Zuverdienst bei voller ( befristet bis 30.06.2018 ) Erwerbsminderungsrente

von
Gevatter

Hallo,

ich beziehe eine volle Erwerbsminderungsrente ( befristet bin 30.06.18 - Gesundung ausgeschlossen ) in Höhe von 820,00 € - zuzüglich vom Amt für Soziales 135,00 € Aufstockung.

Fragen:

1). ist es richtig, dass ich maximal 3 Stunden am Tag arbeiten darf? ( Mehr
kann ich aufgrund meiner Erkrankung sowieso nicht ).

2). wenn ich von einem 450,- € - Job ausgehe:
würde die Aufstockung wegfallen, ( muss man einen Antrag stellen? ),
oder würden die 450,- € auf die Aufstockung angerechnet / verrechnet?

3). was würde mir von einem 450,- € - Job bleiben? Stimmt das:
Hinzuverdienst von 6.300,00 Euro kalenderjährlich ohne Anrechnung auf
die Rente?

Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgrdrückt :-)
Danke für die Antworten.
Gevatter

von
Fortitude one

Hallo Gevatter,

im Grunde genommen steht alles im Bescheid/Auskunft drin.

Zu 1. Ja, max. 3 Stunden pro Tag

Zu 2. Erkundigen Sie sich beim Grundsicherungsamt/Sozialamt

Zu 3. Ja, stimmt. 6300 Euro im Jahr ohne Anrechnung.

P.S. Ich hoffe, Sie haben/werden bald Ihren Verlängerungsantrag stellen.

Beste Grüße und bestmögliche Gesundheit.

von
Gevatter

Hallo,

danke für die schnelle Antwort!

Muss man selbst einen Antrag auf Verlängerung der EMR beim Arbeitsmedizinischen Dienst stellen? Wenn ich mich recht erinnere, bekomme ich eine "Einladung" zur erneuten Vorstellung "automatisch" vor Ablauf der EMR..., so wurde mir gesagt.

von
Schorsch

Zitiert von: Gevatter

1). ist es richtig, dass ich maximal 3 Stunden am Tag arbeiten darf?

Bei strenger Auslegung liegt die Zeitgrenze bei UNTER drei Stunden täglich.
Manche DRV-Sachbearbeiter nehmen das aber nicht so genau.
Zitiert von: Gevatter

2). wenn ich von einem 450,- € - Job ausgehe:
würde die Aufstockung wegfallen, ( muss man einen Antrag stellen? ),
oder würden die 450,- € auf die Aufstockung angerechnet / verrechnet?

Siehe dort:

https://www.berlin.de/sen/soziales/themen/soziale-sicherung/sozialhilfe/anrechnung-von-einkommen-und-vermoegen/

Zitat: "Bei der Hilfe zum Lebensunterhalt und der Grundsicherung bleibt monatlich ein Freibetrag von in der Regel 30 Prozent des Erwerbseinkommens anrechnungsfrei. Der Freibetrag darf jedoch die Hälfte der Regelbedarfsstufe 1 nicht überschreiten (das sind im Jahr 2017 höchstens 204,50 Euro)."

MfG

von
Schorsch

Zitiert von: Gevatter

Muss man selbst einen Antrag auf Verlängerung der EMR beim Arbeitsmedizinischen Dienst stellen? Wenn ich mich recht erinnere, bekomme ich eine "Einladung" zur erneuten Vorstellung "automatisch" vor Ablauf der EMR..., so wurde mir gesagt.

Die Fortzahlung der EM-Rente muss bei der DRV beantragt werden.
Gewöhnlich werden von dort aus ein paar Monate vor Ablauf der Rente die nötigen Antragsvordrucke zugeschickt.

MfG

von
W*lfgang

Hallo Gevatter,

> 1). ist es richtig, dass ich maximal 3 Stunden am Tag arbeiten darf?

Nein, Sie 'dürfen' auch 24 Std. am Tag arbeiten. Wenn Sie das wider Ihrer gesundheitlich Möglichkeiten tun, ist das Ihre Sache, daran kann Sie keiner hindern.

Richtig ist, dass Sie aus DRV-Sicht nur noch unter 3 Std. täglich eine Beschäftigung des allgemeinen Arbeitsmarktes ausüben 'können' - regelmäßig, an 5 Tagen in der Woche, wie es der med. Dienst (bisher) ermittelt hat. Eine andere Verteilung an weniger Arbeitstagen ist durchaus möglich (2x6), ohne dass das eine Bedeutung haben könnte.

Nur ein konkrete Anfrage über eine beabsichtigte Beschäftigung UNTER Berücksichtigung Ihres persönlich eingeschätzten Leistungsvermögens kann zu einer zielführenden Antwort führen - alles andere ist ja /könnte /wenn /doch aber.

Das mit der Grundsicherung – das klären Sie mit dem Sozialamt! Natürlich sind dort Einkommensarten, die Sie aus der 'Bedürftigkeit' herausfallen lassen, zuerst zu berücksichtigen. Etwaige Freibetragsgrenzen wird man Ihnen dort mitteilen.

Gruß
w.

von
Gevatter

Zitiert von: W*lfgang
Hallo Gevatter,

> 1). ist es richtig, dass ich maximal 3 Stunden am Tag arbeiten darf?

Nein, Sie 'dürfen' auch 24 Std. am Tag arbeiten. Wenn Sie das wider Ihrer gesundheitlich Möglichkeiten tun, ist das Ihre Sache, daran kann Sie keiner hindern.

Richtig ist, dass Sie aus DRV-Sicht nur noch unter 3 Std. täglich eine Beschäftigung des allgemeinen Arbeitsmarktes ausüben 'können' - regelmäßig, an 5 Tagen in der Woche, wie es der med. Dienst (bisher) ermittelt hat. Eine andere Verteilung an weniger Arbeitstagen ist durchaus möglich (2x6), ohne dass das eine Bedeutung haben könnte.

Nur ein konkrete Anfrage über eine beabsichtigte Beschäftigung UNTER Berücksichtigung Ihres persönlich eingeschätzten Leistungsvermögens kann zu einer zielführenden Antwort führen - alles andere ist ja /könnte /wenn /doch aber.

Das mit der Grundsicherung – das klären Sie mit dem Sozialamt! Natürlich sind dort Einkommensarten, die Sie aus der 'Bedürftigkeit' herausfallen lassen, zuerst zu berücksichtigen. Etwaige Freibetragsgrenzen wird man Ihnen dort mitteilen.

Gruß
w.

Vielen Dank für diese, sowie die anderen Antworten!
Dann werde ich mich mal mit dem Amt für SozDienste in Verbindung setzen!
Bei der RV werde ich mal die "Verlängerung" beantragen, sicher ist sicher :-)
Danke!

Experten-Antwort

Zitiert von: Gevatter
Hallo,

ich beziehe eine volle Erwerbsminderungsrente ( befristet bin 30.06.18 - Gesundung ausgeschlossen ) in Höhe von 820,00 € - zuzüglich vom Amt für Soziales 135,00 € Aufstockung.

Fragen:

1). ist es richtig, dass ich maximal 3 Stunden am Tag arbeiten darf? ( Mehr
kann ich aufgrund meiner Erkrankung sowieso nicht ).

2). wenn ich von einem 450,- € - Job ausgehe:
würde die Aufstockung wegfallen, ( muss man einen Antrag stellen? ),
oder würden die 450,- € auf die Aufstockung angerechnet / verrechnet?

3). was würde mir von einem 450,- € - Job bleiben? Stimmt das:
Hinzuverdienst von 6.300,00 Euro kalenderjährlich ohne Anrechnung auf
die Rente?

Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgrdrückt :-)
Danke für die Antworten.
Gevatter

Hallo Gevatter,

eine Rente wegen voller Erwerbsminderung erhalten Sie nur, wenn Sie nur noch weniger als 3 Stunden am Tag arbeiten können. Arbeiten Sie mehr, wäre zu prüfen, ob Sie trotzdem noch weiterhin voll erwerbsgemindert sind.

Bei einem Hinzuverdienst bis zu 6.300 Euro im Kalenderjahr wird Ihre Rente nicht gekürzt. Erst bei einem Betrag darüber hinaus, würden zunächst 40% (ab einer bestimmten zweiten Grenze - dem sog. Hinzuverdienstdeckel auch 100 %)Ihres Hinzuverdienst von Ihrer Rente abgezogen.

Wie sich ein Hinzuverdienst auf Ihre Aufstockung auswirkt, müssten Sie bei der zuständigen Stelle erfragen.