Zukunftsvison, Rente mit 60...?

von
Manolo

Hallo, es ist noch sehr früh und wer vweiß ob man überhaupt dann noch lebt...aber, neugierig bin ich trotzdem.

Ich bin jetzt 46 und arbeite, einschliesslich Lehre seit 29 Jahren. Laut meiner letzten Rentenauskunft kann ich mit 66 Jahren und 8 Monaten in Rente gehen, können auch 10 Monate gewesen sein.

Das würde für mich weitere 20-21 Jahre Arbeit bedeuten. Natürlich würde ich gerne mit 60 in Rente gehen, eine entsprechende Vorruhestandsvereinbarung vorausgesetzt.
Die würde praktisch einem frühesten Renteneintriit mit 63 Jahren entsprechen.

Die Frage ist, wieviel Rentenabzug, ganz grob, ist pro vorgezogenem Jahr beziehungsweise Monat anzusetzen?

Bei uns im Betrieb kurisert immer das Gerücht von 3,6 % Pro Jahr bzw. 0,3 % pro Monat. Allerdings hat mir jemand gesagt, meht als 10% Rentenabzug würde es nicht geben, was ich nicht glauben kann.
Wenn ich die vollen 67 Jahre annehme und mit 63 Jahren in Rente gehen wollte, dann wären es laut der 3,6% Annahme (*4) 14,4% Rentenabzug , warum sollte der Staat dann deinen Höchstabzug von 10% mitmachen?

Vielleicht kann jemand was ganz grobes dazu sagen.... ich habe ja noch soooo lange Zeit ;-)

von
Öha

Sie sind Jahrgang 1963, dann erreichen Sie die Regelaltersrenze mit 66 Jahren und 10 Monaten. Die Abschläge bei Altersrenten betragen heute (noch) bis zu 18% - künftig (Jg. 1952 und später geboren) noch max. 14,4% (0,3% pro Monat vor dem regulären Rentenbeginn ist richtig gerechnet) - bei den EM-Renten und der AR wegen Schwerbehinderung beträgt der Maximalabschlag jedoch 'nur' 10,8% - soweit, so richtig.

Wenn Sie also bis zum 63.Lj. die erforderliche Wartezeit von 35 Jahren (420 Monate mit rentenrechtlicher Zeit) erfüllen, dann können Sie mit 13,8% Abschlag in Altersrente gehen - bitte: wir reden vom Jahr 2026, bis dahin fließt noch viel Wasser die Spree hinunter...!

Ob und was der Betrieb mit Ihnen vereinbaren kann und will, da klären Sie bitte mit der Personalabteilung (oder auf Neudeutsch: mit Ihrem 'human research management' - scheußlich diese Imponier-Anglizismen!)

von
Öha

Es muss natürlich 'Regelaltersgrenze' heißen - deutsche Sprache - schwere Sprache, vielleicht sollte ich doch ins Wirtschaftsenglisch wechseln?! Dann wäre das die 'senioritynormborder', naja!'

von
Arbeitnehmer

Zitiert von: Manolo

Hallo, es ist noch sehr früh und wer vweiß ob man überhaupt dann noch lebt...aber, neugierig bin ich trotzdem.

Ich bin jetzt 46 und arbeite, einschliesslich Lehre seit 29 Jahren. Laut meiner letzten Rentenauskunft kann ich mit 66 Jahren und 8 Monaten in Rente gehen, können auch 10 Monate gewesen sein.

Das würde für mich weitere 20-21 Jahre Arbeit bedeuten. Natürlich würde ich gerne mit 60 in Rente gehen, eine entsprechende Vorruhestandsvereinbarung vorausgesetzt.
Die würde praktisch einem frühesten Renteneintriit mit 63 Jahren entsprechen.

Die Frage ist, wieviel Rentenabzug, ganz grob, ist pro vorgezogenem Jahr beziehungsweise Monat anzusetzen?

Bei uns im Betrieb kurisert immer das Gerücht von 3,6 % Pro Jahr bzw. 0,3 % pro Monat. Allerdings hat mir jemand gesagt, meht als 10% Rentenabzug würde es nicht geben, was ich nicht glauben kann.
Wenn ich die vollen 67 Jahre annehme und mit 63 Jahren in Rente gehen wollte, dann wären es laut der 3,6% Annahme (*4) 14,4% Rentenabzug , warum sollte der Staat dann deinen Höchstabzug von 10% mitmachen?

Vielleicht kann jemand was ganz grobes dazu sagen.... ich habe ja noch soooo lange Zeit ;-)

Hallo, ich bin der selbe Jahgang.
Bei uns gibt es inzwischen eine neue Vorruhestandsregelung im Betrieb.
Das wird dann nur noch vom Arbeitgeber finanziert.
Da kann man mit 54 dann aufhören, wenn man will.
Einige von den älteren Kollegen machen das.
Ich hoffe, die Regelung gibt es auch noch wenn ich in 6 Jahren so weit bin, dann gehe ich auch sofort.

Wer früher gehen will, kann bei uns eine Abfindung aushandeln.
Einige Kollegen haben die Möglichkeit genutzt, wenn sie in das Ausland gehen wollen um die Krankenversicherung in Deutschland bis zu der Altersrente zu entgehen.

Bei uns im Betrieb fallen immer mehr Stellen weg, da ändert auch der angebliche Fachkräftemangel nichts drann.
Die sind um jeden froh, der von den Älteren so früh wie möglich geht.

Gruß vom
Arbeitnehmer

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Manolo,

wir schließen uns der Antwort von Öha an.
Hier aber noch ein kleiner Zusatz:
In Verbindung mit einem Schwerbehindertenausweis wäre nach heutiger Rechtslage auch ein Rentenbeginn mit 61 Jahren und 10 Monaten möglich mit einem Rentenabschlag von 10,8%.

von
Bliss

@Arbeitnehmer

Bei uns ist die gleiche Situation.
Neue Vorruhestandsregelung und neue Altersteilzeitregelung.
Beides mit 54 Jahren möglich.
Ich glaube, das wurde tariflich in der Metall und Elektroindustrie allgemein verankert.

Bei uns werden auch immer mehr Stellen abgebaut, bis vor wenigen Jahren haben wir Indien, Ostblock und China von hier aus beliefert.
Inzwischen hat der Konzern dort überall Werke gebaut und wir sind somit zum größten Teil überflüssig geworden.
Das ist nunmal eine Tatsache.

von
Opa Jo

Zitiert von: Bliss

@Arbeitnehmer

Bei uns ist die gleiche Situation.
Neue Vorruhestandsregelung und neue Altersteilzeitregelung.
Beides mit 54 Jahren möglich.
Ich glaube, das wurde tariflich in der Metall und Elektroindustrie allgemein verankert.

Bei uns werden auch immer mehr Stellen abgebaut, bis vor wenigen Jahren haben wir Indien, Ostblock und China von hier aus beliefert.
Inzwischen hat der Konzern dort überall Werke gebaut und wir sind somit zum größten Teil überflüssig geworden.
Das ist nunmal eine Tatsache.

Und das Brüderle will dann die angeblich bei uns fehlenden Fachkräfte aus dem Ausland holen.
Ein Irrenhaus!

von
Bliss

Zitiert von: Opa Jo

Und das Brüderle will dann die angeblich bei uns fehlenden Fachkräfte aus dem Ausland holen.
Ein Irrenhaus!

Hallo Opa Jo,
das kann durchaus sein, Brüderle geht es um hochqualifizierte und spezialisierte.
Das sind z.B. IT-Kräfte die den PC schon ins Babybett gelegt bekommen haben, wahre Korifeen.
Leute die ihren PC keine Sekunde aus dem Auge lassen.
Denen das der einzige Lebensinhalt ist.
Die bekommt man als deutsche Arbeitskräfte nicht, denn die sind nicht bereit auch noch ihr ganzes Privatleben, gar ihr Leben einer Entwicklung zu opfern.
Solche haben wir auch im Geschäft, aus Rumänien, Indien, Ukraine und sonstwo.
Ein "normaler" ITler wie ich, kann da nicht mithalten.
Selbst wenn ich mich Tag und Nacht reinhängen würde, den Abstand kann man einfach gar nicht aufholen.
Es sind eben nur die Besten Spezialisten gefragt, die sich voll aufopfern.
Um die gehts Brüderle.
Die gehen dann auch mit nach China, wenn der Laden hier dicht macht.
Für uns ist das wiederum ein Problem, Familienbindungen usw.
Bin auch viel älter und das mit dem lebenslangen lernen...........ist eine Lachplatte, das funktioniert nicht.

Nur, die Ausländer werden nicht wie wir früher sozialversicherungspflichtig eingestellt.
Sonst kämen die auch gar nicht her.
Sondern die sind irgendwie Freiberufler oder Unternehmer und zohlen somit meines Wissens nach keinen Cent in die Sozialkassen hier.

Während bei uns vom Brutto fast 50% für Sozialabgaben weg gehen...............

Bei uns im Betrieb herrscht wirklich eine Art Aufbruchstimmung.
Mein Abteilungsleiter geht in betriebsinterne Frührente, (58) mein Teamleiter (57) geht in die betriebsinterne Altersteilzeit. usw.
Alle haben Angst, wenn sie jetzt nicht gehen, daß es später keinen Cent mehr gibt, wenn womöglich im nächsten Abschwung es darum geht, wo dicht gemacht wird...................

Bliss

von
Ansichtssache

Habe nur eine bescheidene Frage :

Wenn sie ein Unternhemen führen würden, also "Chef" wären, und das Unternehmen Ihren Lebensunterhalt finanzieren muss, würden sie dann auch lieber einen 2. klassigen Arbeiter einstellen, der zwar jahrelang studiert hat ( sie kennen die Leute, reden sie ein Doktor, haben das Wissen einer Ameise ) hat, aber eher gemindert im Wissen ist, oder jemanden der wirklich qualifiziert ist, und für Ihr Unternehmen das bestmögliche rausholt.

Ich denke, hier ist eine Diskussion überlfüssig, gell :-))

Gerade die Jobs in der IT Branche sind sehr gut ( zu gut??? ) bezahlt. Da sollte man auch von seinem Arbeitnehmer etwas aerwarten dürfen....

Wer mehr Zeit haben will, sucht sich einen einfachen Job, hat dann natürlich weniger Geld. Aber das will der hochbezhalte It'ler ja auch wieder nicht. Er hat sich ja an seinen Lebensstandard gewöhnt....und wer über Jahre hin weit über 100.000 verdient hat, macht doch keinen normalen Job.

Also bitte...

Dann lieber jammern..Wir sind ja schliesslich Jammerland NR. 1

von
Bliss

Die Zeiten in denen in der IT dass große Geld verdient wird, die sind auch schon lange vorbei.
Der Konkurrenzdruck ist enorm.
Subler, Leiharbeiter alles inzwischen vorhanden.
Fragen sie mal die Jungen............
Ich muß aber dazu sagen, daß ich Quereinsteiger bin und daher auch nie den hohen Verdienst meiner Kollegen hatte die direkt von der Uni runter kamen.
Sonst hätte ich auch keine Rentenbeiträge gezahlt.
Man muß halt ständig neu lernen, ich habe in meiner Zeit vier total unterschiedliche Programmier- und Scriptsprachen mir angeeignet, neben all dem Anderen das sowieso generell dazu gehört.
Bei Kollegen, die schon länger dabei sind, ist das noch umfangreicher.
Aber es ist bei allen das Gleiche, ab einem Gewissen Alter geht das einfach nicht mehr in der IT.
Das ist mit auch ein Grund, warum der Verjüngungsprozess da noch erforderlicher ist, denn Berufserfahrung ist da relativ unbedeutend, die Auffassungsgabe ist entscheidend und die läßt im Alter nach.

Ich wollte nur Opa Jo, Brüderles intuition erklären, daß Itler nicht gleich ITler ist.
Da gibt es auch Unterschiede wie bei der Regionalliga und Spieler in einer WM.
Das ist es meiner Meinung nach oft was Leute nicht verstehen wenn einerseits ITler reingeholt werden sollen während es andererseit arbeitslose ITler in Deutschland gibt.

Bliss

von
Manolo

Zitiert von: Öha

Sie sind Jahrgang 1963, dann erreichen Sie die Regelaltersrenze mit 66 Jahren und 10 Monaten.

....

Wenn Sie also bis zum 63.Lj. die erforderliche Wartezeit von 35 Jahren (420 Monate mit rentenrechtlicher Zeit) erfüllen, dann können Sie mit 13,8% Abschlag in Altersrente gehen

Danke für die Antworten.
Ja, mit Baujahr 1963 habe ich noch viel Zeit.

Glücklicherweise (leider in Bezug auf Rente) bin ich nicht behindert, so dass ich wohl offiziell erst mit 63 Jahren in Rente gehen kann und mit 13,8% Abschlag :-((

Bis dahin muss man sehen, wieviel Netto von den Minus 13,8 % Brutto Abzug übrig bleiben, auch bei der Zusatzversorgung und ob das Haus abbezahlt ist....dann kann man entscheiden, ob man mit 63 Jahren oder mit entsprechender Vereinbarung früher gehen kann oder....

Also, nochmals Danke.