Hallo S.R.
ich versteh Sie leider nur zu gut!
Ich wäre auch noch körperlich gesund und arbeitsfähig wenn ich nicht in die Hände scrupelloser Ärzte gefallen wäre.
Der seelische Schaden bleibt dann leider nicht aus - dabei helfen dann schon Krankenkassen, Versicherungen und Gutachter ordentlich mit.
Es braucht noch viele "Mollath´s und Kulac´s" bis sich grundlegend etwas ändert.
Eine Begutachtung muss immer auch zumutbar sein und darf dem Betreffenden nicht schaden.
Wie Sie Ihre Situation beschreiben sind Sie durch vorangegangene Arztkontakte und Begutachtungen traumatisiert.
Man merkt Ihnen deutlich an, dass das Thema Sie "triggert" und in einen Ausnahmezustand versetzt.
Das erklärt ihre emotionale Aufgebrachtheit sehr gut. (emotionale Dysregulation/Hyperarousal)
Es wäre also durchaus eine "normale" Reaktion wenn Sie im Begutachtungstermin "ausrasten" und die Fassung verlieren - denn dies ist nun mal ein Symptom das auftreten kann (und oft auftritt) wenn eine traumatische Situation (Angst/Hilflosigkeit/Auslieferungsgefühl) sich für einen PTBS´ler wiederholt. Genausogut kann es jedoch auch einen Abrutsch in Dissoziation und Amnesie geben.
Gegen diese Zustände können Sie gar nicht ankommen wenn eine PTBS vorliegt! Die "Amygdala" hat nun mal einen Knax.
Sie sollten demzufolge darauf achten, dass der Gutachter überhaupt fachlich geeignet ist, dass er eine Qualifikation als Traumatologe hat.
Wenn es ein niedergelassener Psychiater ist - rufen Sie doch vorher da an und fragen Sie die Sprechstundenhilfe ob man dort eine qualifizierte Behandlung von Traumapatienten anbietet.
Sie sollten sich vergewissern, dass Sie nicht an einen ewig gestrigen Arzt geraten, der von PTBS keine Ahnung hat und als alleinstehende Erkrankungen nicht anerkennt.
Unbedingt sollten Sie, trotz aller inneren Widerstände, die Traumaerkrankung diagnostizieren lassen (falls noch nicht geschehen).
Es gibt Traumapatienten die wegen Gefahr der Retraumatisierung solchen Terminen nicht mehr ausgesetzt werden dürfen. Um dies zu erreichen benörigen Sie allerdings die Unterstützung durch Traumatherapeuten (die ab und an durchaus engagiert arbeiten).
Bestehen Sie auf den Beistand, schon damit Sie sich sicherer fühlen und in dieser Ausnahmesituation die Wege unversehrt bewältigen. (evtl. benötigen Sie ja eine Notfalltablette um den Termin zu überstehen!)
Kündigen Sie den Beistand am besten schriftlich an wenn Sie den Termin bestätigen und sorgen Sie dafür, dass der Gutachter Ihre Telefonnummer nicht erhält - dann müsste er sich nämlich schriftlich äussern (falls er den Beistand rechtswidrig ablehnt)
also:
(Telefonnummer bei DRV löschen lassen, Weitergabe untersagen)
Lesen Sie Berichte anderer Betroffener ....die ähnlich empfinden und ebenfalls durch Ärzte und Gutachter geschädigt wurden...
http://www.unfallopfer.de
http://www.krank-ohne-rente.de
http://ptbs-forum.de/
Diagnostik PTBS zb hier:
http://www.zi-mannheim.de/behandlung/zentrale-aufnahme-ambulanze…
Informieren Sie sich zu PTBS falls noch nicht geschehen - Sie werden Ihre Symptome gut erklärt finden und können diese dann besser kommunizieren.
http://www.krisendienst-mittelfranken.de/tba/bkhobermain-mattern…
Auch wenn Sie hier im Forum die Suchfunktion nutzen werden Sie etliche Tipps bekommen.
Schlussendlich sollen bei einer Überprüfung ja aktuelle Einschränkungen erfasst werden.
Wenn man es als chronisch kranker Patient auf Grund von traumatischen Erfahrungen nicht schafft sich in die eigentlich erforderliche Behandlung zu begeben, ist meines Erachtens nach durchaus keine Arbeitsfähigkeit zu erkennen.
mfg