Zusätzliche Vorsorge

von
Karin

Hallo,
ich bin 50 Jahre alt und als Verwaltungsangestellte vollzeit tätig. Mein Mann (46 Jahre) ist Kaufmann und seit 10 Jahren selbständig. Wir sind kinderlos. Er wird lt. Rentenbescheid eine mtl. Rente von 300,00 € erhalten. Ich habe bei meinem Arbeitgeber eine Entgeltumwandlung von 100 € mit Hinterbliebenenversorgung abgeschlossen. Mtl. Einkommen lt. Finanzamt bei meinem Mann ca. 1.300 € mtl. Abgeschlossen hat er eine Lebensversicherung in Höhe von mtl. 100 €, die mit 60 Jahren fällig wird. Wir haben ein Haus geerbt, wo natürlich auch immer Reparaturen anfallen. Was wäre für meinen Mann bei einem mtl. Einkommen von zur Zeit rd. 1.300 € netto sinnvoll, noch an zusätzliche Vorsorge zu betreiben. Danke

von Experte/in Experten-Antwort

Für Ihren Mann bestünde die Möglichkeit eine "Rürup"-Rente abzuschließen. Dies ist eine private Rentenversicherung, die Mindestvoraussetzungen (z. B. nicht vererbbar) erfüllen muss, damit die Beiträge für diese Versicherung als Sonderausgaben in Höhe von derzeit 64 % (max. 12.800,- EUR) abzugsfähig sind. Da dieses Thema sehr komplex ist, sollten Sie hier vor einer Entscheidung Ihren Steuerberater um Rat bitten.
Des Weiteren käme eine "normale" private Rentenversicherung in Betracht. Diese hätte zwar in der Ansparphase keine steuerliche Förderung (kein Sonderausgabenabzug für die Beiträge), würde allerdings in der Leistungsphase auch nur mit dem Ertragsanteil besteuert.
Da Sie offensichtlich zum förderberechtigten Personenkreis gehören, könnte Ihr Ehemann als mittelbar Berechtigter auch einen "Riester"-Renten-Vertrag abschließen, sofern auch Sie einen solchen Vertrag abschließen.
Die Frage allerdings, ob dies notwendig ist, können nur Sie selbst beantworten. Sie müssten prüfen, wieviel Geld Ihnen im Alter nach Beendigung der Erwerbsphase zur Verfügung steht und ob Ihnen dieses Einkommen zur Bestreitung des Lebensunterhalts ausreicht.
Wir können Ihnen hier nur aufzeigen, welche Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge es gibt.

von
karin

Danke für Ihre Antwort. Habe ich das so richtig verstanden, dass ich zu meiner bisherigen Entgeltumwandlung von 100 € noch zusätzlich einen Riestervertrag abschliessen kann. Dann würde mein Mann zum unmittelbar berechtigten Personenkreis gehören und könnte einen Riester-Vertrag abschliessen.
MfG Karin

von
Maria L.

Bei einem Riester-Vertrag erhalten Sie als Kinderlose nur geringe Zulagen, bei geringem Einkommen kann man auch wenig Steuern dabei sparen. Nach allem, was ich darüber gelesen habe, sind die Kosten bei Riesterverträgen oft hoch und die Renditen eher schlecht. Außerdem werden Sie vom Staat bei der späteren Verwendung der Mittel eingeschränkt – müssen bei Umzug ins Ausland etwa die Zulagen zurückzahlen.

Anstelle einer staatlich geförderten Altersvorsorge könnten Sie auch selber frei verfügbares Kapital bilden, über dessen Verwendung Sie später frei und flexibel entscheiden können. Etwa über festverzinsliche Wertpapiere, beispielsweise Sparverträge für Bundeswertpapiere (ab 50 Euro) - kostenfrei bei der Bundesschuldenverwaltung abzuschließen (www.deutsche-finanzagentur.de – unter private Anleger).

Da Sie noch 15-20 Jahre Zeit bis zur Rente haben, kämen auch Sparverträge für Aktienfonds in Frage. Hier gibt es Anbieter, die monatliche Sparraten von 25 Euro oder 50 Euro ermöglichen.

Das angesparte Geld können Sie später immer noch in eine Sofort-Renten-Vertrag gegen Einmalzahlung einzahlen.

Bevor Sie Geld fest anlegen, sollten Sie auch an eine ausreichende sofort verfügbare Rücklage (z.B. auf einem Tagesgeldkonto) in Höhe mehrerer Monatsgehälter denken – als Reparaturrücklage und für andere Wechselfälle des Lebens.

Der Nachteil von selbst gebildetem Vermögen ist leider, daß man gezwungen wird es aufzubrauchen, bevor man Anspruch auf staatliche Fürsorgeleistungen (etwa Hartz IV bei Langzeitarbeitslosigkeit) hat. Aber auch in Riester-Verträgen angespartes Geld ist nur bis zum 60. Lebensjahr sicher.

Benutzen Sie auch die Suchfunktion dieses Forums. Es gibt hier sehr viele Beiträge zum Thema private Altersvorsorge.

von Experte/in Experten-Antwort

Ihr Ehemann ist mittelbar zulagenberechtigt und könnte insofern einen Riester-Vertrag abschließen, sofern auch Sie einen Riester-Vertrag abschließen.