Zuschlagsentgeltpunkte für Pflege nach Regelaltersgrenze

von
Jonny

Als „offensichtlich beratungsresistent und daher hoffnungsloser Fall“, der „wirklich wenig Ahnung von Rentenberechnung“ hat muss ich hierzu
https://www.ihre-vorsorge.de/expertenforum/forum/detail/altersteilrente-wegen-pflege-der-fehler-teufel-im-rentenbescheid/seite/2.html
doch noch einmal um Nachhilfe seitens eines Experten bitten.

Ich möchte es kurz machen und gehe davon aus, dass für das 2. Halbjahr 2017 aus Beiträgen der Pflegekasse insgesamt 0,1299 Entgeltpunkte erworben wurden. Die Versicherte bezieht seit OKT 2006 eine Regelaltersrente, ab JUL 2017 als 99%-ige Teilrente bis auf weiteres.
Wie viele Zuschlagsentgeltpunkte sind für die Rente ab JUL 2018 zu berücksichtigen, 0,1299 Entgeltpunkte oder mit dem Zugangsfaktor 1,705 ermittelte 0,2215 persönliche Entgeltpunkte (jeweils vor Minderung um 1 % auf lediglich 99 % als Teilrente)?

Der Zweifelsfrage 92 zum Flexirentengesetz entnehme ich, dass „Der Renten Service der Deutschen Post AG im Rahmen der jährlich vorzunehmenden Rentenanpassung die Zuschlagsentgeltpunkte und den hierfür maßgeblichen Zugangsfaktor nicht feststellen kann. Hierfür ist eine Rentenberechnung erforderlich.“ Da ist jedenfalls von Zugangsfaktor die Rede.

Die Zweifelsfrage 100 zum Flexirentengesetz, ob Zuschläge an Entgeltpunkten nach § 76d SGB VI, die nach Erreichen der Regelaltersgrenze jährlich zum 01.07. zu berücksichtigen sind, ein Zugangsfaktor größer als 1,0 zuzuordnen ist, wird bejaht. Im Detail wird noch erwähnt, dass die Neufassung des § 77 Abs. 2 S. 4 SGB VI einen solchen „Verzicht“ fingiert, indem sie die Zeitpunkte nach § 66 Abs. 3a S. 1 SGB VI der späteren Inanspruchnahme einer Rente wegen Alters gleichstellt.

Und für den Fall, dass 0,1299 EP richtig sein sollte, gleich noch eine Zusatzfrage zu der Antwort des Experten vom 27.12.2018 um 15:27 „richtig, wenn Ihre Mutter in die Vollrente wechselt, wirkt sich der Zuschlag sofort bei der Rentenberechnung aus.“

Bedeutet das bei Tod während der Pflege mit Teilrente, dass gar keine um einen Zugangsfaktor erhöhten persönlichen Zuschlagsentgeltpunkte mehr zum Tragen kommen?

In der Hoffnung auf eine erleuchtende Antwort verbleibe ich mit den besten Wünschen für 2019 an alle Experten
Jonny

Experten-Antwort

Hallo Jonny,
geiles Thema oder? Haben sie aber selber schon gemerkt :))

Ich versuch´s nochmal an ihrem Beispiel:

OKTOBER 2006 (Rentenbeginn)
Nehmen wir als Regelaltersrente 10 Entgeltpunkt (EP) seit 10/2006 an. Diese 10 Entgeltpunkte werden zu 10 persönliche Entgeltpunkte (pEP), da der Zugangsfaktor (ZF) einer Regelaltersrente bei 1,0 liegt. Also zahlen wir aus 10 pEP mal aktueller Rentenwert eine Rente.

JULI 2017 (99% Teilrente)
Die EP der Vollrente (bisher 10,0000) reduzieren sich auf 99%(=9,9000). Diese 9,9000 EP erhalten den ZF von 1,0000, da sie seit Rentenbeginn durchgehend beansprucht wurden (also keine Erhöhung des ZF an dieser Stelle). Nebenher zahlt die Pflegekasse Rentenbeiträge wegen der ausgeübten Pflege, welche an dieser Stelle noch bedeutungslos sind (welche aber eine Wertigkeit von 0,1299 EP haben sollen).

JULI 2018 (Rentenerhöhung lasse ich mal außen vor, geht hier nur um die weiteren EP aus der Pflege und die anschließende weitere 99% Rente)
Wichtig, und da liegt evtl. ihr Gedankenfehler: Ausgangspunkt einer Rentenberechnung ist ein 100% Vollrente. Also schauen wir uns die Vollrente doch mal an. Die liegt bei 10,0000 EP (bisherige Rente) plus 0,1299 (zusätzliche EP aus der Pflege), also insgesamt bei 10,1299 EP. Hiervon sollen ja nun weiterhin nur 99% beansprucht werden (was sinnvoll ist, wenn die Pflege weitergeführt wird). Also 99% der 10,1299 EP = 10,0286 EP
Diesen 10,0286 EP sind nun ZF zuzuordnen, wobei die am längsten beanspruchten EP vorrangig zu berücksichtigen sind.
also 9,9000 (bisherige 99%) behalten den ZF von 1,0000 (Ergebnis merken 9,9000 pEP)
weitere 0,1000 (bsiheriger 1% Verzicht) erhält einen erhöhten ZF, weil dieser Teil von 07/2018-06/2018 nicht in Anspruch genommen wurde. Also Erhöhung des ZF um 12*0,05 auf 1,0600 (Ergebnis merken 0,1060 pEP)
Jetzt müssen noch die verbleibenden EP (also 10,0286-9,9000-0,1000=0,0286 EP) einen ZF erhalten. Und leider können "nur" diese wenigen EP vom erhöhten ZF auf 1,705 profitieren. Also 0,0286*1,705 (Ergebnis merken 0,0487 pEP)
Aus den 99% EP haben wir alle via ZF pEP gemacht. Und aus diesen pEP (9,9000+0,1060+0,0487 =) 10,0547 pEP zahlen wir ab 07/2018 die neue 99% Teilrente.
Die Erhöhung (07/2017 zu 07/2018) beläuft sich also auf (9,9000 zu 10,0547 pEP) = 0,1547 pEP. Wenn man das jetzt in die EP zurückrechnet (geteilt durch 1,705) dann stehen hinter diesen pEP genau 0,0907 EP (obwohl die Wertigkeit der Pflege bei 0,1299 lag)

2 Hinweise noch dazu:
-> Rechenfehler in obiger Darstellung nicht auszuschließen
-> im nächsten Jahr (also 07/2019) kommt es dann fast centgenau zu der tats. erwartbaren RT-Erhöhung von zusätzlicher Pflegewertigkeit mal angenommenem erhöhten Zugangsfaktor (also zB 0,1299 mal 2 Halbjahre 2018 * 1,765 ZF dann ja nochmal 6% höher). Im schlimmsten Fall (sehr hohe Rente bei kleinen Pflegebeiträgen) kann das auch mal 2 Jahre dauern)

Ich hoffe ich hab das Thema jetzt nicht weiter verkompliziert.

von
chi

Zitiert von: Jonny
Wie viele Zuschlagsentgeltpunkte sind für die Rente ab JUL 2018 zu berücksichtigen, 0,1299 Entgeltpunkte oder mit dem Zugangsfaktor 1,705 ermittelte 0,2215 persönliche Entgeltpunkte (jeweils vor Minderung um 1 % auf lediglich 99 % als Teilrente)?

Ich will mal darlegen, wie ich es nach den bisherigen Erklärungen verstanden habe – ohne Gewähr, daß das auch richtig ist. Wenn es aber stimmen sollte, ergeben die obigen Fragen nicht richtig Sinn.

Zur Vereinfachung nehme ich an, daß die Versicherte ursprünglich eine Rente aus a) 10 EP bzw. b) 1 EP bezieht und daß der Zuschlag aus Pflegebeiträgen 0,1 EP beträgt (vor Zugangsfaktor).

Dann liefe es im Prinzip folgendermaßen:

a) Ursprüngliche Vollrente 10 pEP, Teilrente 9,9 pEP. Nun erhöht sich die Basis der Rente auf 10,1 EP; 99% hiervon sind 9,999 EP. Für diese 9,999 EP werden ausschließlich solche genommen, die zur ursprünglichen Rente gehören und Zugangsfaktor 1 haben. Außer Betracht bleiben 0,101 EP, von denen 0,1 EP potentiell mit einem hohen Zugangsfaktor verknüpft sind. Ergebnis: Rente aus 9,999 pEP; unter dem Strich eine Erhöhung um 0,099 pEP.

b) Ursprüngliche Vollrente 1 pEP, Teilrente 0,99 pEP. Erhöhung auf 1,1 EP; 99% hiervon sind 1,089 EP. In diesem Fall reichen der eine EP der ursprünglichen Rente nicht aus, um die 1,089 EP abzudecken, und es müssen weitere 0,089 EP hinzugezogen werden, die aus der Pflege stammen und mit einem hohen Zugangsfaktor verknüpft sind. Ergebnis: 1*1,000+0,089*1,705 = 1,1517 pEP, oder eine Erhöhung um 0,1517 pEP. Bei denselben Pflegebeiträgen wohlgemerkt.

Falls es so ist, würden bei der zweiten Zuschlagsrunde ein Jahr später im Fall a) die ursprünglichen 10 EP auch nicht mehr genügen, sondern es würden dann EP aus dem ersten Zuschlag (mit inzwischen sogar noch höherem Zugangsfaktor) genutzt. Daher würde die zweite Erhöhung deutlich höher ausfallen.

von
chi

Ah, während ich noch an meinen Beispielen gerechnet habe, hat auch der wochenend- und abendaktive Experte geantwortet. :-) Das scheint ganz gut zu meinem Verständnis der Lage zu passen.

von
Respekt

Zitiert von: Experte/in
Hallo Jonny,
geiles Thema oder? Haben sie aber selber schon gemerkt :))

Ich versuch´s nochmal an ihrem Beispiel:

OKTOBER 2006 (Rentenbeginn)
Nehmen wir als Regelaltersrente 10 Entgeltpunkt (EP) seit 10/2006 an. Diese 10 Entgeltpunkte werden zu 10 persönliche Entgeltpunkte (pEP), da der Zugangsfaktor (ZF) einer Regelaltersrente bei 1,0 liegt. Also zahlen wir aus 10 pEP mal aktueller Rentenwert eine Rente.

JULI 2017 (99% Teilrente)
Die EP der Vollrente (bisher 10,0000) reduzieren sich auf 99%(=9,9000). Diese 9,9000 EP erhalten den ZF von 1,0000, da sie seit Rentenbeginn durchgehend beansprucht wurden (also keine Erhöhung des ZF an dieser Stelle). Nebenher zahlt die Pflegekasse Rentenbeiträge wegen der ausgeübten Pflege, welche an dieser Stelle noch bedeutungslos sind (welche aber eine Wertigkeit von 0,1299 EP haben sollen).

JULI 2018 (Rentenerhöhung lasse ich mal außen vor, geht hier nur um die weiteren EP aus der Pflege und die anschließende weitere 99% Rente)
Wichtig, und da liegt evtl. ihr Gedankenfehler: Ausgangspunkt einer Rentenberechnung ist ein 100% Vollrente. Also schauen wir uns die Vollrente doch mal an. Die liegt bei 10,0000 EP (bisherige Rente) plus 0,1299 (zusätzliche EP aus der Pflege), also insgesamt bei 10,1299 EP. Hiervon sollen ja nun weiterhin nur 99% beansprucht werden (was sinnvoll ist, wenn die Pflege weitergeführt wird). Also 99% der 10,1299 EP = 10,0286 EP
Diesen 10,0286 EP sind nun ZF zuzuordnen, wobei die am längsten beanspruchten EP vorrangig zu berücksichtigen sind.
also 9,9000 (bisherige 99%) behalten den ZF von 1,0000 (Ergebnis merken 9,9000 pEP)
weitere 0,1000 (bsiheriger 1% Verzicht) erhält einen erhöhten ZF, weil dieser Teil von 07/2018-06/2018 nicht in Anspruch genommen wurde. Also Erhöhung des ZF um 12*0,05 auf 1,0600 (Ergebnis merken 0,1060 pEP)
Jetzt müssen noch die verbleibenden EP (also 10,0286-9,9000-0,1000=0,0286 EP) einen ZF erhalten. Und leider können "nur" diese wenigen EP vom erhöhten ZF auf 1,705 profitieren. Also 0,0286*1,705 (Ergebnis merken 0,0487 pEP)
Aus den 99% EP haben wir alle via ZF pEP gemacht. Und aus diesen pEP (9,9000+0,1060+0,0487 =) 10,0547 pEP zahlen wir ab 07/2018 die neue 99% Teilrente.
Die Erhöhung (07/2017 zu 07/2018) beläuft sich also auf (9,9000 zu 10,0547 pEP) = 0,1547 pEP. Wenn man das jetzt in die EP zurückrechnet (geteilt durch 1,705) dann stehen hinter diesen pEP genau 0,0907 EP (obwohl die Wertigkeit der Pflege bei 0,1299 lag)

2 Hinweise noch dazu:
-> Rechenfehler in obiger Darstellung nicht auszuschließen
-> im nächsten Jahr (also 07/2019) kommt es dann fast centgenau zu der tats. erwartbaren RT-Erhöhung von zusätzlicher Pflegewertigkeit mal angenommenem erhöhten Zugangsfaktor (also zB 0,1299 mal 2 Halbjahre 2018 * 1,765 ZF dann ja nochmal 6% höher). Im schlimmsten Fall (sehr hohe Rente bei kleinen Pflegebeiträgen) kann das auch mal 2 Jahre dauern)

Ich hoffe ich hab das Thema jetzt nicht weiter verkompliziert.

Lob an den Experten, wirklich sehr sehr gut erklärt! Und das in der Sonderschicht zu ungünstigen Arbeitszeiten :-)

Experten-Antwort

Hallo `Respekt`,
vielen Dank für die lobenden Worte und
hallo `chi`, ich kann Ihnen bestätigen, dass Ihr Verständnis der Zusammenhänge bei 99% Teilrente iVm weiteren Zeiten (idR wegen Pflege) vollkommen korrekt zu sein scheinen. In diesem Sinne allem einen charmanten Start in´s Jahr 2019

von
Matheopa

Jonny, sie sind wirklich beratungsresistenz. Jetzt haben sie sogar noch einen Neueintrag eröffnet, um ihr falsches Beispiel zum x-ten Mal vorzutragen. Aber ihr Beispiel wird nicht dadurch richtig, dass sie es gebetsmühlenartig wiederholen. Reicht ihnen die Experten-Antwort denn wenigstens diesmal?

Zitiert von: Jonny

Bedeutet das bei Tod während der Pflege mit Teilrente, dass gar keine um einen Zugangsfaktor erhöhten persönlichen Zuschlagsentgeltpunkte mehr zum Tragen kommen?

Wie ich ihnen schon sagte, sollten sie einfach mal die Experten-Antworten durchlesen. Dort finden sie die Antwort. Der Experte schrieb am 21.12.2018, 09:59 Uhr: "Momentan RUHEN die Entgeltpunkte aus dem Zuschlag…". Das Wort RUHEN hat er extra in Großbuchstaben geschrieben, damit sie es besser sehen. Hat aber offensichtlich nichts genutzt.

Vielleicht kann man ihre Aufmerksamkeit besser erlangen, indem man ihnen eine Gegenfrage stellt:

Was passiert beim Wechsel von einer 99 % Teilrente in eine 100 % Hinterbliebenenrente mit den bis dahin ruhenden Zuschlagsentgeltpunkten?

Antwort a)
Die Zuschlagsentgeltpunkte kommen nie mehr zum Tragen.
= Antwort für Personen, die wenig Ahnung von Rentenberechnung haben

Antwort b)
Die Zuschlagsentgeltpunkte werden bei den besitzgeschützten persönlichen Entgeltpunkten vollständig berücksichtigt, da die besitzgeschützten persönlichen Entgeltpunkte immer auf Basis einer Vollrente berechnet werden. Erhöhter Zugangsfaktor inklusive.
= Antwort nach der gemeinsamen rechtlichen Arbeitsanweisung der Rentenversicherungsträger

von
Jonny

Chapeau lieber Experte. Und das noch im vergangenen Jahr zu so später Stunde.
Es ist Ihnen gelungen, mir deutlich zu machen, wo sich die Geister scheiden. Wenn ich das richtig verstanden habe, wohl beim „Ausgangspunkt einer Rentenberechnung“ der immer eine 100%-Vollrente ist.
Damit ich gerade in dieser Jahreszeit nicht mehr ins Schleudern komme, gestatten Sie mir noch eine Rückfrage.

Wir betrachten nicht mehr den Fall mit einer 99%igen Teilrente, sondern die Vollrente eines vergleichbaren Altersrentners ebenfalls mit Rentenbeginn OKT 2006 und 10,0000 pEP (10,0000 EP* 1,000). Er verzichtet nach § 5 Abs. 4 Satz 1 SGB VI rechtzeitig auf die Versicherungsfreiheit und ist vom JUL-DEZ 2017 für ein gleichhohes Arbeitsentgelt von 4819,50 € beschäftigt. Alle Kriterien sind erfüllt: Versicherungspflicht, Beitragszahlung und ordnungsgemäße Meldung.
Wie setzen sich seine persönlichen Entgeltpunkte für die JUL 2018-Rente zusammen?
Mit Ihrer Antwort weiß ich dann endlich, welcher der beiden Geister prinzipiell gewonnen hat.
Ich wünsche Ihnen und allen Experten, dass sie aus 2019 gut wieder herauskommen
Jonny

von
Matheopa

Zitiert von: Jonny

Mit Ihrer Antwort weiß ich dann endlich, welcher der beiden Geister prinzipiell gewonnen hat.

Wenn in ihrem neun Beispiel durchgehend eine Vollrente bezogen wird, stellt sich nicht die entscheidende Frage, welche Entgeltpunkte und Zugangsfaktoren vorrangig zu berücksichtigen sind. Daher sind die Beispiele überhaupt nicht vergleichbar und ihr bisheriges, falsches Beispiel wird auch nicht richtig.

Jonny, sie sind ein ganz schlechter Verlierer!

von
Potzblitz

Zitiert von: Experte/in
Hallo Jonny,
geiles Thema oder? Haben sie aber selber schon gemerkt :))

Ich versuch´s nochmal an ihrem Beispiel:

OKTOBER 2006 (Rentenbeginn)
Nehmen wir als Regelaltersrente 10 Entgeltpunkt (EP) seit 10/2006 an. Diese 10 Entgeltpunkte werden zu 10 persönliche Entgeltpunkte (pEP), da der Zugangsfaktor (ZF) einer Regelaltersrente bei 1,0 liegt. Also zahlen wir aus 10 pEP mal aktueller Rentenwert eine Rente.

JULI 2017 (99% Teilrente)
Die EP der Vollrente (bisher 10,0000) reduzieren sich auf 99%(=9,9000). Diese 9,9000 EP erhalten den ZF von 1,0000, da sie seit Rentenbeginn durchgehend beansprucht wurden (also keine Erhöhung des ZF an dieser Stelle). Nebenher zahlt die Pflegekasse Rentenbeiträge wegen der ausgeübten Pflege, welche an dieser Stelle noch bedeutungslos sind (welche aber eine Wertigkeit von 0,1299 EP haben sollen).

JULI 2018 (Rentenerhöhung lasse ich mal außen vor, geht hier nur um die weiteren EP aus der Pflege und die anschließende weitere 99% Rente)
Wichtig, und da liegt evtl. ihr Gedankenfehler: Ausgangspunkt einer Rentenberechnung ist ein 100% Vollrente. Also schauen wir uns die Vollrente doch mal an. Die liegt bei 10,0000 EP (bisherige Rente) plus 0,1299 (zusätzliche EP aus der Pflege), also insgesamt bei 10,1299 EP. Hiervon sollen ja nun weiterhin nur 99% beansprucht werden (was sinnvoll ist, wenn die Pflege weitergeführt wird). Also 99% der 10,1299 EP = 10,0286 EP
Diesen 10,0286 EP sind nun ZF zuzuordnen, wobei die am längsten beanspruchten EP vorrangig zu berücksichtigen sind.
also 9,9000 (bisherige 99%) behalten den ZF von 1,0000 (Ergebnis merken 9,9000 pEP)
weitere 0,1000 (bsiheriger 1% Verzicht) erhält einen erhöhten ZF, weil dieser Teil von 07/2018-06/2018 nicht in Anspruch genommen wurde. Also Erhöhung des ZF um 12*0,05 auf 1,0600 (Ergebnis merken 0,1060 pEP)
Jetzt müssen noch die verbleibenden EP (also 10,0286-9,9000-0,1000=0,0286 EP) einen ZF erhalten. Und leider können "nur" diese wenigen EP vom erhöhten ZF auf 1,705 profitieren. Also 0,0286*1,705 (Ergebnis merken 0,0487 pEP)
Aus den 99% EP haben wir alle via ZF pEP gemacht. Und aus diesen pEP (9,9000+0,1060+0,0487 =) 10,0547 pEP zahlen wir ab 07/2018 die neue 99% Teilrente.
Die Erhöhung (07/2017 zu 07/2018) beläuft sich also auf (9,9000 zu 10,0547 pEP) = 0,1547 pEP. Wenn man das jetzt in die EP zurückrechnet (geteilt durch 1,705) dann stehen hinter diesen pEP genau 0,0907 EP (obwohl die Wertigkeit der Pflege bei 0,1299 lag)

2 Hinweise noch dazu:
-> Rechenfehler in obiger Darstellung nicht auszuschließen
-> im nächsten Jahr (also 07/2019) kommt es dann fast centgenau zu der tats. erwartbaren RT-Erhöhung von zusätzlicher Pflegewertigkeit mal angenommenem erhöhten Zugangsfaktor (also zB 0,1299 mal 2 Halbjahre 2018 * 1,765 ZF dann ja nochmal 6% höher). Im schlimmsten Fall (sehr hohe Rente bei kleinen Pflegebeiträgen) kann das auch mal 2 Jahre dauern)

Ich hoffe ich hab das Thema jetzt nicht weiter verkompliziert.

Lieber Experte,
Hut ab und vielen Dank für die aufklärenden Worte zum Thema!

Etwas rätseln lässt mich noch die Aussage "in nächsten Jahr (also 07/2019) kommt es dann fast centgenau zu der erwartbaren aus der Pflege".

Könnten Sie so lieb sein, und abschließend den Zeitraum Januar bis Dezember 2018 skizzieren, wie hier grundsätzlich zu rechnen wäre (werden es dann tatsächlich rund 0,45 Entgeltpunkte mehr)?

Vielen Dank und ein gutes Neues Jahr!

von
Jonny

Zitiert von: Matheopa
Zitiert von: Jonny

Mit Ihrer Antwort weiß ich dann endlich, welcher der beiden Geister prinzipiell gewonnen hat.

Wenn in ihrem neun Beispiel durchgehend eine Vollrente bezogen wird, stellt sich nicht die entscheidende Frage, welche Entgeltpunkte und Zugangsfaktoren vorrangig zu berücksichtigen sind. Daher sind die Beispiele überhaupt nicht vergleichbar und ihr bisheriges, falsches Beispiel wird auch nicht richtig.

Jonny, sie sind ein ganz schlechter Verlierer!


Ja, dann zeigen Sie mir doch ganz einfach auf, wie viele persönliche Entgeltpunkte für die JUL2018-Rente vorhanden sind?

Ja, ich bin sehr lange beratungsresistent. Siehe dazu auch einen meiner Beiträge in Sachen Rentenberechnung (soweit ich davon überhaupt etwas verstehe):
https://www.ihre-vorsorge.de/expertenforum/forum/detail/em-rente-umwandeln-in-altersrente-fuer-schwerbehinderte-menschen.html
Ich gebe mich allerdings zufrieden, wenn alles wieder im Lot ist (vgl. Änderungen seitens des Gesetzgebers im EM-Leistungsverbesserungsgesetz).
https://www.ihre-vorsorge.de/expertenforum/forum/detail/fachschulausbildung-neben-einer-versicherten-beschaeftigung.html

von
Unwissende

Zitiert von: Experte/in

hallo `chi`, ich kann Ihnen bestätigen, dass Ihr Verständnis der Zusammenhänge bei 99% Teilrente iVm weiteren Zeiten (idR wegen Pflege) vollkommen korrekt zu sein scheinen.

Lieber Experte,

sind Sie sich wirklich sicher, dass die Antwort von @Chi vollkommen korrekt ist?

Zitiert von: chi

a) Ursprüngliche Vollrente 10 pEP, Teilrente 9,9 pEP. Nun erhöht sich die Basis der Rente auf 10,1 EP; 99% hiervon sind 9,999 EP. Für diese 9,999 EP werden ausschließlich solche genommen, die zur ursprünglichen Rente gehören und Zugangsfaktor 1 haben. Außer Betracht bleiben 0,101 EP, von denen 0,1 EP potentiell mit einem hohen Zugangsfaktor verknüpft sind. Ergebnis: Rente aus 9,999 pEP; unter dem Strich eine Erhöhung um 0,099 pEP.

Meines Erachtens wird die Rente ab 01.07.2018 nicht aus 9,9999 pEP geleistet, sondern aus 10,0049 pEP. Grund: Von den 9,9999 EP, die der neuen Teilrente zugrunde zu legen sind, wurden 0,099 EP in der Zeit von 07/2017 bis 06/2018 nicht in Anspruch genommen wurden. Der Zugangsfaktor erhöht sich für diese Entgeltpunkte daher von 1,0 auf 1,06. Somit ergeben sich 9,9 EP x 1,0 + 0,099 EP x 1,06 = 9,9 pEP + 0,1049 pEP = 10,0049 pEP.
Zitiert von: chi

b) Ursprüngliche Vollrente 1 pEP, Teilrente 0,99 pEP. Erhöhung auf 1,1 EP; 99% hiervon sind 1,089 EP. In diesem Fall reichen der eine EP der ursprünglichen Rente nicht aus, um die 1,089 EP abzudecken, und es müssen weitere 0,089 EP hinzugezogen werden, die aus der Pflege stammen und mit einem hohen Zugangsfaktor verknüpft sind. Ergebnis: 1*1,000+0,089*1,705 = 1,1517 pEP, oder eine Erhöhung um 0,1517 pEP. Bei denselben Pflegebeiträgen wohlgemerkt.

Hier das gleiche Spiel. Es wurden 0,01 EP von 07/2017 bis 06/2018 nicht in Anspruch genommen, daher erhöht sich der Zugangsfaktor für diese Entgeltpunkte von 1,0 auf 1,06. Persönliche Entgeltpunkte = 0,99 EP x 1,0 + 0,01 x 1,06 + 0,089 x 1,705 = 0,99 pEP + 0,0106 pEP + 0,1517 pEP = 1,1523 pEP.

Ich bitte um Prüfung Ihrer Aussage, lieber Experte!

Zitiert von: Experte/in

In diesem Sinne allem einen charmanten Start in´s Jahr 2019

Das wünsche ich auch!

von
Patrona Bavariae

Zitiert von: Unwissende
Zitiert von: Experte/in

hallo `chi`, ich kann Ihnen bestätigen, dass Ihr Verständnis der Zusammenhänge bei 99% Teilrente iVm weiteren Zeiten (idR wegen Pflege) vollkommen korrekt zu sein scheinen.

Lieber Experte,

sind Sie sich wirklich sicher, dass die Antwort von @Chi vollkommen korrekt ist?

Zitiert von: chi

a) Ursprüngliche Vollrente 10 pEP, Teilrente 9,9 pEP. Nun erhöht sich die Basis der Rente auf 10,1 EP; 99% hiervon sind 9,999 EP. Für diese 9,999 EP werden ausschließlich solche genommen, die zur ursprünglichen Rente gehören und Zugangsfaktor 1 haben. Außer Betracht bleiben 0,101 EP, von denen 0,1 EP potentiell mit einem hohen Zugangsfaktor verknüpft sind. Ergebnis: Rente aus 9,999 pEP; unter dem Strich eine Erhöhung um 0,099 pEP.

Meines Erachtens wird die Rente ab 01.07.2018 nicht aus 9,9999 pEP geleistet, sondern aus 10,0049 pEP. Grund: Von den 9,9999 EP, die der neuen Teilrente zugrunde zu legen sind, wurden 0,099 EP in der Zeit von 07/2017 bis 06/2018 nicht in Anspruch genommen wurden. Der Zugangsfaktor erhöht sich für diese Entgeltpunkte daher von 1,0 auf 1,06. Somit ergeben sich 9,9 EP x 1,0 + 0,099 EP x 1,06 = 9,9 pEP + 0,1049 pEP = 10,0049 pEP.
Zitiert von: chi

b) Ursprüngliche Vollrente 1 pEP, Teilrente 0,99 pEP. Erhöhung auf 1,1 EP; 99% hiervon sind 1,089 EP. In diesem Fall reichen der eine EP der ursprünglichen Rente nicht aus, um die 1,089 EP abzudecken, und es müssen weitere 0,089 EP hinzugezogen werden, die aus der Pflege stammen und mit einem hohen Zugangsfaktor verknüpft sind. Ergebnis: 1*1,000+0,089*1,705 = 1,1517 pEP, oder eine Erhöhung um 0,1517 pEP. Bei denselben Pflegebeiträgen wohlgemerkt.

Hier das gleiche Spiel. Es wurden 0,01 EP von 07/2017 bis 06/2018 nicht in Anspruch genommen, daher erhöht sich der Zugangsfaktor für diese Entgeltpunkte von 1,0 auf 1,06. Persönliche Entgeltpunkte = 0,99 EP x 1,0 + 0,01 x 1,06 + 0,089 x 1,705 = 0,99 pEP + 0,0106 pEP + 0,1517 pEP = 1,1523 pEP.

Ich bitte um Prüfung Ihrer Aussage, lieber Experte!

Zitiert von: Experte/in

In diesem Sinne allem einen charmanten Start in´s Jahr 2019

Das wünsche ich auch!

Bin auch der Meinung, dass die Rechnung von "chi" nicht ganz so stimmt, leider hat sich seitdem kein Experte mehr dazu geäußert. kann dies nun nachgeholt werden, damit hier Klarheit herrscht? Vielen Dank!