Zusatzverdienste selbständige Handwerker in der DDR

von
Schreiner

Wie verhält es sich mit den Rentenbeiträgen in der DDR bei selbständigen Handwerkern?
Ich habe als Handwerker in der DDR gut verdient. Seit 1986 habe ich auch zusätzlich zu den 600 Sv noch weitere 600 Mark im Monat FZR bezahlt. Verdient habe ich aber mehr. Kann ich das trotzdem rentenwirksam bekommen?

von
Feli

Für die Berechnung der Rente können nur die gezahlten Beiträge berücksichtigt werden. Insofern wird für den Verdienst, für den Sie keine Beiträge gezahlt haben, auch kein Rentenbetrag entstehen.

von
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Also, m.E. nach können sog. Überentgelte (über der damaligen BBG von 600 Mark mtl. geltend gemacht werden, für Zeiträume, wo es die FZR noch nicht gab.

Und wo es dann die FZR gab und man diese auch ausgeschöpft hat (also BBG 600 Mark + FZR 600 Mark) können auch darüber hinaus liegende Entgelte angerechnet werden, sofern Sie diese exakt nachweisen können.

Experten-Antwort

Bei selbständigen Handwerkern in der ehemaligen DDR kommen zusätzliche Einkünfte (Verdienste) grundsätzlich nur dann in Betracht, wenn ihre dem Grunde nach sozialversicherungspflichtigen Einkünfte in den Zeiträumen vom 01.01.1950 bis 31.12.1950 und vom 01.09.1952 bis 28.02.1971 (vor Einführung der FZR) monatlich 600,00 Mark (Beitragsbemessungsgrenze Ost) oder bei Zugehörigkeit zur FZR vom 01.01.1978 bis 30.11.1989 monatlich 1200,00 Mark überschritten haben.

Sie haben angegeben, als selbständiger Handwerker ab 1986 aus einem monatlichen Einkommen in Höhe von 1200,00 Mark Rentenbeiträge (Sozialversicherungspflichtbeiträge und FZR-Beiträge) gezahlt zu haben - Ihre tatsächlichen monatlichen Einkünfte jedoch über 1200,00 Mark lagen. Davon ausgehend, dass Sie vor dem 28.02.1971 noch nicht rentenversicherungspflichtig beschäftigt / selbständig tätig waren bzw. keine Verdienste / Einkünfte über monatlich 600,00 Mark hatten, kommt die Berücksichtigung zusätzlicher Einkünfte grundsätzlich ab 1986 (Beginn der FZR) bis zum 30.11.1989 in Betracht. Bei der späteren Rentenberechnung können die tatsächlichen Einkünfte nach deren Hochwertung auf "Westniveau" jedoch nur bis zur jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze (West) berücksichtigt werden (Obergrenze).

Die tatsächlichen Einkünfte können beispielsweise durch Steuerbescheide oder durch sonstige Steuerunterlagen nachgewiesen werden. Wir empfehlen Ihnen, bei Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger einen Antrag auf Kontenklärung zu stellen und die erforderlichen Nachweise (u. a. Sozialversicherungsausweise der ehemaligen DDR, Steuerbescheide, sonstige Steuerunterlagen) beizufügen.