< content="">

Zusatzpflichtversicherung VBL

von
Befristet

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich war fast fünf Jahre im öffentlichen Dienst des Landes Baden-Württemberg beschäftigt und habe in diesem Rahmen Beiträge in eine zusätzliche Pflichtversicherung bei der VBL (Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder) einbezahlt. Die Pflichtversicherung trägt den Namen VBL Klassik.

Nach 59 Monaten endete nun mein Dienstverhältnis und ich habe erfahren, dass ich erst nach 60 Monaten Dienstzeit Anspruch auf eine Zusatzrente aus dieser Pflichtversicherung habe. Solange ich diese 60 Monate nicht erfülle, habe ich nur einen Anspruch auf Auszahlung der von mir einbezahlten Beiträge. Diese würden nicht verzinst und die Zuschüsse seitens des Arbeitgebers würden verfallen.

Wenn ich nun eine Auszahlung der von mir einbezahlten Beiträge in Anspruch nehme, da es eher unwahrscheinlich ist, dass ich noch einmal eine Stelle im öffentlichen Dienst antrete, habe ich de facto ein Verlustgeschäft gemacht, da die Beiträge ja normalerweise verzinst worden wären, wenn ich sie z.B. bei einer privaten Rentenversicherung angelegt hätte.

Die VBL verweigert prinzipiell eine freiwillige Fortsetzung oder Nachzahlung von eigenen Beiträgen, was ich mehrmals angefragt bzw. angeboten habe. In Zeiten immer kürzer werdender Beschäftigungsverhältnisse halte ich die strikte Begrenzung auf eine Fünfjahresfrist für ziemlich ungerecht und unangemessen und möchte fragen, ob ich dagegen irgendwie (auch rechtlich) vorgehen kann. Die VBL antwortete auf mehrere Anfragen mit einem kategorischen Nein.

von
Maxi

Nun, die 60 Monate Pflichtbeiträge (!) sind üblich und m.E. noch relativ human. Ich hatte mich erkundigt, weil ich aus 7 Jahren bei der Stadt Hamburg nichts bekomme, die Wartezeit dort beträgt 10 Jahre. Ab 2006 zwar nur noch 5 Jahre, gilt aber nicht für &#34;Altfälle&#34; wie mich. Pech, nix zu machen. Am besten abhaken und nicht ärgern.

von
Hier sind Sie falsch

Was sollen Vertreter der deutschen Rentenversicherung zur VBL sagen?

von
Wolfgang

Mindestversicherungszeiten sind Mindestversicherungszeiten, die bei Einstellung im ÖD galten und gelten. Die Vertragsbedingungen (Satzung der VBL &#60;- Google) waren doch bei Beschäftigungsbeginn bekannt. Auch, dass eine freiwillige Versicherung in VBL Klassik nicht möglich ist.

Ich frage jetzt nicht, warum Sie dann den 1 Monat nicht noch durchgehalten haben, um in den Genuss dieser Altersversorgung zu kommen (über die Höhe nach nur 60 Monaten wären Sie erschreckt!)

Genießen Sie den Vorteil der freien Wahl, die Beiträge stehen zu lassen, damit Sie ggf. irgendwann mal den 60. Monat erreichen und sogar in andere Zusatzversorgungssyteme überführt werden können/müssen ...oder halt auszahlen lassen. Die VBL zwingt Sie nicht, die Leistungen bei Erreichen der Altersgrenze durch Erfüllung der Mindestbeitragszeit in Anspruch zu nehmen.

Gruß
w.

von
Maria L.

Hallo,

diese Regelung der VBL ist grob ungerecht. Sie bekommen nicht nur Ihre Beiträge unverzinst zurückgezahlt, Sie erhalten auch keine Rückzahlung der Steuern, die Sie - von Ihnen möglicherweise unbemerkt - auf die Arbeitgeberbeiträge zur VBL gezahlt haben. Diese Arbeitgeberbeiträge wurden als geldwerte Vorteile betrachtet, obwohl Sie nun keinerlei Vorteil daraus beziehen werden.

Es gibt aber einen Trost für Sie: auch bei 5 Jahren Beitragszahlung hätten Sie später nur eine Mini-Rente erhalten, die in der Kaufkraft immer weiter verfallen wäre. Möglicherweise stehen Sie sich am Ende sogar besser, wenn Sie sich jetzt Ihre Beiträge auszahlen lassen und diese umgehend für die Altersvorsorge hochrentabel in Aktienfonds investieren.

Noch ein Tip: vielleicht bekommen Sie noch einen Rat auf folgender Website:

www.vsz-ev.de

Gruß,
Maria L.

von
Maxi

Ich lese hier ständig von der immensen Rendite bei Aktienfonds. Leben Sie vom Verkauf dieser Dinger?
Vor ca. 10 Jahren wurden die genauso beworben, viele Bekannte kauften welche. Tatsächlich ist der Wert bei den meisten seitdem sogar stark gesunken. Allerdings wurden gerade diese Fonds inzwischen überwiegend geschlossen, der Wertverlust fließt also nicht mehr in die imponierende &#34;durchschnittliche Rendite&#34; von Aktienfonds ein...

Wenn die Möglichkeit dazu besteht, dürfte VBL o.ä. sehr viel rentabler sein, zumindest müssen daran nicht so viele Leute mitverdienen!

von
Maria L.

Hallo Maxi!

&#34;Ich lese hier ständig von der immensen Rendite bei Aktienfonds. Leben Sie vom Verkauf dieser Dinger?&#34;

Nein. Das können Sie mir glauben oder auch nicht. Beweisen kann ich es Ihnen eh nicht. ;-)

Wenn Sie beobachten, daß ein vollbesetzter Personenzug mit Tempo 250 gegen eine Wand zu fahren droht, würden Sie dann nicht auch versuchen, im Rahmen Ihrer Möglichkeiten irgendetwas dagegen zu unternehmen? Die Altersversorgung der deutschen Bevölkerung fährt gegen die Wand, und irgendwer muß doch darüber aufklären.

Daß Aktienfonds in langfristiger Betrachtung besser als festverzinsliche Papiere abschneiden müssen, basiert u.a. auf Logik. Wenn Sie meine Beiträge hier schon länger mitlesen, wissen Sie ja, woher ich meine Kenntnisse beziehe. Da können Sie sich bei Bedarf selber informieren.

Oder Sie denken selber mal darüber nach, wodurch eigentlich der Wohlstand einer Gesellschaft entsteht. Fällt der vom Himmel? Warum sind wir Deutschen - noch - reicher als die Chinesen? Einfache Kurzfassung: Wohlstand entsteht dadurch, daß &#34;die Ernte eines Jahres&#34; nicht komplett aufgezehrt wird, sondern ein Teil davon gespart und neu ausgesät wird. Wohlstand entsteht, indem jedes Mitglied der Gesellschaft einen Teil des eigenen Einkommens spart und produktiv investiert, so daß dieses Kapital später Früchte trägt und einen Ertrag abwirft, der höher ist als der Einsatz. So funktionieren Wirtschaft und Vermögensbildung seit Tausenden von Jahren. Wir sind reicher als die Chinesen, weil wir über Jahrhunderte unseren Kapitalstock (Produktionsgüter, Maschinen, Fabriken etc.) besser aufgebaut haben. Seit einigen Jahren oder gar Jahrzehnten verzehren wir allerdings mehr als wir neu schaffen, deshalb geht es mit unserem Wohlstand bergab.

Ausnahmsweise mal eine Buchempfehlung, das ist ein Klassiker von 1926, deshalb sollte die Werbung erlaubt sein:

&#34;Der reichste Mann von Babylon&#34; von George S. Clason

&#34;Vor ca. 10 Jahren wurden die genauso beworben, viele Bekannte kauften welche. Tatsächlich ist der Wert bei den meisten seitdem sogar stark gesunken. Allerdings wurden gerade diese Fonds inzwischen überwiegend geschlossen, der Wertverlust fließt also nicht mehr in die imponierende &#34;durchschnittliche Rendite&#34; von Aktienfonds ein...&#34;

Ja, während des New Econony-Booms wurde in unverantwortlicher Weise Werbung für eine unsystematische Investition in Aktien und Aktienfonds gemacht. Da wurden gewiß viele Anleger über den Tisch gezogen. Man muß es schon richtig machen.

Grundbegriffe wären z.B:

Finanzpolster!
Streuung!
Langfristigkeit!
Ratensparen statt Einmalanlage!
Oder kurz: VermögensBILDUNG statt VermögensVERTEILUNG!

Wer das alles nicht berücksichtigt, wird mit Aktien und Aktienfonds allenfalls zufällig Vermögen bilden, möglicherweise aber sein Kapital vernichten.

Gruß,
Maria L.

von
Realist

&#34;Die Altersversorgung der deutschen Bevölkerung fährt gegen die Wand, und irgendwer muss doch darüber aufklären.&#34;

Wie gut, dass SIE uns alle aufklären können, gnädige Frau!

Die Zeugen Jehovas hatten schon mehrmals den totalen Weltuntergang vorhergesagt, zuletzt für das Jahr 2000. Und, was ist passiert? GAR NICHTS!

Ich lasse mich lieber durch die öffentlichen Medien, vorzugsweise durch die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten &#34;aufklären&#34;, als durch selbsternannte Finanzexperten!

(Die &#34;Monitor-Redaktion&#34; halte ich allerdings nicht gerade für seriös!)

Schönen Abend noch!