Zurückgelegte versicherungszeiten im Ausland

von
Klaus Zink

Meine Ehefrau stammt aus Rumänien Siebenbürger Deutsche mit Flüchtlingsausweis) und hat da etwas über 17 Jahre gearbeitet und auch Beiträge gezahlt. Wir wissen das diese Zeiten über das Fremdrentengesetz anerkannt werden. In Rumänien wahr und ist der Samstag Regelarbeitstag. Meine Frage: Sind diese gearbeiteten Samstage in der Berechnung enthalten? wenn nicht welche Unterlagen werden von Rumänien benötigt um diese Samstage in der Berechnung zu berücksichtigen.
Meine Ehefrau hat sich das Rumänische Arbeitsbuch zuschicken lassen. reicht das aus?
Mit freundlichen Grüßen Zink

von
Kai-Uwe

Normalerweise werden in Arbeitsbüchern Jahreswerte vorgegeben.
D.h. z.B. 01.01.1980-31.12.1980 10000 Leu.

Die Entgelte werden also nicht wöchentlich bzw. nur befürchteterweise 5-tägig gespeichert.

von
W*lfgang

Hallo Klaus Zink,

meines Wissen wird nur in so genannten 'Arbeitgeber-Bescheinigungen' aus Rumänien differenziert aufgeführt, welche Arbeitsnormen im Jahr vorgesehen waren, welche erfüllt worden, wie die Fehlzeiten sind. Nur mit diesem Beleg entgehen Sie der nur 5/6 Anrechnung. Ob es mit dieser Bescheinigung über die tatsächliche Arbeitsleistung allerdings zu einer besseren Bewertung der rum. Zeiten kommt, sei dahingestellt. Oft füllt die Bewertung von 'Mindestentgeltpunkten bei geringem Arbeitsentgelt vor 1992' genau diese Zeiten wieder auf – nachgereichte/mühsam beschaffte Unterlagen können nutzlos sein.

Tipp für später, wenn Ihre Frau in Rente geht: verzichten Sie einfach auf die rumänische Rente (wie, steht in diesem Beitrag, von Grube erläutert),

https://www.ihre-vorsorge.de/index.php?id=46&no_cache=1&tx_mmforum_pi1%5Baction%5D=list_post&tx_mmforum_pi1%5Btid%5D=27783&tx_mmforum_pi1%5Bpageret%5D=1

um diesem ganzen 'Schreibkram' und ständigem Hinundherrechnen mit der dtsch. für die FRG-Zeiten zu entgehen. Bis die rum. Rente für diese Zeiten mal den Gegenwert der hier anerkannten FRG-Zeiten erreicht (und Antrag auf rum. Rente erst dann sinnvoll werden würde), dürfte noch viel Zeit die Donau runterplätschen.

...und nein, allein das rum. Arbeitsbuch wird nicht reichen, da ein EU-Verfahren zur Abklärung dieser Zeiten mit dem rum. Versicherungsträger seitens der DRV Ingangzusetzen ist. Wird im Rahmen der nächsten Kontenklärung erledigt.

Gruß
w.

von Experte/in Experten-Antwort

Beitragszeiten im jeweiligen Herkunftsland, die in der deutschen Rentenversicherung nach dem Fremdrentengesetz (FRG) angerechnet werden, erhalten Tabellenwerte nach der Anlage 14 zum SGB (Sozialgesetzbuch) VI zugeordnet. Diese Tabellenwerte gelten für eine in Vollzeit ausgeübte Beschäftigung. Es ist dabei unerheblich, ob diese Beschäftigung dann an 5 oder 6 Tagen in der Woche ausgeübt wurde, um die volle Wochenarbeitszeit erreicht zu haben. Sogar Überstunden sind mit den Tabellenwerten abgegolten. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum anzunehmen, dass die sog. 5/6-Kürzung (bei einer nur glaubhaft gemachten Beitragsleistung) etwas damit zu tun habe, ob eine 5- bzw. 6-Tage-Woche geleistet wurde.
Für die in § 22 Abs. 3 Fremdrentengesetz geregelte Frage der 6/6 oder 5/6-Bewertung kommt es nur darauf an, ob eine ununterbrochene Beitragsleistung nachgewiesen ist, d.h. ob detaillierte Angaben zu Lohnunterbrechungen wie Krankheit, unbezahltem Urlaub etc. vorliegen. Ein solcher Nachweis kann beispielsweise durch Lohnlistenauszüge (extrase din statele de plata), die genaue monatliche Angaben zu den Lohnunterbrechungen enthalten (ebsente fara plata, concediu medical etc) und die „schlüssig" sind - also keine Widersprüche aufweisen - erbracht werden. Im Arbeitsbuch (carnet de munca) sind derartige Angaben nicht eingetragen, daher hat diese Unterlage für die Frage der Kürzungen keine Relevanz.

von
Nicht zu glauben

Mein lieber Schwan, das sind Probleme, die habe ich noch gar nicht erkannt.
Auch ich habe früher öfters am Samstag oder Sonntag in irgendeiner Form für den AG gearbeitet.
Da muß ich doch gleich Widerspruch gegen meine Rente einlegen und meine anscheinend nicht korrekte Rente unter diesem Gesichtspunkt neu und umfassend überprüfen und anpassen lassen.
Frage an die DRV: Warum wird man als jahrzehntelanger Beitragszahler nicht über diese doch so wichtigen Bestimmungen informiert?

von Experte/in Experten-Antwort

Zitiert von: Nicht zu glauben

Mein lieber Schwan, das sind Probleme, die habe ich noch gar nicht erkannt.
Auch ich habe früher öfters am Samstag oder Sonntag in irgendeiner Form für den AG gearbeitet.
Da muß ich doch gleich Widerspruch gegen meine Rente einlegen und meine anscheinend nicht korrekte Rente unter diesem Gesichtspunkt neu und umfassend überprüfen und anpassen lassen.
Frage an die DRV: Warum wird man als jahrzehntelanger Beitragszahler nicht über diese doch so wichtigen Bestimmungen informiert?

Wie unserer Antwort zu entnehmen ist, spielt es eben keine Rolle, ob die Arbeitsleistung auch am Wochenende verrichtet worden ist. Die weiteren Ausführungen hinsichtlich der Beibringung weiterer Unterlagen zum Nachweis des Umfangs der Beitragsentrichtung betreffen nur Beitrags- und Beschäftigungszeiten, die nach dem FRG angerechnet wurden (Zeiten in früheren UdSSR, Rumänien usw.). Die Bescheide der DRV enthalten in einschlägigen Fällen regelmäßig den Hinweis "Die zu 5/6 gekennzeichneten Beitrags- und Beschäftigungszeiten werden bei der Ermittlung der Entgeltpunkte nicht in vollem Umfang berücksichtigt, weil sie nicht nachgewiesen, sondern nur glaubhaft gemacht sind.", ferner, dass für weitere Auskünfte und Erläuterungen zum Bescheid die Auskunfts- und Beratungsstellen der DRV sowie die Versichertenältesten und die örtlichen Versicherungsämter zur Verfügung stehen.

von
Nicht zu glauben

Besten Dank für die Aufklärung.
Da bin ich aber jetzt beruhigt, das ist ja mal ein gutes Gesetz.
Ich dachte schon, wir als fast lebenslange Beitragszahler wären wieder einmal benachteiligt.

von
Frau Heumann

Zitiert von: Nicht zu glauben

Besten Dank für die Aufklärung.
Da bin ich aber jetzt beruhigt, das ist ja mal ein gutes Gesetz.
Ich dachte schon, wir als fast lebenslange Beitragszahler wären wieder einmal benachteiligt.

Unsere Politiker wissen schon, mit wem sie es machen können, wo keine Gegenwehr kommt und die lieber faul die Hände in den Schoss legen.