WZ 45 nicht erfüllt - Auskunft trotzdem auf Alter 63

von
Uwes Sohn

Mein Vater hat von der nördlichsten DRV-Regional im Freistaat am 30.9. eine Rentenauskunft erhalten, in der das neue Gesetz und die Wartezeit erwähnt werden. Daran sollen noch 18 Monate fehlen, was auch stimmt.
Dennoch berechnet man die Rente auf das Alter 63 ohne Abschläge (Zugangsfaktor = 1,0).
Ist das üblich?

von
W*lfgang

Hallo Uwes Sohn,

ohne diese Rentenauskunft vor Augen zu haben, kann man dazu nichts weiter sagen.

- Jahrgang Ihres Vater, somit frühester Rentenbeginn (45 Jahre) wann?
- Zeiten erfasst/gemeldet bis ...
- ist es eine allgemeine Rentenauskunft oder eine punktgenaue für diese Rentenart (mit Hochrechnung), oder gar nur eine Kurzauskunft (ohne Hochrechnung)?

Und letztendlich würde die Rentenauskunft (welche auch immer) unter der Bedingung erstellt werden, dass er die notwendigen Voraussetzungen erfüllt _hätte_ ...trifft das nicht zu, hat die Rentenauskunft keinen 'Wert'.

Tipp: nächste Beratungsstelle aufsuchen.

Gruß
w.
...macht die südlichste Regional-DRV im dortigen Freistaat nicht anders ;-)

von
Uwes Sohn

Vater ist am 21.01.1952 geboren
Rentenbeginn wurde mit FEB 2015 angegeben
Punktgenaue Rentenauskunft ohne Hochrechnung, vollständig geklärter Versicherungsverlauf ohne jegliche Anrechnungszeiten oder Arbeitslosigkeit, letzte erfasste Zeit DEZ 2013
Klar die Rentenauskunft ist nicht rechtsverbindlich.
Aber gaukelt sie nicht etwas vor, was noch nicht in trockenen Tüchern ist?
Bei einer fiktiven Probeberechnung hätte ich Verständnis dafür, so nicht unbedingt!

Ich werde jedenfalls Vater überzeugen, dass unbedingt noch die fehlenden auch ausgewiesenen 18 Monate erforderlich sind.

Vielleicht überzeugt ja jemand die Verantwortlichen, solche Auskünfte noch nicht zu erteilen
hofft
Uwe

von
Christina Nowak

Hallo Uwes Sohn,

ich bin im Dezember 1951 geboren und offensichtlich interpretiere ich meine Rentenauskunft etwas anders, als Sie die Ihres Vaters.
Auf Seite 1 der Rentenauskunft steht :

- die Rente wegen Erwerbsminderung würde ...monatlich betragen, wenn von einem am .... eingetretenen Leistungsfall ausgegangen würde.
Nachdem, wie Sie ja selbst sagen, sind die letzten erfaßten Zeiten der Dezember 2013.

Die DRV bekommt die Daten am Jahresende übergeleitet, also können diese Daten von 2014 noch gar nicht verarbeitet sein.

Ganz sicher gaukelt Ihnen Niemand etwas vor !!!! Sie haben nur nicht richtig gelesen.

Weiter unter auf der ersten Seite steht unter Berücksichtigung von Rentenanpassungen und bei gleichem Einkommen, wie in den letzten fünf Kalenderjahren, würde die monatliche
Regelaltersrente ..... betragen.
Hier geht man von der Regelaltersgrenze aus und die ist nicht zu verwechseln mit der neuen abschlagsfreien Rente mit 63 Jahren und 45 Wartezeitmonaten.

Unter dem Punkt K - Altersrente für besonders langjährige Versicherte, können Sie entnehmen, wie die Wartezeitmonate zum Stand Dezember 2013 erfüllt sind.
Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, steht dort bei Ihnen, ergibt sich folgendes :
Rentenbeginn 01.02.2015

JA - aber die Voraussetzungen sind noch nicht erfüllt.Es fehlen noch 18 Monate. Unter der Anrechnung der 12 Kalendermonate des Jahres 2014 müsste Ihr Vater noch 6 Monate nach seinem 63 Geburtstag arbeiten um dann die abschlagsfreie Rente beanspruchen zu können.

Bei einer Altersrente ist der Zugangsfaktor immer 1,0 - bei anderen Renten hat er einen anderen Wert.

von
zelda

Zitiert von: Christina Nowak

"...

Bei einer Altersrente ist der Zugangsfaktor immer 1,0 - bei anderen Renten hat er einen anderen Wert.

"

kleine Berichtigung:

Was Sie meinen ist der Rentenartfaktor (§ 67 SGB VI), der ist bei Renten wegen Alters tatsächlich 1,0.

Der Zugangsfaktor ( § 77 SGB VI) kann schon gemindert sein, sonst gebe es die Abschläge nicht.
Bei der Altersrente für besonders langjährig Versicherte ist der Zugangsfaktor allerdings auch immer 1,0, da es hier kein Rentenbeginn " vor dem maßgebenden Lebenslater" gibt.

Ansonsten gebe ich Ihnen aber Recht:

Bitte die gesamte Rentenauskunft lesen, auch wenn es ein halbes Buch ist (die Anlagen 3 ff. sind dann eher Kür als Pflicht).

MfG

zelda

von
Uwes Sohn

Zitiert von: zelda

Bitte die gesamte Rentenauskunft lesen, auch wenn es ein halbes Buch ist (die Anlagen 3 ff. sind dann eher Kür als Pflicht).
MfG
zelda

Liebe Zelda,
hier wortwörtliche Auszüge aus der Rentenauskunft:

"mit dieser Auskunft unterrichten wir Sie über die Höhe einer Altersrente für besonders langjährig Versicherte
bei einem Rentenbeginn am 01.02.2015
- über die gespeicherten rentenrechtlichen Zeiten (s. Anlage 2)
- über die persönlichen Entgeltpunkte (s. Anlage 6)
nach jetzigem Stand.
Die Altersrente würde 1.254,59 EUR monatlich betragen, wenn der derzeit maßgebende aktuelle Rentenwert zugrunde gelegt wird.
~ Die Berechnung der Monatsrente ergibt sich aus der Anlage 1.

D Altersrente für besonders langjährig Versicherte
Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte kann bei erfüllter
Wartezeit …..allgemeiner Schmus…. Zeiten des Bezugs von Arbeitslosenhilfe oder Arbeitslosengeld II werden nicht berücksichtigt.

Diese Wartezeit ist derzeit mit 522 Monaten nicht erfüllt, es fehlen noch 18 Monate.

Werden die Anspruchsvoraussetzungen für diese Rente erfüllt, ergibt sich für Sie Folgendes:

Rentenbeginn am 01.02.2015.
Eine vorzeitige Inanspruchnahme dieser Rente ist nicht möglich.

Anlage 6
Die persönlichen Entgeltpunkte ….allgemeiner Schmus..

Summe der Entgeltpunkte
An Entgeltpunkten sind zu berücksichtigen:
Entgeltpunkte für Beitragszeiten 42,4443 Punkte
Entgeltpunkte für beitragsfreie Zeiten + 1,3617 Punkte
zusätzliche Entgeltpunkte
für beitragsgeminderte Zeiten + 0,0456 Punkte
Summe aller Entgeltpunkte = 43,8516 Punkte
Zugangsfaktor
Der Zugangsfaktor beträgt 1,0.
Persönliche Entgeltpunkte 43,8516

Fazit:
Es wird eine Auskunft erteilt mit einem Betrag, für den die Wartezeit noch nicht erfüllt ist.
Nur das finde ich verwirrend und stört sicherlich auch die Betroffenen!

von
zelda

Hallo "Uwes Sohn"

die Aussage

"Diese Wartezeit ist derzeit mit 522 Monaten nicht erfüllt, es fehlen noch 18 Monate.

Werden die Anspruchsvoraussetzungen für diese Rente erfüllt, ergibt sich für Sie Folgendes:

Rentenbeginn 01.02.2015"

ist doch schon mal was (halbwegs) Konkretes.

Sofern Ihr Vater nicht noch ein paar anrechenbare Zeiten des Arbeitslosengeld(1) bezuges nachweisen kann, wäre die Wartezeit tatsächlich erst im Juni 2015 erfüllt, Rentenbeginn wäre dann der 1.7.2015.

OK, so eine konkrete Rentenauskunft kenne ich von meinem RV-Träger eher nicht, wenn die Wartezeit zum gewünschten Rentenbeginn gar nicht erfüllt werden kann, aber da gibt es anscheinend unterschiedliche Ansätze.

Vielleicht sollte Ihr Vater einen Zweizeiler "Am 21.02.2015 werde ich 63. Jahre alt. Ab wann kann ich die Altersrente für besonders langjährig Versicherte beziehen ? " an die "nördlichste DRV-Regional im Freistaat" senden.

Evt. kommt dann eine konkrete Aussage.

Es ist schon verständlich, dass ihr Vater konkret wissen will, wann die Rente wirklich beginnt , der AG will ja auch wissen, ob er noch bis 31.01. oder bis 30.06. arbeitet...

MfG

zelda

von
W*lfgang

Zitiert von: Uwes Sohn
Fazit: Es wird eine Auskunft erteilt mit einem Betrag, für den die Wartezeit noch nicht erfüllt ist.
Nur das finde ich verwirrend und stört sicherlich auch die Betroffenen!!
Uwes Sohn,

das Problem, dass allgemeine Rentenauskünfte 'falsche' Rentenbeginne in Abhängigkeit der überhaupt möglichen 'Restwartezeit' enthalten, ist der DRV (der betreffenden Arbeitsgruppe) bekannt.

Mir ist das bereits vor vielen Jahren aufgefallen, als ich in Zusammenhang mit ATZ für die eigenen Mitarbeiter den frühestmöglichen ungekürzten Rentenbeginn anhand dieser Auskünfte ermitteln musste. Bei der AR an besonders langjährig Versicherte gab es in einigen Fällen Diskrepanzen wie oben gesagt.

Und auch spezielle Rentenauskünfte, die einzig auf ein Rentenbeginndatum/eine Rentenart erstellt werden, enthalten diese Fehler - dürften gar nicht ausgedruckt werden, passiert trotzdem!

Wie gesagt, die DRV arbeitet an dem 'Problem'. Auch wenn eine Rentenauskunft keine Verbindlichkeiten enthält (bis auf Darstellungen zu etwaigen Vertrauensschutzregelungen), ist es für die Versicherten einfach 'blöd' (Arschkarte wollte ich jetzt nicht sagen ;-)), wenn sie fehlerhafte Auskünfte erhalten - an was sollen sie sich denn sonst orientieren, wenn nicht an dem geballten Fachwissen, das seitens der DRV in die Auskünfte einfließt.

Gruß
w.

von
Uwes Sohn

Schlimmer geht's nimmer!
Wie ich jetzt erst von meinem Vater erfahre, hat er unter dem Datum vom 29.9., also einen Tag vorher, eine Auskunft erhalten, in der wortwörlich Folgendes stand:
"Bei der beigefügten Rentenauskunft wird die Prüfung für die Altersrente
für besonders langjährig Versicherte falsch dargestellt. Diesbezüglich
erhalten Sie in Kürze eine korrekte Auskunft für diese Rentenart
übersandt."
Da soll noch ein normaler Bürger durchsteigen (vgl. auch den schon geschlossenen Beitrag unter
https://www.ihre-vorsorge.de/index.php?id=46&no_cache=1&tx_mmforum_pi1%5Baction%5D=list_post&tx_mmforum_pi1%5Btid%5D=26833&tx_mmforum_pi1%5Bpageret%5D=2)
Soviel zu fehlerhaften Bescheiden, Auskünften usw.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Uwes Sohn,

bei der Prüfungen der Voraussetzungen, ob die Jahre Wartezeit von 45 Jahren im Zusammenhang mit der Altersrente für besonders lang. Versicherte erfüllt wird, ist häufig noch weiteren Klärungsbedarf notwendig. Daher ist die derzeit die Erteilung einer entsprechenden Rentenauskunft nur schwer möglich.
Um Klarheit zu erhalten empfehlen auch wir eine (erneute) Anfrage, ob und wann Ihr Vater unter den derzeitigen Bedingungen (noch beschäftigt) die Wartezeit von 45 Jahren erfüllen wird und wann dementsprechend frühestmöglich die Voraussetzungen einer Altersrente für besonders lang. Versicherte erfüllt sein werden.