Zu alt zum arbeiten und zu jung für die Rente

von
Modem

Bin 56 Jahre und soll mich jetzt um eine neue Stelle bemühen.
Angeblich haben ältere ja jetzt wieder bessere Aussichten. Ich bin qualifiziert, und trotzdem will mich keine Sau.
Ich habe natürlich viele altersbedingte Wewechen, was natürlich keine Rolle spielen würde wenn ich schon 10 Jahre und mehr in einem Unternehmen beschäftigt wäre.
Aber in einer neuen Arbeit würde man darauf keine Rücksicht nehmen.
Entweder volle Leistung oder du kannst gehen, so ist das halt in der heutigen Zeit.
Selbst Eingliederungshilfen des Arbeitsamtes und der Rentenversicherung, die der Unternehmer erhält werden gerne mitgenommen,aber Zeit zum einarbeiten bekommt man nicht.
Jetzt überlege ich einen Antrag auf EU Rente zu stellen.
Macht das Sinn ? Verschweige ich besser meine Arbeitslosigkeit, damit ich nicht in den Verdacht gerate, nur wegen meiner finanziellen Situation die Rente zu beantragen ?
Psychich greift das einen schon an, wenn
man von Existensängsten geplagt wird.

von
Onkel Otto

[Quote]Verschweige ich besser meine Arbeitslosigkeit, damit ich nicht in den Verdacht gerate, nur wegen meiner finanziellen Situation die Rente zu beantragen ?
[Quote]

Lustig,wie wollen Sie gegenüber der DRV Ihre Alo verschweigen?
Im übrigen gilt,stellen Sie einen Antrag auf EM-Rente und warten Sie ab was dabei herauskommt.

von
Klemens

Das Risiko des Arbeitsmarktes und das Sie keinen Job finden trägt nun aber nicht die Rentenversicherung !

Einen EM-Antrag zu stellen macht nur dann Sinn wenn man so schwer krank ist , das sich diese Erkrankung auf die Ausführung einer Erwerbstätigkeit auswirkt oder gar keine mehr zulässt.

Nur alleine aufgrund des Alters , mit ein paar altersbedingten " Wehwechen " - also keiner ernsthaften Erkrankung - und weil man keinen Job hat oder meint keinen mehr zu finden , einen EM-Antrag zu stellen ist eigentlich nicht Sinn der Sache.

Aber probieren können Sie es natürlich immer und versuchen sich damit in die EM-Rente zu flüchten - denn nichts anderes haben Sie ja vor !

Ich bezweifle aber stark und hoffe auch ( wenn Sie wirkliuch nicht ernsthaft erkrankt sind ) , das Sie damit dann keinen Erfolg haben werden. Eine EM-Rente sollte wirklich ernsthaft Erkrankten vorbehalten bleiben.

Und ihre Arbeitslosigkeit oder sonstiges können Sie der RV gar nicht verschweigen, weil u.a. diese Angaben zur aktuellen Situation auf den Anträgen zur EM-Rente sowieso von ihnen abgefordert werden...

Aus welchem Status heraus ( arbeitslos, in einem Beschäftigungsverhältnis etc. pp ) Sie den EM-Antrag stellen, spielt keine Rolle oder beeinflusst die Entscheidungsfindung seitens der RV irgendwie.

Es zählen NUR med. Gründe ob eine EM-Rente genehmigt wird oder nicht.

von
Modem

Hallo Leute: Ihr seht also das ich keine Ahnung habe, werde als erst garnicht versuchen eine Rente zu erhalten.
Das war nicht meine Idee, sondern einige Bekante hatten diese Schnapsidee.
Ich kenne aber auch sehr viele, die auf diese Art die EU Rente erhalten haben, und jetzt zusätzlich noch dazu verdienen.
Die gesundheitlichen Probleme waren nach dem Rentenbescheid weg.

von
Klemens

Zitiert von: Modem

Hallo Leute: Ihr seht also das ich keine Ahnung habe, werde als erst garnicht versuchen eine Rente zu erhalten.
Das war nicht meine Idee, sondern einige Bekante hatten diese Schnapsidee.
Ich kenne aber auch sehr viele, die auf diese Art die EU Rente erhalten haben, und jetzt zusätzlich noch dazu verdienen.
Die gesundheitlichen Probleme waren nach dem Rentenbescheid weg.

Und das viele Leute nach dem Rentenbescheid noch dazuverdienen heisst ja nicht, das diese Leute dann plötzlich wieder gesund sind oder gar nicht krank waren und sich eine EM-Rente " erschlichen " haben.

Bei einer vollen EM-Rente darf man grundsätzlich bis 400 Euro pro Monat dazuverdienen. Bei einer teilweisen EM-Rente meistens noch mehr.

Und viele müssen eben aufgrund ihrer geringen EM-Rente auf Kosten ihrer Restgesundheit nach dem Rentenbescheid noch etwas dazuverdienen, um finanziell überhaupt über die Runden zu bekommen.

Also hier muss immer der Einzelfall genau angeschaut werden bevor man Fehleinschätzungen oder Vorurteilen unterliegt.

von
Modem

Ich möchte klar stellen,das ich mich nicht wegen schlechter Aussichten auf dem Arbeitsmarkt in die Rente flüchten will.
Welche Möglichkeiten habe ich aber ?
Ich habe über 35 Jahre schwer gearbeitet, und bin nach 30 Jahren unverschuldet bei meiner letzten Firma entlassen worden.
Meine Firma wurde ins Ausland verlagert.
Wenn ich jetzt sehe, das in anderen Firmen wie Telekom und Post usw. Mitarbeiter freigesetzt werden, und dafür fast die vollen Bezüge erhalten, dann mus man sich nicht wundern, das auch ich ein wenig von dem Kuchen abhaben will.
Denn ob das Sozialamt,Arbeitsamt oder die Arge für mich aufkommen mus,ist scheiß egal. Ich möchte das nicht, aber ich habe keine andere Wahl. Und die DRV wird schließlich auch mit Steuergeldern finanziert. Es ist und bleibt Staatskasse,es ist nur eine andere Kostenstelle.

von
W*lfgang

> Welche Möglichkeiten habe ich aber ?

Hallo Modem,

so aus der Ferne und 'gefühlt' - Sie sind altersmäßig topfit und haben nicht den Hauch einer Chance, eine Rente wegen Erwerbsminderung zu erhalten.

Die Situation für ältere Arbeitnehmer/Arbeitslose ...nun, unsere BundesarbeitsvonderLeyen - Achtung *Satire: innerhalb weniger Tage über die BA zur Fachkraft für Arbeitsmarkt mit Teilnahmezertifikat umgeschult , wird Ihnen sagen, warum gerade Sie besondere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben - und wie sie gedenkt das umzusetzen. Die 14-tägige-Maßnahme beinhaltete leider nur die Dokumentation der Anwesenheit, nicht die der aktiven Teilnahme mit rudimentären Lösungsansätzen *SatireEnde

Konkret, die Aussichten sind hoffnungslos - Frau v. d. L. sitzt auch nicht in der BA/der ARGE, sondern lässt sich die ach so optimistischen Rahmenmöglichkeiten von den niederen (Partei)Soldaten (die es eigentlich besser wissen) als öffentlichkeitswirksame 'uns gehts wieder gut - Kampagne' vorflüstern ...nur, es war nie anders, gleich welche Fahne da oben weht ;-)

Modem, die Frage nach Arbeitslosigkeit im Rentenverfahren - die wird Ihnen gestellt, der können Sie nicht ausweichen !! Und, die Arbeitslosigkeit als solche ...geringerer finanzieller Spielraum, ist für die Rentenversicherung kein Kriterium, die die Erwerbsfähigkeit/-minderung (meist) neutral feststellen kann.

Stellen Sie den Antrag 'spaßeshalber' (und ich überzeuge Sie am Schreibtisch, das es sinnlos ist, dafür Papier zu verschwenden ;-) ...aber Ihre 'Möglichkeiten' werden dahingehend beschränkt bleiben, in dem jugendlichen Seniorenalter beim 'Arbeitsamt' mitzuspielen und sich nicht auf deren Angebote zu verlassen, sondern sich weiterhin selber verstärkt um Arbeit zu kümmern. Ist leider die Realität ...

Gruß
w.
...ich 'fürchte' das gibt einen Löschklick beim Morgenerwachen der Red. ;-)

Experten-Antwort

Hallo Modem,

Sie können natürlich einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen und dann würde Ihre Erwerbsfähigkeit objektiv - und ohne Berücksichtigung einer Arbeitslosigkeit (die Sie sowieso nicht verschweigen können) - geprüft werden.
Ob das Sinn macht, können wir in diesem Forum leider nicht sagen, da wir Ihre gesundheitliche Situation ja nicht einschätzen können.

Hilfreich wäre hier vielleicht ein Gespräch mit Haus- oder Facharzt. Der kann zwar die Frage der Erwerbsfähigkeit nicht endgültig entscheiden, aber vielleicht wenigstens eine Einschätzung abgeben. Und im Falle eines Antrages wäre es schon wichtig, auf ärztliche Unterlagen zurückgreifen zu können.

Ansonsten haben die anderen User sicher schon einiges Richtiges geschrieben...