Zuverdienst zur Rente mit 63 plus 6

von
Jürgen Tümmler

Hallo,

wenn ich mit 63+6 in Rente ginge (wäre bei mir 05/2019) dürfte ich bei der derzeitigen Regelung bis 65+ 9 450,- € im Monat hinzuverdienen. Dazu folgende Fragen:
- Kann ich den Gesamtbetrag (12*450) an "einem Stück" verdienen?,
- Was passiert, wenn der Betrag (12*450) höher ist, kann man das ggf. auf 2 oder 3 Jahre strecken?,
- Falls man regelmäßig insgesamt deutlich mehr als den Höchstbetrag verdienen möchte, entfällt die gesamte Rente oder nur die entsprechenden Beträge?,
- Was passiert mit dem Zuverdienst nach Erreichen der 65+9?
- Kann man sich mit der 63+6 Rente selbstständig machen oder muss man eine Personengesellschaft für -auch geringe- Zuverdienste gründen?,
- Wie hoch wären die zu entrichtenden Beiträge inkl. ges. KV monatlich, wenn man in selbstständiger Tätigkeit weiterarbeitet?

Vielen Dank,

J.T.

von
Argi

Das darf doch nicht wahr sein ,was sind Sie denn für ein Pfenningsfuchser ?

von
Schade

Nehmen Sie sich die Zeit für eine persönliche Beratung!

Dort können Sie Ihre Fragen stellen, dieses Gesamtpaket überfordert m.E. das Forum, vor allem weil sich bis Mai 2019 noch einiges ändern kann.

Fragen zur KV beantwortet übrigens Ihre Krankenkasse und nicht das Rentenforum.

Experten-Antwort

Sehr geehrter Herr Tümmler,

zu Ihrer Anfrage nehmen wir wie folgt Stellung:

- Kann ich den Gesamtbetrag (12*450) an einem Stück verdienen?

Ihre Fragestellung ist leider nicht eindeutig.

Generell gilt folgendes:
Der Hinzuverdienst (z. B. Arbeitsentgelt) wird monatlich der Hinzuverdienstgrenze gegenübergestellt. Das bedeutet, dass Sie jeden Monat maximal 450 Euro verdienen dürfen, ohne dass die Vollrente als Teilrente gezahlt wird. Dabei dürfen Sie die Hinzuverdienstgrenze zweimal jährlich bis zum doppelten überschreiten (also 900 Euro).

Sollten Sie 5.400 Euro (12*450) in einem Monat verdienen, würde der Rentenanspruch (vorgezogene Altersrente) entfallen.

- Was passiert, wenn der Betrag (12*450) höher ist, kann man das ggf. auf 2 oder 3 Jahre strecken?

Nein. Eine Verteilung des Einkommens auf verschieden Jahre ist nicht möglich. Wie in vorherigen Punkt beschrieben, wird das Arbeitsentgelt in dem Monat berücksichtigt, in dem es erzielt wird.

- Falls man regelmäßig insgesamt deutlich mehr als den Höchstbetrag verdienen möchte, entfällt die gesamte Rente oder nur die entsprechenden Beträge?

Überschreiten Sie bei einer vorgezogenen Altersrente die höchste Hinzuverdienstgrenze, so entfällt der Anspruch auf die Rente. Eine vorgezogene Altersrente wird nur gezahlt, solange die Hinzuverdienstgrenzen eingehalten werden (sog. negative Anspruchsvoraussetzung). Sie müssten also einen neuen Rentenantrag stellen, wenn Ihr Einkommen wieder entfällt, sinkt oder Sie die Regelaltersgrenze erreichen.

- Was passiert mit dem Zuverdienst nach Erreichen der 65+9?

Nach Erreichen der Regelaltersgrenze können Sie unbegrenzt hinzuverdienen. Die Einkommenshöhe ist für Ihre Altersrente dann nicht mehr relevant.

- Kann man sich mit der 63 + 6 Rente selbständig machen oder muss man eine Personengesellschaft für – auch geringe – Zuverdienste gründen?

Sie haben grundsätzlich das Recht eine selbständige Tätigkeit aufzunehmen (soweit es Ihren Altersrentenbezug betrifft). Aber auch Arbeitseinkommen stellt Hinzuverdienst dar. In dieser Fallkonstellation muss ebenfalls der Hinzuverdienst unter 450 Euro im Monat liegen. Maßgebend ist dabei das sich aus dem Einkommensteuerbescheid ergebende selbständige Einkommen. Dieses wird durch 12 Monate geteilt und der sich ergebende Betrag stellt das monatliche Einkommen dar. Sollte ein Einkommensteuerbescheid nicht vorliegen wird vorläufig eine gewissenhafte Schätzung von Ihnen oder Ihrem Steuerberater zu Grunde gelegt.

- Wie hoch wären die zu entrichteten Beiträge inkl. ges. KV monatlich, wenn man in selbständiger Tätigkeit weiterarbeitet?

Fragen bezüglich der Krankenversicherung stellen Sie bitte Ihrer Krankenkasse.

Die von Ihnen gestellten Fragen sind sehr komplex und „sprengen“ den Rahmen eines Forums. Vor Ort kann eine individuellere Beratung erfolgen. Daher empfehlen wir Ihnen, eine persönliche Beratung in einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung in Anspruch zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

von
Jürgen Tümmler

Danke "Experte",

ich möchte die persönliche Beratung in Anspruch nehmen und wollte mir nur vor-Informationen dazu beschaffen, um die Situation dann prägnanter darstellen zu können.

Meine Gesamtsituation ist relativ komplex und bedarf auch der Beratung durch einen Steuerberater - aber irgendwo muss man ja anfangen ;-)

Ihre Antwort hat mir sehr geholfen,

mfG,

J.T.

Interessante Themen

Altersvorsorge 

Steuererklärung in Corona-Zeiten

Wie sich die Corona-Pandemie auf Ihre Steuererklärung auswirkt, worauf Sie achten müssen und wo Sie Steuern sparen können.

Altersvorsorge 

Was die Dax-Erweiterung für Sparer bedeutet

Von 30 auf 40: Deutschlands wichtigster Börsenindex wird erweitert. Für Anleger lohnt es sich, deshalb einmal genau auf den Dax zu schauen.

Gesundheit 

Berufsunfähig: tückische 50-Prozent-Klausel

Die 50-Prozent-Klausel erweist sich oft als Hürde, wenn es um die Anerkennung einer Berufsunfähigkeit geht. Was es mit der Klausel auf sich hat.

Rente 

Erwerbsminderungsrente rechtzeitig verlängern

Eine Erwerbsminderungsrente wird meist nur befristet gewährt. Das Ende des Bewilligungszeitraums sollten Sie immer im Blick haben und rechtzeitig...

Rente 

Per Versorgungsausgleich zur Frührente

Eine Scheidung bringt manchen Versicherten einen vorzeitigen Rentenanspruch. Wie sich der Versorgungsausgleich auswirkt.