Wohnriester - Wechsel zu den neuen Bedingungen (01.01.2013) möglich?

von
Oliver

Hallo,

habe bereits einen Wohnriester in der Variante Kombidarlehen. Das Wohnförderkonto wird mit 2 % p.a. verzinst.

Angenommen, der neue Gesetzesentwurf der Bundesregierung passiert den Bundesrat und das Wohnförderkonto wird nur noch mit 1 % p.a. verzinst: Gilt das dann auch für die bereits bestehenden Verträge automatisch?

Wie verhält es sich mit den anderen geplanten Neuerungen wie etwa jederzeit die Möglichkeit zu haben, das Wohnförderkonto "zurückzuzahlen"?

Danke.

Grüße,
Oliver

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Oliver,

da es sich derzeit noch um einen Gesetzentwurf handelt, können wir Ihnen hierzu leider auch noch keine weiteren konkreten Informationen geben. Zur Orientierung kann ich Ihnen lediglich einen Auszug aus dem Gesetzesentwurf beifügen, welcher sich auf die von Ihnen gestellten Fragen bezieht:

„Wohn-Riester“: Mehr Flexibilität - Hier sollen sich mehrere Punkte verbessern:

Jederzeitige Kapitalentnahme für selbstgenutztes Wohneigentum:
Die förderunschädliche Entnahme von gefördertem Altersvorsorgevermögen für die selbstgenutzte Wohnung ist derzeit nur eingeschränkt möglich. So muss die Entnahme entweder im zeitlich unmittelbaren Zusammenhang mit der Anschaffung beziehungsweise Herstellung der selbstgenutzten Wohnung erfolgen oder zur Entschuldung dieser Wohnung unmittelbar zu Beginn der Auszahlungsphase.
Diese Einschränkung soll aufgehoben werden. Gefördertes Altersvorsorgevermögen kann dann jederzeit für die Bildung von selbstgenutztem Wohneigentum entnommen werden.

Jederzeitige „Einmal“-Besteuerung des Wohnförderkontos während der Auszahlungsphase:
Der Steuerpflichtige kann sich nach geltendem Recht nur einmalig - zu Beginn der Auszahlungsphase - entscheiden, ob er die ratierliche Besteuerung des Wohnförderkontos bis zum 85. Lebensjahr oder die Einmalbesteuerung wählt. Bei der Einmalbesteuerung des Wohnförderkontos zu Beginn der Auszahlungsphase werden lediglich 70 % des in der Wohnimmobilie gebundenen, geförderten Kapitals mit dem individuellen Steuersatz besteuert.
Zukünftig soll diese Möglichkeit, sich für eine „Einmal“-Besteuerung - hinsichtlich des dann noch vorhandenen Wohnförderkontos - zu entscheiden, während der gesamten Auszahlungsphase bestehen. Verminderung der jährlichen Erhöhung der in das Wohnförderkonto eingestellten Beträge von 2 % auf 1 %: Das geförderte Kapital („Wohn-Riester“) wird betragsmäßig in einem Wohnförderkonto erfasst. Während der Ansparphase erfolgt die Erfassung der Förderung fortlaufend. Das Wohnförderkonto wird jährlich um 2 % erhöht. Dieser Wert soll auf 1 % gesenkt werden. Hierdurch wird die Attraktivität des „Wohn-Riesters“ weiter verbessert, da der Stand des Wohnförderkontos langsamer anwächst, und die spätere (nachgelagerte) Besteuerung in der Altersphase entsprechend geringer ausfällt.

Sobald aus dem Entwurf ein Gesetz wird, können wir auch dazu beraten. Momentan ist dies nicht möglich, da wir auch keine weiteren Informationen haben.