Witwenrente, Lohnanrechnung

von
Joschi

Meine Schwester ist Witwe. Bei ihr hat ihr Lohn aus einem 400Euro-Job in einem Haushalt zu einer Kürzung der Witwenrente geführt, nachdem ihre eigene Rente schon über 700 Euro beträgt. Nun habe ich beim Lesen des entsprechenden Bescheids der Rentenversicherung festgestellt, dass offensichtlich zuviel Lohn angerechnet wurde. Nach einem Gespräch mit einer Bekannten, die in einem Lohnbüro arbeitet, vermuten wir, dass der Arbeitgeber bei ihr immer einen Brutto- und einen Nettolohn ausgerechnet hat. Den Bruttolohn hat er der Rentenversicherung gemeldetk und den Nettolohn hat meine Schwester bekommen (also z.B. 200 Euro hat sie bekommen, 224 wurden gemeldet). Unsere Bekannte meint, der Unterschied seien immer 12 %, die an und für sich der Arbeitgeber tragen müßte.
Wir gehen jetzt davon aus, dass ihr zuviel an der Witwenrente abgezogen wurde. Ist das so?. Was kann sie dagegen tun? Muß der Arbeitgeber die Meldungen berichtigen und bekommt sie dann noch etwas von der Witwenrente zurück?

von
Knut Rassmussen

Für die Einkommensanrechnung ist allein der Bruttolohn entscheidend. Die Abzüge sollten vom Arbeitgeber eingordert werden - oder handelt es sich um steurliche abzüge???

von
Melanie1

Hallo Joschi,
ich denke nicht, dass die 12 % netto-brutto-unterschied entscheidend sind. in jedem fall kann die bakannte in eine kostenlose rentenberatung (termin geben lassen) gehen u. sich ausrechnen lassen, wieviel sie dazuverdienen darf.
ich gehe davon aus, dass die bisherige berechnung ok war.
lg Melanie

von
Joschi

Die Frage ist auch, ob bei einem 400Euro-Job der Arbeitgeber den Arbeitnehmer mit den Abzügen (Rentenvers., Krankenvers. Lohnst.) belasten darf?

Experten-Antwort

Hallo Joschi,

maßgeblich zur Prüfung des Hinzuverdienstes im Rahmen einer Hinterbliebenenrente bei geringfügiger Beschäftigung ist das Bruttoarbeitsentgelt. Dieser Betrag wird dann zur Einkommensanrechnung herangezogen.
Das tatsächliche Nettoarbeitsentgelt ist also unerheblich.

von
M

Der Arbeitgeber darf ihre Schwester nicht mit den von ihm zu tragenden Pauschalbeiträgen belasten.

Kopieren sie Lohnabrechnungen und beantragen sie eine Überprüfung der Einkommensanrechnung.

von
Joschi

Es ist so, dass ein Stundenlohn von 8,00 Euro ausgemacht ist und der wird auch ausbezahlt (z.B. 40 Std. im Monat x 8,00 Euro = 320,00 Euro). Daß der Arbeitgeber auf diesen Betrag die Abgaben und die Steuer drauf schlägt und diesen erhöhten Betrag der Retnenversicherung meldet, war nicht bekannt.
Und das ist auch die Hauptfrage: Ist das richtig, dass die erhöhten Beträge gemeldet und von der Rentenversicherung als Hinzuverdienst berücksichtigt werden?

Experten-Antwort

Der Einkommensanrechnung ist der Brutto-Betrag zugrunde zu legen.

Sofern nur ein Minijob ausgeübt wird, fallen für den Arbeitnehmer keine Sozialversicherungsbeiträge an.
Insofern ist uns unbegreiflich, welche Abgaben der Arbeitgeber hier auf den Lohn noch draufschlägt, bevor die Meldung abgegeben wird. Eine Rücksprache im Lohnbüro ist sicher sinnvoll.