Zahnärztin in Nebenbeschäftigung

von
Annette

Guten Tag,

eine Selbständige Zahnärztin (eigene Praxis) ist derzeit versicherungsfrei bzw. läuft die Versicherung über das Versorgungswerk.

Jetzt beginnt die Zahnärztin eine Nebenbeschäftigung mit 10 Wochenstunden in einer anderen Praxis. Wie ist das Verfahren dort mit der Rentenversicherungspflicht? Muß Sie einen Befreiungsantrag stellen?

von
****

Hallo Annette,
wenn diese Zahnärztin für diesen Job nicht gleichzeitig an die RV und an das Berufsständische Versorgungswerk Beiträge zahlen möchte (sie wird ja nicht für Mindestlohn arbeiten und über 450,00 Euro pro Monat verdienen), kann sie die Befreiung gem. § 6 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 SGB VI beantragen und sollte den Antrag am besten über das Versorgungswerk an die DRV schicken.
Wenn sie aber unbedingt Pflichtbeitragszeiten in der gesetzl. RV erwerben möchte, beantragt sie halt keine Befreiung und zahlt.
Noch einen schönen Abend

Experten-Antwort

Hallo Annette,
grundsätzlich ist die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht auf die jeweilige selbständige Tätigkeit beschränkt. Sie erstreckt sich aber auch auf eine Nebentätigkeit, wenn es sich um die gleiche kammerberufliche Tätigkeit oder um eine kurzfristige und vorübergehende Ausübung einer anderen versicherungspflichtigen Tätigkeit handelt (§ 6 Abs. 5 S. 2 SGB VI). Um dies feststellen zu können, muss ein Befreiungs- bzw. Erstreckungsantrag beim Rentenversicherungsträger für die ausgeübte Nebenbeschäftigung gestellt werden. Da es sich hier um die gleiche Tätigkeit handelt, könnte der Versorgungsträger für die Zeit der Nebenbeschäftigung die Gewährleistung von Versorgungsanwartschaften übernehmen. Das Verfahren läuft schneller, wenn - wie **** bereits ausgeführt hat -, der Antrag gleich über das Versorgungswerk gestellt wird und die Gewährleistung mit dem Antrag an die Rentenversicherung gesandt wird. Für die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht ist generell die DRV Bund zuständig.