Zurück in den Job?

von
Daniel M.

Hallo,
ich erhalte seit 09.2012 die unbefristete volle Erwerbsminderungsrente.
Zuvor hatte ich einige Monate Krankengeld erhalten.
Meine Krankenkasse (DAK) rief mich an und schlug vor einen Rentenantrag zu stellen.
Ich bräuchte nur kurz vorbei kommen um den fertigen Antrag zu unterschreiben.
Man sagte mir, dass im Allgemeinen eine 50/50 Chance bestünde die EM-Rente zu erhalten - in den meisten Fällen dann befristet auf ein oder zwei Jahre.
Nun ja, es kam dann so, dass ich drei Wochen nach diesem Antrag einen grossen DIN A4 Umschlag in der Post hatte.
Ich ging davon aus, dass das eine sehr ausführlich beschriebene Ablehnung des Antrags wäre.
Wie oben erwähnt war es dann die Bewilligung der vollen EM-Rente, zu meinem sehr grossen Erstaunen.
Die einzige Krankheit die ich angab war eine Überarbeitung/Überforderung in meinem Beruf als Bauingenieur.
Seither erhalte ich (inzwischen) 1.322,39 Euro Netto-Rente was ca. 45 Prozent meiner vorherigen Einkünfte entspricht.
Ich bin jetzt 45 Jahre alt und weiss nicht wie es mit mir weitergehen soll.
Ich fühle mich komplett überflüssig und auch Einsam und gelangweilt.
Andererseits bin ich dankbar, dass ich von der Rentenversicherung diese Versorgung erhalte und, wenn auch im bescheidenen Rahmen, für das Nötigste abgesichert bin.
Aber soll es das jetzt schon gewesen sein?
Könnte man aus der EM-Rente zurückkehren in ein Berufsleben?
Wie würde das ablaufen - ich habe ja keinen Arbeitsplatz etc.?
Gibt es da evtl. "Resozialisierungsmaßnahmen"?
Klingt jetzt bescheuert, ist aber kein Witz.
Gruss
Daniel

von
???

Nur wegen "Überarbeitung/Überforderung" gleich eine volle unbefristete EM-Rente zu bekommen, ist weniger wahrscheinlich als ein 6er im Lotto. Von daher könnte ich mir vorstellen, dass Ihre Ärzte etwas mehr an Ihrem Gesundheitszustand auszusetzen hatten als nur das.
Bevor Sie also einfach eine Arbeit anfangen, sollten Sie mit Ihren behandelnden Ärzten reden, was die von Ihren Plänen halten. Den Einstieg in das Berufsleben wird die DRV bei unverändertem Gesundheitszustand wohl nicht fördern. Sie müssten dann schon geltend machen, dass es Ihnen wesentlich besser geht und Sie nicht mehr erwerbsgemindert sind. Vielleicht wäre erst eine Aushilfstätigkeit (z.B. Urlaubsvertretung) der richtige Weg, Ihre Belastbarkeit abzutesten.

Falls es Ihnen in erster Linie um soziale Kontakte und eine Tagesstruktur geht, können Sie sich auch ehrenamtlich engagieren. Hier gibt es immer Bedarf und man findet immer etwas, das zu einem passt.

von
Dr. Bob

Pfiat di, Daniel,

klar kannst du arbeiten gehen, wenn du es dir zutraust. Der Status als EM-Rentner verbietet das nicht. Ein Minijob wäre denkbar. Oder eine "normale" Beschäftigung. Je nach Einkommen (über 450 EUR) kommt es dann aber zur Kürzung der Rente. Es könnte aufgrund der Beschäftigungsaufnahme aber auch eine neue Einschätzung des Leistugnsvermögens durch die RV erfolgen - was aber nicht zwingend passieren wird. Aber erst brauchst du mal nen Job.

Experten-Antwort

1. Auch wenn Sie eine Rente wegen voller Erwerbsminderung erhalten, können Sie im Rahmen Ihres Restleistungsvermögens noch erwerbstätig sein. Bedingung: Ihr Verdienst beträgt nicht mehr als 450 Euro monatlich. Überschreiten Sie diesen Grenzwert, kommt es entscheidend auf Ihr Leistungsvermögen an.
2. Sollten Sie eine Beschäftigung über den Grenzwert hinaus ausüben, wird Ihr Leistungsvermögen erneut überprüft.
3. Diese Entscheidung können Sie jedoch nur selbst treffen.

von
HelgaErna

Zitiert von: Daniel M.

Seither erhalte ich (inzwischen) 1.322,39 Euro Netto-Rente.....

Das ist mehr als das Doppelte von dem, was ein ALG2-Anspruchsberechtigter bekommt.
Ich würde mir damit ein schönes Leben machen und gegen die Langeweile hilft das hier:

http://forum.tacheles-sozialhilfe.de/forum/default.asp

von
Barilla

Hallo Daniel M.,

das ist nun mal die Realität. Man bekommt immer weniger Rente als man vorher Verdient hat. Bei mir sind es auch von knapp 1000 Euro weniger. Aber das wusste ich bereits vorher. Und ganz ehrlich in Ihrem Alter hätte ich mich auf so etwas nicht eingelassen. Nehmen wir mal an Ihre Angaben stimmen, dann haben Sie noch bis zu Ihrer Rsgelaltersrente 22 Jahre Zeit. Also nehmen Sie Leben in die Hand und schauen wie Sie Glücklich werden.

Mfg

von
=//=

Zitiert von: ???

Nur wegen "Überarbeitung/Überforderung" gleich eine volle unbefristete EM-Rente zu bekommen, ist weniger wahrscheinlich als ein 6er im Lotto. Von daher könnte ich mir vorstellen, dass Ihre Ärzte etwas mehr an Ihrem Gesundheitszustand auszusetzen hatten als nur das.
Bevor Sie also einfach eine Arbeit anfangen, sollten Sie mit Ihren behandelnden Ärzten reden, was die von Ihren Plänen halten. Den Einstieg in das Berufsleben wird die DRV bei unverändertem Gesundheitszustand wohl nicht fördern. Sie müssten dann schon geltend machen, dass es Ihnen wesentlich besser geht und Sie nicht mehr erwerbsgemindert sind. Vielleicht wäre erst eine Aushilfstätigkeit (z.B. Urlaubsvertretung) der richtige Weg, Ihre Belastbarkeit abzutesten.

Falls es Ihnen in erster Linie um soziale Kontakte und eine Tagesstruktur geht, können Sie sich auch ehrenamtlich engagieren. Hier gibt es immer Bedarf und man findet immer etwas, das zu einem passt.

Dem Beitrag stimme ich zu. Es müssen noch andere Krankheiten berücksichtigt worden sein.

@Daniel M.

Ich würde Ihnen zunächst mal zu einem Minijob (bis 450 Euro) raten. Vielleicht können Sie auch ein Hobby damit verbinden. Sie sollten erst austesten, WAS überhaupt noch geht, das läßt sich am Besten durch einen Mini-Job herausfinden.

von
Schorsch

Zitiert von: Barilla

Und ganz ehrlich in Ihrem Alter hätte ich mich auf so etwas nicht eingelassen. Nehmen wir mal an Ihre Angaben stimmen, dann haben Sie noch bis zu Ihrer Rsgelaltersrente 22 Jahre Zeit. Also nehmen Sie Leben in die Hand und schauen wie Sie Glücklich werden.

Da es äußerst selten vorkommt, dass die DRV ohne Weiteres eine volle Erwerbsminderungsrente bewilligt und dann auch noch unbefristet, dürfte dem Fragesteller gar nichts anderes übrig geblieben sein, als sich "auf so etwas einzulassen".

Falls er jedoch tatsächlich leistungsfähiger sein sollte als von der DRV angenommen wurde, dann steht es ihm jederzeit frei, auf seine Rente zu verzichten und "sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und zu schauen wie er glücklich wird".

Zitiert von: Barilla

Nehmen wir mal an Ihre Angaben stimmen,....

Gewisse Zweifel sind durchaus berechtigt.

MfG