Witwenrente und Steuern

von
Helga

Im Steuerbescheid für 2005 wurde für meinen Mann der "steuerfreie Teil der Rente" mit 11.000 EUR festgestellt (= Rentenfreibetrag). Dieser bleibt lebenslang bestehen.
Mein Mann ist in 2007 verstorben, ich erhalte 60 % Witwenrente.
Wird beim Finanzamt der Rentenfreibetrag für die Witwenrente auch auf 60% "gekürzt"?
Kann mir das jemand sagen?

von
Rentenüberprüfer

Grundsätzlich gilt, die Regelung für die prozentuale Berücksichtigung von Ansprüchen aus der Rentenversicherung ist nicht auf Steuererhebungen vom Finanzamt übertragbar.

Ab dem Folgemonat des Todes eines Ehepartners gilt nur noch die Anwendung von steuerlichen Maßnahmen mit Bezug auf den Hinterbliebenen, seinen Einkünften und sonstigen zu beachtenden Sachverhalten.

Sicher wird User "Schiko" als Person vom Fach sich hier noch einmal äußern.

von
Schiko.

Nachdem sie den steuerfreien teil der rente ihres
lb. verstorbenen für das jahr 2005 festgeschrieben
mit 11.000 euro nennen, vermute ich die jahres-
bruttorente mit 22.000 und mtl. ca.1.833 brutto.

Es taucht jetzt die frage auf, gelten nunmehr ab 2007
54 % steuerpflichtig und festschreibung des steuer-
freien betrages von nunmehr 46% lebenslang.

Vom menschenverstand her meine ich, maßgebend
ist die jahresbruttorente von 13.200, dies sind 60%
von 22.000 und mtl. 1100 brutto.
Somit gelten auch 50% von 13.200 = 6600 lebenslang
als steuerbefreiter betrag, einmal die 0,54% erhöhung
am 1.7.07 außer acht gelassen.

Für das jahr 2007 und auch 2008 wird ja steuermäßig
noch nach steuerklasse III beim finanzamt abgerechnet.
Im Klartext, statt 7.664 steuerunbelastet sind es auch
noch nach splittingtabelle 15.328 steuer unbelastet.

Ob überhaupt steuer anfällt, hängt wesentlich von der
höhe ihres eigenen einkommens ab, vermutlich handelt
es sich auch um renteneinkommen. Auch hier spielt der
wegfall der ertragsanteil berechnung eine rolle.

Ja, es kann unter umständen durch die sogenannte
einkommensanrechnung die eigene bruttorente, ausgehend
von 1.100 monatlich minus ca. 10% für
kranken und pflegeversicherung die witwenrente kürzen.

Steuermässig natürlich bei angenommen 1.100 x 12
auch auf 6.600 als steuerpflichtig und ab dem jahre
2009 auf 13.200 steuerpflicht für beide renten.

Rechne ich mit 3.200 verminderung durch abzugs-
beträge wie kranken, pflegeversicherung, haftpflicht
etc. werden wohl 10.000 tatsächlich steuerpflichtig
sein.
Es sind dann fürs JAHR ca. 400 steuer die auf sie zukom-
men werden.
Wenn rentenüberprüfer lotscher mich als mann vom fach
bezeichnet stimmt dies sicher nicht, praktische erfahrung
habe ich dennoch.

von Experte/in Experten-Antwort

Im Falle des nahtlosen Übergangs von Versichertenrente in Hinterbliebenenrente, bleibt für Sie als Witwe für diese Rente, der ursprünglich für die Versichertenrente Ihres Ehemanns festgestellte Besteuerungsanteil massgebend.Soweit die Rente Ihres Mannes bereits 2005 bezogen wurde, wären dies 50 % des Jahresbetrages der Rente.

Natürlich wird und muss es dennoch eine Veränderung des einmal festgesetzten steuerfereien Betrages der Rente geben, was auch nicht dem § 22 Nr.1 Satz 3 Doppelbuchstabe aa) Satz 2 ff EstG widerspricht.

Dies schon allein deshalb, weil sich - in Fällen des alten Hinterbliebenenrechts - die Höhe der großen Witwenrente (nach Ablauf der ersten drei Monate nach Rentenbeginn) auf 60 % der Höhe der Versichertenrente des Ehemannes bemisst. Ob indes die zahlen von Schiko steimmen, kann wohl nur der zust. RV Träger bzw. das zuständige Finazamt überprüfen.

Dass - wie von user Schiko bereits angesprochen - hierbei Rentenanpassungen außer Betracht bleiben wäre konkret in § 22 Nr.1 Satz 3 Doppelbuchst. aa) Satz 7 EstG nachzulesen.

Individ. Auskünfte zur Steuerlast etc. darf und kann Ihnen aber nur das für Sie zuständige Finanzamt (oder ein Steuerberater) geben, zumal dies von weiteren faktoren abhängig zu machen ist die online nicht geprüft werden können.

MfG