Zuerst arbeiten und dann wieder Rente beantragen?

von
Karin

Hallo zusammen,

ich bin von Beruf Erzieherin und mache meinen Beruf sehr gerne. Nach einer Bestrahlung wegen eines Hirntumors und einer OP ein Jahr später bin ich in meiner Leistungsfähigkeit sehr eingeschränkt. Zurückbehalten habe ich außerdem eine fokale Epilepie, welche auch jetzt nach 1 1/2 Jahren noch nicht richtig eingestellt werden. Dies macht mir auch sehr zu schaffen, mal mehr mal weniger. Ich habe einen SBA von 60%. Nun zur eigentlichen Frage. Momentan beziehe auf Anraten der Ärzte nach meiner 2. Reha innerhalb eines Jahres eine befristete Teilerwerbsminderungsrente.
Eigentlich würde ich nach der Befristung gerne wieder arbeiten gehen. Aber was ist wenn ich mich überschätze und es einfach nicht schaffe? (Stand auch im Rehabericht dass ich dazu neige meine Belastungsgrenze zu überschreiten) Kann ich dann wieder diese Rente beantragen?
Schwierig ist auch, dass mein AG extra für die Zeit in der ich nicht da bin eine Ersatzkraft befristet eingestellt hat. Auch sie muss natürlich wissen ob und wie es weitergeht.
Wieder zurück in meine alte Position könnte ich ohne Probleme, denn ich habe jetzt einen befr. Arbeitsvertrag innerhalb des alten Arbeitsvertrages.
Ich habe halt Angst das ich es nicht schaffe..... Und falls ich mich doch dazu entscheide einen Verlängerungsantrag zu stellen zu stellen, wie lange vorher sollte ich ihn stellen und soll ich auch meinem AG bescheid sagen?

Vielen Dank schonmal
Karin

von
-_-

Die Entscheidung kann Ihnen niemand abnehmen. Mir erscheint es aber sinnvoll, zunächst die Weiterzahlung der Zeitrente zu beantragen und erst danach über die mögliche Beschäftigung und deren zeitlichen Umfang zu befinden. Eine Antragstellung sollte spätestens 3 Monate vor dem Ablauf der Befristung, besser 5 Monate vorher, erfolgen. Die Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung übersenden ca. 5 Monate vor Ablauf der Befristung entsprechende Unterlagen an die Rentenempfänger.

von
Karin

Hallo,

vielen Dank schon mal für Ihre Antwort. Es ist für mich auf jedenfall schon mal eine Entscheidungshilfe...
Ich habe meinen Bericht gerade nochmals gelesen und gesehen dass es vielleicht etwas missverständlich ist.
Ich arbeite auch jetzt noch bis zur Hinzuverdienstgrenze in meiner alten Position. Das strengt mich oft sehr an (leitende Tätigkeit). Auf der anderen Seite geht meine Teilerwerbsunfähigkeitsrente noch fast ein Jahr.

von
-_-

Zitiert von: Karin

Ich arbeite auch jetzt noch bis zur Hinzuverdienstgrenze in meiner alten Position. Das strengt mich oft sehr an (leitende Tätigkeit). Auf der anderen Seite geht meine Teilerwerbsunfähigkeitsrente noch fast ein Jahr.

Von der Befristung unabhängig können Sie im Rahmen eines neuen Rentenantrags jederzeit beantragen, das Leistungsvermögen zu überprüfen und beispielsweise eine Rente wegen voller Erwerbsminderung zu gewähren. Voll erwerbsgemindert ist nach § 43 Abs. 2 S. 2 SGB 6 der Versicherte, dessen Leistungsvermögen unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes gesundheitsbedingt auf unter 3 Stunden täglich herabgesunken ist (abstrakte Betrachtungsweise). Sofern die medizinischen Voraussetzungen dafür vorliegen, würde ein gleichzeitig erzieltes Arbeitsentgelt im Rahmen des § 96a SGB 6 (als nicht-medizinisches Regulativ) berücksichtigt.

Obwohl eigentlich (medizinisch) nur teilweise erwerbsgemindert, sind Versicherte mit einem Leistungsvermögen von 3 bis unter 6 Stunden täglich voll erwerbsgemindert, wenn von einem für sie verschlossenen Arbeitsmarkt auszugehen ist (sogen. "Arbeitsmarktrente"). Wenn Sie bei gleichem Leistungsvermögen jedoch einen Arbeitsplatz in diesem zeitlichen Rahmen inne haben, ist eine Rente wegen voller Erwerbsminderung ausgeschlossen.

von
Karin

Mein Problem ist wahrscheinlich das ich gar nicht in die volle Erwerbsminderungsrente will. Dazu liebe ich meinen Beruf viel zu sehr.
Ich glaube ich würde schwere Depressionen bekommen wenn ich nicht mehr arbeiten könnte- Ich habe ja jetzt schon immer wieder depressive Phasen. Noch habe ich ja über 1/2 Jahr Zeit um mir das noch zu überlegen. Aber der Gedanke treibt mich ganz schön um, weil ich für mich selbst noch gar nicht entschieden habe ob ich eine Verlängerung möchte.
Wahrscheinlich würde ich, jedenfalls zum momentanen Zeitpunkt, mein altes Berufsleben nicht mehr aufnehmen. Ich tu mich aber immer noch sehr schwer das zu akzeptieren.

von
Glöckchen

Ihr Angaben sind sehr widersprüchlich und nciht nachvollziehbar. Sie haben also Depressionen wegen ihrer Arbeit und weil ihnen das alles zuviel wird und vermuten/glauben , das wenn Sie eine volle EM-rente häteen dann noch schwerere Depressionen bekämen, weil Sie ihren ach zi geliebten beruf nicht mehr üsüben könnten .. Ich weis echt nicht mehr was ich dazu sagen soll..

Also entweder sind Sie so krank das sie noch nicht einmal mehr in Teilzeit arbeiten können, dann sollte und muss die volle EM-Rente ihr Ziel sein. Wobei auch dann ja bis zu 3 Std. Arbeit täglöich in irhem " geliebtem Beruf " möglich wäre !

Oder aber sie " lieben ihren Beruf " so sehr und über alles in der Welt und können dort weiter arbeiten in eben Teilzeit wie bsiher.

Beides zusammen gehtr nun mal nicht...Und ein Wunschkonzert ist das ganze nun auch nicht.

Werden Sie sich erstmal selbst klar was sie wollen und vor allem wass Sie wirklich noch und wie lange voer allem arbeiten können.
Da scheint mir bei ihnen einiges - wenn nicht alles - im Argen zu liegen..

Vielleicht sprechen Sie auch mal mir einem Psychiater/Psycholgen über diese ganze Problematik. Da scheiint einiges bei ihnen aufzuarbeiten zu sein...

von
Karin

Ich weiß schon was ich will! Wieder so arbeiten wie vor der teilweisen Erwerbsunfähigkeitsrente, aber ich weiß einfach nicht ob ich das schaffen werde. Deshalb auch meine ursprüngliche Frage.
Zuerst probieren ob ich es wieder schaffe und dann erneut die Rente beantragen? Oder lieber gleich eine Verlängerung der EM beantragen.
Wie stehen die Chancen dann wieder eine Rente bewilligt zu bekommen

von
Glöckchen

Also einen Verlängerungsantrag würde ich auf jeden Fall stellen. Damit vergeben Sie sich ja nichts und können anschließend immer noch selber entscheiden ob und wie lange Sie arbeiten gehen wollen oder besser können.

Wenn es aber noch ca. 1/2 Jahr hin ist bis zum nächsten Verlängerungsantrag warten Sie dies doch erstmal ab und "arbeiten " vor allem erstmal weiter an ihre Gesundung. Heute sich darüber schon so einen " Kopf " zu machen ist Unsinn und bringt ihnen nichts.

Ob ihre teilw. EM-Rente dann letztlich verlängert wird oder nicht hängt ausschließelich von hrem dann aktuellem Gesundheitszustand ab. Heute wird das niemand sagen können wie der in 1/2 Jahr dann sein wird - auch Sie selbst wohl nicht...

Hat sich ihre Erkrankung nicht gebessert wird die Rente wohl weiter verlängert werden. Hat sich der Gesundheitszustand sogar verschlechtert kann auch durchaus dann eine volle EM-Rente von der RV zuerkannt werden. Das obliegt alleine dem med. Dienst der RV und darauf haben Sie dann keinerlei Einfluss.

Und wie gesagt, in Teilzeit bis 3 Std. täglich können Sie IMMER arbeiten ( auch bei einer vollen EM-Rente ) , ohne das dies Rentenschädlich ist. Und eine teilw. EM-rente ist ja dazu gerade gedacht , das Sie entsprechend ihrer individuelllen Hinzuverdienstgrenze und eben bis zu einem 1/2 Tag ( also bis unter 6 Std. täglich ) noch arbeiten gehen.

Und wenn es letztlich ihre Gesundheit nicht mehr zulässt oder sogar der Beruf " Schuld " an ihrer ganzen Erkrankung und dem Dilemma ist ( was sich für mich zwischen den Zeilen eigentlich so anhört - sie aber vielelicht selbst noch gar nicht richtig erkannt haben ....) , werden Sie diesen alleine aus gesundheitlichen Gründen aufgeben MÜSSEN und zwar ohne wenn und aber ! Sonst werden Sie nämlich nie mehr wieder richtig gesund. Vom Beruf hängt nun nicht die Seeligkeit ab - auch wenn das viele wie Sie irrtümlich glauben...

Beruf hin oder her. Gesundheit geht immer vor und danken wird ihnen ihr Chef letztlich ihren Einsatz auch nicht !! Das habe ich alles schon hinter mir... Letztlich wird man noch ausgelacht , das man so blöd war und hat sich kaputt gemacht für den Beruf bzw. die Firma ! Den schaden hab ich jetzt...

Zu dieser Einsicht müssen Sie aber selber kommen und kann auch oft nur mit Hilfe einer Therapie ( Psychologen/Psychiater ) erlangt werden. Das dauert manchmal natürlich dann eine gewisse Zeit...

Alles Gute.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Karin,

auf jeden Fall sollten Sie die Weitergewährung Ihrer Rente beantragen. Sollten Sie sich zu irgend einem Zeitpunkt in der Lage fühlen, wieder mehr zu arbeiten, dann können Sie dies in Absprache mit Ihrem Arbeitgeber tun. Im schlimmsten Fall würde dann die wahrscheinlich weitergewährte Teilerwerbsminderungsrente wegen der Höhe Ihres Einkommens nur noch zur Hälfte ausgezahlt werden oder vielleicht auch ganz ruhen. Klären Sie vor der Erhöhung Ihrer Stundenzahl aber mit dem Rentenversicherungsträger ab, ob der Anspruch dem Grunde nach erhalten bleibt. Somit könnten Sie, sofern Sie der höheren Arbeitsbelastung nicht gewachsen sein sollten, dann jederzeit diese wieder herunterfahren.

von
Karin

Vielen Dank für Ihre Antworten. Ich werde wohl den allgemeinen Rat annehmen und in einem 1/2 Jahr eine Weitergewährung der Rente beantragen falls mein Gesundheitszustand nicht besser sein sollte.
@ Glöckchen, auch ihnen noch einmal ausdrücklichen Dank. Bei mir gibt es wohl schon noch etliches aufzuarbeiten, in erster Linie wegen meiner Erkrankung. Und meine depressiven Phasen habe ich nicht wegen der Arbeit, sondern eher daher dass trotz Krankenhausaufenthalte und regelmäßiger neurologischer Behandlung meine Epilepsie bisher einfach nicht befriedigend therapierbar ist.