da die meisten W-Anträge heute noch nach altem Recht gehen und die nach neuem Recht betroffenen solche Einkünfte (noch) nicht im großen Umfang haben!

von
xyz

Zitiert von: Öha

§ 97 Abs. 2 SGB VI: Freibatrag ist das 26,4fache des aktuellen Rentenwertes derzeit also 'im Westen' 26,4 x 27,20 EUR = 718,08 EUR. Erhöht sich der aktuelle Rentenwert, so steigt auch der Freibetrag. Soweit so gut!
Einkommenskatalog neues Recht: §§ 18a bis 18e SGB IV)
Einkommenskatalog altes Recht: § 114 SGB IV

Das neue Recht nimmt insb. Einkommen aus privaten Kapitalerträgen und Betriebsrenten mit in die Anrechung - somit dürfte das anrechenbare Einkommen mittel- bis langfristig das zögerliche 'Wachstum' beim Freibetrag deutlich überflügeln! Das fällt nur noch nicht so auf, da die meisten W-Anträge heute noch nach altem Recht gehen und die nach neuem Recht betroffenen solche Einkünfte (noch) nicht im großen Umfang haben!


Interessant, Riester wird nicht als Einkommen gewertet, das angerechnet wird.
http://dejure.org/gesetze/SGB_IV/18a.html

von
öha

'Riester' ist H-Renten-, Hartz IV- und Grundsicherungsresistent - das war wesentlicher Teil der 'Werbung' für Riester!

Auch hier sehen wir erst in 20 - 30 Jahren, was die 'Garantie' nützt, so sie dann noch gilt ...!

von
xyz

Zitiert von: öha

'Riester' ist H-Renten-, Hartz IV- und Grundsicherungsresistent - das war wesentlicher Teil der 'Werbung' für Riester!

Auch hier sehen wir erst in 20 - 30 Jahren, was die 'Garantie' nützt, so sie dann noch gilt ...!


Aber, aber pfändungssicher ist Riester nicht in der Auszahlphase, das wurde geflissentlich übersehen..........

Wer hat schon Zeit sich um den ganzen Bürokratiewahnsinn zu kümmern, wenn man arbeiten muß ?

Was solls, ab der nächsten Reform, wird Riester sowieso angerechnet.
Dann heißts wieder ÄtschBätsch !

Habs mal durchgeexcelt.
Witwe die 200000 Euro bei 4% rumliegen hat und die Rentendynamik steigt nur um 1% hat bereits nach 3 Jahren ein Problem.
Insofern, Witwenrente wird gekürzt.

von
DADA

Zitiert von: xyz

Zitiert von: öha

'Riester' ist H-Renten-, Hartz IV- und Grundsicherungsresistent - das war wesentlicher Teil der 'Werbung' für Riester!

Auch hier sehen wir erst in 20 - 30 Jahren, was die 'Garantie' nützt, so sie dann noch gilt ...!


Aber, aber pfändungssicher ist Riester nicht in der Auszahlphase, das wurde geflissentlich übersehen..........

Wer hat schon Zeit sich um den ganzen Bürokratiewahnsinn zu kümmern, wenn man arbeiten muß ?

Was solls, ab der nächsten Reform, wird Riester sowieso angerechnet.
Dann heißts wieder ÄtschBätsch !

Habs mal durchgeexcelt.
Witwe die 200000 Euro bei 4% rumliegen hat und die Rentendynamik steigt nur um 1% hat bereits nach 3 Jahren ein Problem.
Insofern, Witwenrente wird gekürzt.

1. Wo bekommen SIe noch 4 Prozent Zinsen
2. Die Witwenrente hat Unterhaltszuschussfunktion d.h. sie soll den finanziellen Verlust ausgleichen den man durch den Tod des Ehegatten hat. Verdient man jedoch sehr viel (oder hat grad mal so 200tausend rumliegen) dann ist man auf diesen "Zuschuss" nicht angewiesen und erhält keine Rente. Die Einkommensanrechnung gibt es schon seit 1986 und immer wieder regen sich Leute drüber auf. Ich kann das nicht verstehen .

von
syz

Das muß man aber verstehen.
Denn wenn man sich das ganze durchrechnet wird einem schnell klar, daß viel Frauen die heute arbeiten später somit den Anspruch auf die Witwenrente verwirken.
In unserem speziellem Fall bin ich nun zu dem Ergebnis gekommen, daß meine Frau schnellstens sich einen 400 Euro Job suchen muß und aufhören muß vollschcihtig zu arbeiten.
Weil sonst meine Witwenrente an ihre eigene Rente angerechnet werden wird.
Im normalfall werde ich vor ihr sterben, weil sie wesentlich jünger ist als ich.

von
xyz

Zitiert von: DADA

1. Wo bekommen SIe noch 4 Prozent Zinsen

4% sind der Durchschnittszins mit dem man üblicherweise rechnet.
Durchschnittszinssatz der lertzten 30 Jahre.
Mischkalkulation, mal gibts mehr, mal gibts weniger.

Experten-Antwort

Den umfassenden Erläuterungen von „Öha“ kann zugestimmt werden. Die Arten des zu berücksichtigenden Einkommens können sie unter folgenden Links nachschauen.
Für das neue Hinterbliebenenrecht: http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB4_18AR0
Für das alte Hinterbliebenenrecht: http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB4_114R0
Das mehr an Einsparungen ergibt sich daraus, dass künftig immer mehr neuhinzukommende Hinterbliebenenrenten nach und nach mehr nach neuem Recht zu beurteilen sind. Nach und nach fallen aber immer mehr Hinterbliebenenrenten, für die noch das alte Recht gilt, durch Tod der Hinterbliebenen weg. Dadurch, dass mehr Einkommensarten angerechnet werden, wird sich statistisch die Höhe der durchschnittlich gezahlten Hinterbliebenenrenten verringern.
Da die Witwenrente „Unterhaltsersatzfunktion“ hat und eben keinen eigenen Rentenanspruch darstellt, hat der Gesetzgeber 1986 die Einkommensanrechnung eingeführt. Man muss diese Rechtsänderung auch als Reaktion auf die sich geändert Rechtsprechung durch das Bundesverfassungsgericht, aber auch als direkte Reaktion auf die geänderten gesellschaftlichen Verhältnisse verstehen. So hat z.B. eine Frau erst seit Anfang der 70`er Jahre durch die Änderungen im Familienbuch des BGB das Recht sich selbst einen Arbeitplatz zu suchen, ohne den Ehemann vorher um Erlaubnis fragen zu müssen. Vor den Änderungen im BGB musste die Ehefrau zum Familienunterhalt durch ihre Hausarbeit beitragen. Man kann sich dies aus der heutigen Betrachtung nur noch schwer vorstellen. Grundsätzlich hatten die Frauen früher fast keine Möglichkeit eigenes Einkommen zu erzielen, Frauen waren daher auf den Unterhalt durch den Ehemann und nach dessen Tod auf die Witwenrente so gut wie immer angewiesen. Der Umbau in der Gesellschaft führt daher immer weiter davon weg, dass der Ehepartner sich nicht selbst versorgen kann, daher wird es künftig eher unwahrscheinlich sein, dass sich das Rentenrecht zugunsten der Hinterbliebenen entwickelt. Künftige Generationen werden um nicht in der Grundsicherung zu landen immer mehr auf eigene Altersvorsorge, auch private oder ergänzende, angewiesen sein.

von
Bahnhof

ab 2002 neue Regelung, ok verstaendlich. Nicht jedoch das Alter. Ich M habe mit 58 Jahren, mithin vor dem 01.01.62 geboren, in 2006 nochmals geheiratet. Meine Frau ist nach dem 01.01.62 geboren. Heisst das nunmehr kleine WR 24 Monate fur meine Frau, oder ,,,,,,

von
öha

Zitiert von: Bahnhof

ab 2002 neue Regelung, ok verstaendlich. Nicht jedoch das Alter. Ich M habe mit 58 Jahren, mithin vor dem 01.01.62 geboren, in 2006 nochmals geheiratet. Meine Frau ist nach dem 01.01.62 geboren. Heisst das nunmehr kleine WR 24 Monate fur meine Frau, oder ,,,,,,

Ja, bei allen Eheschließungen ab 01.01.2002 (unabhängig vom Alter der Beteiligten) gilt ausschießlich das 'neue Recht' mit den oben genannten Auswirkungen! Die kleine Witwenrente gibt es max. 24 Monate - unter Umständen kommt es in dieser Zeit ja schon zur großen Witwenrente. Selbst wenn nach den 24 Monate die Witwe noch nicht 45 + x ist muss sie eben später noch selbst an die 'große W-Rente' denken! (Vielleicht steckt auch hier Einsparpotential für die Rentenkasse, wenn das vergessen wird...;-)

Experten-Antwort

Antwort: Ja, das heißt es !!!!!
Der erneuten Ausführung von "Öha" von heute, um 14:31 Uhr, wird ausdrücklich zugestimmt.