Wohnriester

von
Tobitobsen

Guten Tag.
Ich habe eine Frage zu einem Wohn Riester Vertrag.

Zum Fall:

Nach erfolgreichem Antrag bei der ZfA ist der Bestand eines Wohn Riester Kontos (Eigenbeträge, Zulagen und Zinsen) während der Ansparphase zur Tilgung eines Bau Darlehens ausgezahlt worden.

Die wohnwirtschaftliche Verwendung der Auszahlung (Tilgung des Darlehens) kann nicht nachgewiesen werden, da das ausgezahlte Geld anderweitig verwendet wurde. Rieserschädliche Verwendung.

Was passiert jetzt?

Rückforderung der erhaltenen Zulagen und Rückforderung der Steuervorteile des Sonderausgabenabzugs?

Erträge (Zinsen) werden als Einkünfte Versteuert?

Werden auch die geleisteten Eigenbeiträge als Einkünfte Versteuert?

P.S. Laut ZfA ist schon ein Wohnförderkonto eingerichtet worden, obwohl die wohnwirtschaftliche Verwendung des ausgezahlten Betrages nicht nachgewiesen würde?!?

Vielen Dank im Voraus für die Antworten.

von
Modi69

Hallo,

Bei schädlicher Verwndung nimmt sich der Staat sämtliche Förderung zurück -also alle geflossenen Zulagen und alle steuerlichen Sonderausgabenabzüge. Die Erträge (also Ablaufsumme abzüglich Einzahlungen) sind zu versteuern. Die ZFA hat ein WFK errichtet, in dem die gesamte staatliche Förderung erfasst ist. Dieses WFK wird benötigt, um z.B. die schädliche Verwendung "abzurechnen". Sie sollten die ZFA über die schädliche Verwendung informieren. Meines Wissens haben Sie aber Zeit, doch noch unschädlich zu agieren. Einsatz des entnommenen Betrags aus sonstigen Finanzmitteln zur ursprünglich angedachten Tilgung. Habe selbst den AV-Eigenheimbetrag aus meinem Sparriester zur Darlehenstilgung entnommen und ZFA will nach 1 Jahr prüfen, ob ich das Geld auch tatsächlich in der Finanzierung getilgt habe. D.h. wenn Sie einen Lottogewinn im Umfang des Riesterbetrags zur Tilgung heranziehen, ist alles in Butter (wohnwirtschaftl. Verwendung vorausgesetzt). Die ZFA wird Ihnen auf Nachfrage die konkreten Fristen und Vorgehensweisen zur Vermeidung der schädlichen Verwendung erklären...

Experten-Antwort

Hallo Tobitobsen,

bei einer schädlichen Verwendung werden die im Altersvorsorgevermögen enthaltenen Zulagen sowie die gegebenenfalls durch den Sonderausgabenabzug gewährten zusätzlichen Steuervorteile grundsätzlich von Ihrem Anbieter (Versicherungs- oder Finanzdienstleistungsunternehmen) einbehalten und an die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen zurückgezahlt.
Weiterhin wird das Finanzamt prüfen, ob die im ausgezahlten Kapital enthaltenen Zinsen, Erträge und Wertsteigerungen einkommensteuerpflichtig sind.

Für Fragen zum weiteren Verfahrensablauf wenden Sie sich bitte direkt an die ZfA. Mit konkreten steuerrechtlichen Fragen wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Finanzamt, einen Steuerberater einen Lohnsteuerhilfeverein oder einen Fachanwalt für Steuerrecht.

Interessante Themen

Soziales 

Mindestlohn: Warum Minijobber jetzt aufpassen müssen

Seit dem 1. Juli gilt ein höherer Mindestlohn, und im Oktober steigt er nochmal. Mancher Minijobber muss jetzt genau hinsehen.

Rente 

Steuererklärung: Was Rentner wissen sollten

Auch Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben – unter bestimmten Bedingungen. Was für wen gilt.

Soziales 

Pfändungs-Freigrenzen erhöht: Schuldner dürfen mehr behalten

Wer Schulden hat, dem bleibt neuerdings mehr Geld zum Leben. Für wen welche Beträge gelten und was Rentner wissen sollten.

Magazin  Altersvorsorge 

Lebensversicherung verkauft: Was tun?

Immer wieder übertragen Versicherer Policen für die Altersvorsorge an internationale Aufkäufer. Was das für die Kunden bedeutet.

Altersvorsorge 

Tückischer Teilverkauf

Im Alter das eigene Heim zu Geld machen, ohne auszuziehen – ein Immobilien-Teilverkauf klingt verlockend. Doch Experten warnen eindringlich vor den...