Witwerrente - Anrechnung Einnahmen aus Vermietung u. Verpachtung

von
Willy

Mann geb. 1934, Frau geb. 1938, verstorben 6/2015

Frau Rente: 500 € Brutto
Mann Rente: 660 € Brutto + lt. Steuerbescheid: Einkünfte aus Gewerbebetrieb -6.000 €, Einkünfte aus Vermietung u. Verpachtung 11.300 €

Wie berechnet sich die Witwerrente, bleibt da noch was übrig?

Reicht der letzte Steuerbescheid oder muss die Bescheinigung R0666 ausgefüllt werden?

Danke.

von
W.

Entscheidend: Wann haben Sie geheiratet?

von
Willy

Heirat 02.1962 - altes Recht

von
S

Hallo Willy,

bei diesen Jahrgängen, könnte es sogar so sein, dass gar keine Witwerrente gezahlt wird, weil in den 80'er Jahren eine entspr. Erklärung abegeben wurde. (Meistens so um 1985/1986 rum). Die Erklärung beinhaltete das ganz "alte Recht". ... Keine Hinterbliebenenrente für denjenigen, der den überwiegenden Unterhalt bestritten hat, dafür keine Einkommensanrechnung bei der Witwenrente (meist waren die Frauen die Überlebenden).

Ich glaube, so war das damals.

Sollte diese Erklärung nicht abgegeben worden sein, dann sind nur die eigene Rente oder (und) das Einkommen aus selbständiger Tätigkeit maßgebend! Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung bleiben außer Betracht.

;-)

von
****

Die von S. angesprochene Erklärung gem. Art. 2 § 18 Abs. 3 ArVNG (Art. 2 § 17a Abs. 2 AnVNG, Art. 2 § 13a KnVNG konnte nur bis zum 31.12.1988 von Ehepaaren abgegeben werden wenn
a) beide Ehegatten vor dem 01.01.1936 geboren waren und
b) ihre Ehe vor dem 01.01.1986 geschlossen worden war.
Da ihre Frau 1938 geboren ist konnten sie also eine solche erklärung nicht abgeben.
Es gilt also das ab 01.01.1986 geltende Recht.

von
S

Zitiert von: ****

Die von S. angesprochene Erklärung gem. Art. 2 § 18 Abs. 3 ArVNG (Art. 2 § 17a Abs. 2 AnVNG, Art. 2 § 13a KnVNG konnte nur bis zum 31.12.1988 von Ehepaaren abgegeben werden wenn
a) beide Ehegatten vor dem 01.01.1936 geboren waren und
b) ihre Ehe vor dem 01.01.1986 geschlossen worden war.
Da ihre Frau 1938 geboren ist konnten sie also eine solche erklärung nicht abgeben.
Es gilt also das ab 01.01.1986 geltende Recht.

@****, jepp, da haben Sie Recht. Danke für die Berichtigung.
Bedeutet aber trotzdem, Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung werden nicht als solches berücksichtigt. :-)

Experten-Antwort

Hallo Willy,

die Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung werden nicht als anrechenbares Einkommen berücksichtigt werden, da lt. Vorgelegtem Sachverhalt das „alte“ Hinterbliebenenrecht anzuwenden ist. Das Negativ-Einkommen aus Ihrem Gewerbebetrieb bleibt ebenso außer Betracht, so dass lediglich Ihre eigene Rente als Einkommen bei der Prüfung der Einkommensanrechnung herangezogen wird. Ihr Einkommen liegt unterhalb des Freibetrages von netto 771,14 EUR. Es wird demnach eine große Witwerrente gezahlt werden. Dieser Anspruch beträgt 60% der Rente der verstorbenen Ehefrau. Die Anlage R0666 sollte dennoch ausgefüllt werden und der aktuelle Steuerbescheid (alternativ eine Bescheinigung des Steuerberaters) vorgelegt werden, aus dem hervorgeht, dass ein Negativ-Einkommen vorliegt.

Interessante Themen

Altersvorsorge 

Altersvorsorge mit dem MSCI World

Immer mehr Sparer stecken mit ETFs monatlich Geld in den Börsenindex MSCI World, auch für die Altersvorsorge. Doch der „Weltindex“ ist keine...

Soziales 

Mindestlohn: Warum Minijobber jetzt aufpassen müssen

Seit dem 1. Juli gilt ein höherer Mindestlohn, und im Oktober steigt er nochmal. Mancher Minijobber muss jetzt genau hinsehen.

Rente 

Steuererklärung: Was Rentner wissen sollten

Auch Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben – unter bestimmten Bedingungen. Was für wen gilt.

Soziales 

Pfändungs-Freigrenzen erhöht: Schuldner dürfen mehr behalten

Wer Schulden hat, dem bleibt neuerdings mehr Geld zum Leben. Für wen welche Beträge gelten und was Rentner wissen sollten.

Magazin  Altersvorsorge 

Lebensversicherung verkauft: Was tun?

Immer wieder übertragen Versicherer Policen für die Altersvorsorge an internationale Aufkäufer. Was das für die Kunden bedeutet.